Bahnstrecke gesperrt

Stahlträger kippt in Gleisbett auf 19-jährigen Arbeiter

Ein Bauarbeiter wurde bei dem Unfall lebensgefährlich verletzt (Symbolbild).

Ein Bauarbeiter wurde bei dem Unfall lebensgefährlich verletzt (Symbolbild).

Foto: imago/NGH-Agentur

Der junge Mann wurde schwer verletzt. Zwischen Hamburg-Hauptbahnhof und Harburg verkehrten knapp zwei Stunden lang keine Züge.

Hamburg. Ein schwerer Arbeitsunfall im Gleisbett bei Wilhelmsburg hat am Dienstagmorgen im Berufsverkehr zu einer Sperrung auf der Bahnstrecke zwischen Hamburg-Hauptbahnhof und Harburg geführt. "Ein Stahlträger ist auf einen Bauarbeiter gestürzt", sagte Rüdiger Carstens von der Bundespolizei. Rettungskräfte der Feuerwehr holten den schwer verletzten 19-Jährigen von den Gleisen.

Nach Angaben der Bundespolizei werden an den Gleisen unterhalb der Karl-von-Thielen-Brücke gerade Schallschutzwände aufgebaut. Dafür müssen auch etwa fünf Meter hohe Stahlträger eingesetzt und einbetoniert werden. Auch ein Zweiwegebagger sei auf der Baustelle im Einsatz. "Bei den Arbeiten ist am Dienstagmorgen ein Stahlpfeiler gegen einen anderen Pfeiler gekracht, der wiederum auf den Arbeiter gestürzt ist", sagte Bundespolizeisprecher Carstens. Wie es dazu kommen konnte, wird nun ermittelt. Auch das Amt für Arbeitsschutz sei eingeschaltet worden, so Carstens.

Arbeiter erlitt schwere Verletzungen

Die Feuerwehr wurde um 6.34 Uhr informiert. Es wurden sofort ein Rettungswagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug und ein Löschfahrzeug der Feuerwehr Hamburg zu der Einsatzstelle alarmiert. "Als die Einsatzkräfte eintrafen, lag der Mann im Gleisbett unterhalb der Brücke, zwischen den S-Bahn-Stationen Veddel und Wilhelmsburg", sagte Feuerwehrsprecher Jan Ole Unger.

Der Einsatzleiter veranlasste eine sofortige Streckensperrung und Stromabschaltung der Fernbahn sowie der S-Bahn-Strecke. Die Feuerwehr rettete den Arbeiter aus den Gleisen. Der Mann kam nach notärztlicher Versorgung mit dem "Verdacht auf lebensgefährliche Mehrfachverletzungen in ein Krankenhaus", teilte die Feuerwehr mit. Unter anderem wurde der Bauarbeiter schwer am Bein verletzt. Nach Informationen des Abendblatts besteht keine Lebensgefahr – der 19-Jährige soll die Intensivstation noch heute verlassen können.

Rückstaus auf der Bahnstrecke

Der Einsatz der Feuerwehr dauerte eineinhalb Stunden, zehn Einsatzkräfte waren vor Ort.

"Die Bahnstrecke war von 6.50 bis 8.30 Uhr gesperrt", sagte Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Von der Sperrung war der gesamte Zugverkehr betroffen, also auch der Fernverkehr. Nun laufe der Verkehr langsam wieder an, sagte Meyer-Lovis gegen 8.45 Uhr. "Aber die Züge fahren mit geringerer Geschwindigkeit und es kommt noch zu Rückstaus."