Elbe

Nach der Havarie hat der "Große Michel" vorerst Fahrverbot

Das Partyschiff hatte sich vor Rissen bei ablaufendem Wasser festgefahren. 47 Passagiere und ein Hund mussten befreit werden.

Hamburg. Am Donnerstagabend ist der Ausflugsdampfer "Großer Michel" vor dem Falkensteiner Ufer in Rissen bei ablaufendem Wasser auf eine Buhne gelaufen und in starke Schieflage geraten. An Bord befanden sich 47 Passagiere und ein Hund.

Da zunächst vergeblich versucht wurde, die ehemalige Hadag-Fähre von dem Steinwall zu ziehen, wurden die Passagiere mit Booten der Wasserschutzpolizei von Bord geholt und an Land gebracht. Es gab keine Verletzten.

Feuerwehr und Polizei waren mit einem Großaufgebot im Einsatz, um die Passagiere zu befreien und auf dem Parkplatz des Fähranlegers Wittenbergen zu versorgen. Sie wurden später mit einem Bus zurück in die Stadt gebracht.

Gegen 22.45 Uhr konnte ein Schlepper den "Großen Michel" schließlich doch wieder flott machen, der aus eigener Kraft zu seinem Liegeplatz an der Kehrwiederspitze fahren konnte.

Plötzlich soll die Maschine ausgefallen sein

Nach ersten Erkenntnissen gehen die Ermittler von einem technischen Defekt aus. Dies müsse nun geprüft werden, sagte ein Sprecher der Polizei in der Nacht zu Freitag, nachdem der Dampfer am Liegeplatz angekommen war. Bis die Ursache geklärt ist, habe das Schiff Fahrverbot.

Während der Fahrt soll plötzlich die Maschine der 1955 gebauten Fähre ausgefallen sein. Dadurch wurde das Schiff bei ablaufendem Wasser manövrierunfähig, trieb offensichtlich auf die Buhne und geriet mit dem ablaufenden Wasser in die etwa 20 Prozent starke Schieflage. Ob und wie schwer die Fähre bei der Kollision mit der Buhne beschädigt wurde, ist unklar. Die Wasserschutzpolizei hat die Ermittlungen übernommen.

Bei dem Schiff handelt sich um eine rund 30 Meter lange Fähre, die 1991 bei der Hadag außer Dienst gestellt wurde und inzwischen als Eventschiff etwa für Hochzeiten und Betriebsfeiern gemietet werden kann. An diesem Abend war das Schiff für einen Empfang nach der Präsentation eines neuen Laufschuhs gemietet worden. Die Gäste waren demnach Marathonläufer, Marketingverantwortliche und Medienvertreter.