Hamburg

Neue Soko der Polizei soll illegale Autorennen stoppen

| Lesedauer: 2 Minuten
Eine nächtliche Verkehrskontrolle (Symbolbild)

Eine nächtliche Verkehrskontrolle (Symbolbild)

Foto: Imago/PPfotodesign

Neun Beamte werden in einer Einheit zusammengezogen und sollen an den Cruiser-Treffpunkten auch aufgemotzte Fahrzeuge stilllegen.

Hamburg.  Illegale Beschleunigungsrennen, röhrende Starts an der Ampel, PS-geschwängertes Imponiergehabe auf Einkaufsmeilen: Jetzt will die Hamburger Polizei mit einer eigenen Einheit dem lebensgefährlichen Treiben gezielt entgegentreten. Im September soll die „Soko Auto-Poser“ an den Start gehen.

Wie die „Bild"-Zeitung meldet, werden zunächst neun Kollegen Tuning-Freaks jagen, die es mit der Straßenverkehrsordnung oder den Eintragungen im Kfz-Schein nicht genau genug nehmen. Bevorzugte Einsatzorte sind demnach: die Cruiser-Treffpunkte rund um die Alster, an der Wandsbeker Chaussee, der City Nord, In Harburg und Allermöhe.

Beamte sollen gegebenenfalls Fahrzeuge stillegen

Im Februar hatte ein Urteil in Berlin für Aufsehen gesorgt: Bei dem Prozess um ein illegales Autorennen auf dem Kurfürstendamm wurden beide Beteiligte wegen Mordes verurteilt. Das Rennen hatte zu einem Unfall mit tödlichem Ausgang geführt.

Im September sollen die Hamburger Beamten noch speziell geschult werden. Dabei geht es vor allem um die Ausbildung des technischen Verständnisses für Manipulationen am Fahrzeug und die Vorschriften zur Eintragung von Veränderungen im Fahrzeugbrief. Fehlen solche Einträge, erlischt die Betriebserlaubnis. Die neun ohnehin schon technisch versierten Beamten sollen auch in Zusammenarbeit mit Kfz-Sachverständigen allzu überzogene Raserphantasien und Umbauten gegebenenfalls mit Stilllegungen von Fahrzeugen in die Schranken weisen.

Auch vorläufige Sicherstellungen von Autos angedacht

Vorbei sein sollen die Zeiten, da Raser mit bloßen Mängelmeldungen für ihre Autos davonkamen und selbst Gutachten beibringen konnten, die die Unbedenklichkeit ihrer Veränderungen am Fahrzeug bescheinigten. Jetzt will die Polizei sich in die Lage versetzen, bei entsprechendem Verdacht auf illegale Manipulationen Fahrzeuge vor Ort vorläufig sicherzustellen und mit eigenen Gutachtern zu untersuchen. "Das soll eine Lücke in der bisherigen Polizeiarbeit schließen", sagte Polizeisprecher Holger Vehren dem Abendblatt. Die Einsätze würden "lageangepasst" erfolgen. Genauer wollte Vehren aus taktischen Gründen nicht werden.

Leider, so die Polizeigewerkschaft, ohne zusätzliches Personal für die neue Einheit einzustellen. Die neun Beamten werden aus anderen Einheiten ab- und in der neuen Soko zusammengezogen.

( axö )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Blaulicht