Aufruf bei Facebook

Mann verwirrt in Hamburg aufgetaucht – Sohn bittet um Hilfe

An der Kieler Straße wurde Jürgen N. nach vier Tagen verwirrt und verwahrlost entdeckt (Archivbild).

An der Kieler Straße wurde Jürgen N. nach vier Tagen verwirrt und verwahrlost entdeckt (Archivbild).

Foto: Pressebild.de/Bertold Fabricius

Ende Januar verschwindet Jürgen N. bei Mönchengladbach. Vier Tage später wird er verwahrlost aufgegriffen. Was war passiert?

Hamburg. Am 24. Januar verlässt Jürgen N. um 6 Uhr sein Haus bei Mönchengladbach, bei seiner Arbeitsstelle in Neuss kommt er jedoch nie an. Vier Tage später wird der 55-Jährige gut 450 Kilometer entfernt völlig verwirrt an der Kieler Straße in Hamburg entdeckt. Was in diesen Tagen mit Jürgen N. geschah, ist ein Rätsel. Nun versucht sein Sohn das Verschwinden seines Vaters zu rekonstruieren.

In einem bewegenden Post auf Facebook beschreibt Patrick N., was bislang bekannt ist und bittet um Zeugenhinweise: "Wir sind auf eure Mithilfe angewiesen, da mein Vater sich an nichts erinnern kann", schreibt er. Zwar tauchte dieser laut Polizei in Hamburg körperlich unversehrt auf, und auch konkrete Hinweise auf Straftaten lagen ersten Erkenntnissen nach nicht vor. Doch Patrick N. glaubt nicht daran: "Wir gehen von einem schlimmen Gewaltverbrechen aus."

Sein Auto hatte Jürgen N. in Liedberg zurückgelassen

Nachdem sein Vater an dem besagten Donnerstag verschwunden war, entdeckte die Familie dessen Auto – einen weißen Citroën Berlingo – verlassen in einer Parkbucht in Liedberg auf der B230 in Richtung Neuss. Autoschlüssel, Handy und Arbeitstasche hatte Jürgen N. zurückgelassen. In den folgenden Tagen suchte die Polizei mit Hundestaffeln und freiwilligen Helfern mehrfach die Umgebung ab. Doch alle Mühen blieben vergeblich.

Am Montag, den 28. Januar, entdeckt eine Passantin in Hamburg einen verwahrlosten Mann an der Kieler Straße nahe der Autobahnauffahrt zur A7 und alarmiert den Rettungsdienst. Die Helfer bringen den Mann ins Krankenhaus und rufen die Polizei, da sie die Identität des Mannes nicht klären können. Die Beamten erkennen in ihm den vermissten Jürgen N. und informieren die Angehörigen.

Der Vermisste war offenbar in Dortmund einkaufen

Auf die Erleichterung darüber, den Familienvater lebendig wiedergefunden zu haben, folgt für sie eine Spurensuche. Man habe einen Kassenbon in der Jackentasche entdeckt, aus dem hervorgeht, dass Jürgen N. am Tag seines Verschwindens um 15.55. Uhr im Rewe-Markt Filips auf der Rheinische Straße 47 in Dortmund offenbar einkaufen war. Ein weiteres Puzzleteil für seinen Sohn, der nun auf weitere Hinweise hofft.

Wer am 24. Januar zwischen 5.30 Uhr und 9 Uhr auf der B230 in Liedberg verdächtige Beobachtungen gemacht hat, den Mann im weiteren Tagesverlauf auf dem Weg nach Dortmund gesehen oder ihn an den Tagen darauf in Hamburg beobachtet hat, solle sich bei der Polizei melden. Eine Anzeige auf Unbekannt wegen Freiheitsberaubung und schwerer Körperverletzung habe man schon gestellt. "Wir wissen bis heute nicht, wie er angeblich nach Dortmund und wieder nach Hamburg kam."