Bad Segeberg

Mann stirbt nach Widerstand gegen Polizeikontrolle

Toter in Bad Segeberg bei  Verkehrskontrolle.

Toter in Bad Segeberg bei Verkehrskontrolle.

Foto: Oliver Vogt / LN

In der Nacht zu Freitag kollabierte der 56-Jährige mit einer Kopfplatzwunde. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Bad Segeberg. Haben Polizisten einen Mann bei einer Kontrolle so schwer verletzt, dass er eineinhalb Stunden später starb? Oder hat er sich die Verletzungen selbst zugezogen und ist tragisches Opfer einer anderen Todesursache? Das ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen bei einem mysteriösen Fall aus Bad Segeberg, bei dem ein 56-jähriger Mann in der Nacht zu Freitag erst erheblichen Widerstand gegen eine Polizeikontrolle leistete und wenig später in einem Krankenhaus verstarb.

Nach Polizeiangaben sollte der Mann gegen 0.30 Uhr zu einer Verkehrskontrolle an der Kirchstraße herangezogen werden. Infolge derer leistete er offenbar so erbitterten Widerstand, dass die Beamten nicht nur andere Streifenwagenbesatzungen zur Verstärkung rufen mussten, sondern der Mann auch eine Platzwunde am Kopf davon trug.

Noch am Unfallort kollabierte der Mann und wurde „reanimationspflichtig“, wie es in einer gemeinsamen Mitteilung der Staatsanwaltschaft und der Polizei aus Kiel heißt. Wenige Minuten später sei ein Rettungswagen vor Ort gewesen.

Mann starb im Krankenhaus

Doch auch der sofortige Transport in ein Krankenhaus konnte den Mann nicht retten. Gegen 2 Uhr sei er dort gestorben. Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft Kiel und das Kommissariat 1 der Bezirkskriminalinspektion Kiel mit Unterstützung von Kollegen aus Pinneberg und Elmshorn. Geprüft werde unter anderem, ob und welcher strafrechtliche Vorwurf den vor Ort eingesetzten Polizeibeamten, 29 und 32 Jahre alt, gemacht werden kann.

Noch in der Nacht wurde die Polizeiführung informiert, die Beamten fuhren zum Unglücksort. Die Polizisten, die direkt an dem Vorfall beteiligt waren, konnten die Hilfe eines Kriseninterventionsteams in Anspruch nehmen. „So ein Zwischenfall im Dienst ist ein Albtraum“, sagte ein Beamter.

Zeugen hatten den Vorfall beobachtet

Bei dem 56-Jährigen handelt es sich um einen Drogenabhängigen, der mit einem weißen Ford-Transporter mit Lübecker Kennzeichen unterwegs war. Er hatte offenbar keinen festen Wohnsitz und war wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz von der Staatsanwaltschaft zur Ermittlung des Aufenthalts bei der Polizei ausgeschrieben.

Mehrere Zeugen hatten den Vorfall beobachtet. Sie wurden in der Nacht vor Ort und am Freitag in den Polizeidienststellen befragt. Am Freitagnachmittag war die Spurensicherung der Polizei auf der Kirchstraße im Einsatz und untersuchte das Fahrzeug, das auf einem Parkplatz stand, sowie das Umfeld. Über das Ergebnis ist derzeit nichts bekannt. „Ergänzende Angaben zu dem Vorfall können zurzeit nicht gemacht werden“, teilten die Ermittler mit.