Hamburg

Rostock-Fans randalieren: Polizei räumt Zug am Hauptbahnhof

Ein Polizeiaufgebot erwartet Fußballfans am Bahnhof (Archivbild)

Ein Polizeiaufgebot erwartet Fußballfans am Bahnhof (Archivbild)

Foto: Ralph Goldmann / picture alliance / Ralph Goldman

Die 200 Anhänger waren unterwegs zu einem Drittligaspiel in Bremen. Von ihrem Fehlverhalten waren 800 Fahrgäste betroffen.

Hamburg.  Sie wollten zum Drittligaspiel nach Bremen – und kamen nur bis Hamburg. Die Bundespolizei hat am Freitagnachmittag knapp 200 randalierende Fans von Hansa Rostock gestoppt. Sie waren am Hamburger Hauptbahnhof in einen Metronom-Zug gestiegen und hatten sich derart danebenbenommen, dass das Zugpersonal die Polizei verständigte. Diese stoppte daraufhin die Fahrt und räumte den Zug.

Nach Angaben von Bundespolizei-Sprecher Rüdiger Carstens hatten die Fußballanhänger unter anderem geraucht und Alkohol konsumiert, was in Metronom-Zügen verboten ist. Zudem seien Fenster beschädigt und Graffitis gesprüht worden. Zu schwereren körperlichen Auseinandersetzungen sei es aber nicht gekommen.

Wilmut König, Leiter Fahrgastservice der privaten Eisenbahngesellschaft Metronom, schilderte die Situation dramatischer. "Im Zug gab es starke Randale und bereits großen Sachschaden. Andere Fahrgäste und unsere Mitarbeiter wurden mit massiver Gewalt bedroht. Die Situation war chaotisch und drohte vollends außer Kontrolle zu geraten." Zeitweise musste der gesamte Bahnsteig gesperrt werden.

Verspätungen und Ausfälle als Folge

Aufgrund des Zwischenfalls kam es auf allen Strecken von und nach Hamburg für die Dauer von zwei Stunden zu Verzögerungen und Ausfällen. Etwa 800 Fahrgäste waren betroffen. „Wir müssen uns bei ihnen entschuldigen“, sagte Metronom-Sprecher Björn Pamperin, „aber unsere Mitarbeiter sind dazu angehalten, in diesen Fällen konsequent vorzugehen.“

Die randalierenden Fans mussten die Heimreise antreten. Hansa Rostock trat am Freitagabend (19 Uhr) bei der zweiten Mannschaft von Werder Bremen an. Weil 4500 Fans aus Mecklenburg-Vorpommern erwartet wurden, wurde die Partie von Platz 11 ins Weserstadion verlegt.