Eimsbüttel

Chlorgas-Zwischenfall in Hamburger Schwimmbad

Hamburg: Chlorgas-Alarm (Archivbild)

Hamburg: Chlorgas-Alarm (Archivbild)

Foto: Michael Arning

Feuerwehreinsatz im Kaifu-Bad: Vermutlich durch ein defektes Ventil wurde Chlorgas freigesetzt. Gespenstische Szenen in Eimsbüttel.

Hamburg. Großer Einsatz für die Hamburger Feuerwehr und gespenstische Szenen in der Nacht zum Dienstag: Im Kaifu-Schwimmbad an der Hohen Weide (Eimsbüttel) war gegen 1.15 Uhr Chlorgas ausgetreten. Der automatische Chlorgas-Alarm ging los.

Feuerwehrleute in orangefarbenen Spezialanzügen und mit Atemschutz machten sich auf den Weg ins Innere des Gebäudes. Im Umfeld war nach Augenzeugen bereits Chlor zu riechen. Als die Feuerwehrleute zum Ort des ausgetretenen Chlorgases vorrückten, sahen sie, dass die Löschanlage bereits ausgelöst und Wasser versprüht hatte. Dadurch wurde das Chlor "abgeregnet".

Nach Angaben der Feuerwehr schlossen die Einsatzkräfte die Chlorgasflaschen und stoppten so die Leckage. Nach der Belüftung des Gebäudes habe bei weiteren Kontrollmessungen keine Chlorgaskonzentration mehr nachgewiesen werden können. Verletzte gab es nicht.

Badebetrieb geht regulär weiter

Ursache war nach ersten Erkenntnissen ein defektes Vakuumventil, das den Austritt des Chlorgases über einen Aktivkohlefilter auslöste. Die Schwimmhallen selbst waren nicht betroffen, da sich die Chlorgasflaschen in einem separaten Lagerraum befinden. Nach Bäderland-Angaben können die Mitglieder des Schwimmclubs seit 6.30 Uhr wie gewohnt ihre Bahnen ziehen. "Wir gehen davon aus, dass der Betrieb normal weitergehen kann", sagte Pressesprecher Michael Dietel.

Die Ventile werden regelmäßig gewartet und müssen nach einem bestimmten Zeitraum unabhängig vom Zustand ausgetauscht werden. Für das defekte Teil war laut Dietel noch keine Wartung fällig. Eine Gefahr für die Gesundheit der Badegäste habe nicht bestanden. An dem Feuerwehreinsatz waren 26 Beamte beteiligt.

Im Februar vergangenen Jahres hatte es im Blankeneser Schwimmbad einen Chlorgas-Einsatz gegeben, der jedoch durch einen Fehlalarm ausgelöst worden war.