Unfall

92-jährige Autofahrerin stößt mit Nandu-Vogel zusammen

Ein Nandu überquert eine Straße bei Utecht in  Mecklenburg-Vorpommern. Nicht immer geht das gut

Ein Nandu überquert eine Straße bei Utecht in Mecklenburg-Vorpommern. Nicht immer geht das gut

Foto: Jens Büttner / dpa

Der Laufvogel ist auch ein Versicherungs-Problem: Weil er kein Fell hat, muss die Fahrerin den Schaden möglicherweise selber zahlen.

Schlagsdorf.  Eine 92 Jahre alte Autofahrerin ist in Mecklenburg-Vorpommern mit einem südamerikanischen Großvogel zusammengestoßen. Die alte Dame wurde bei dem Vorfall in der Nähe von Schlagsdorf an der Grenze zu Schleswig-Holstein leicht verletzt. Der exotische und geschützte „Nandu“ war plötzlich auf die Fahrbahn gelaufen, teilte die Polizei mit. Das Tier überlebte den Unfall nicht. Den Sachschaden schätzt die Polizei auf mehrere Tausend Euro.

Nandus brachen Ende der 1990er Jahre aus Gehege aus

Ende der 1990er Jahre waren einige der bis zu 1,50 Meter großen Vögel einem Züchter in Schleswig-Holstein entkommen. Seither breiten sich die Nandus, die unter das Washingtoner Artenschutzabkommen und das Bundesnaturschutzgesetz fallen, in Richtung Osten aus. Bei einer Zählung Anfang November 2016 waren mehr als 200 Vögel erfasst worden.

Der Unfall könnte die alte Dame teuer zu stehen kommen: Es ist unklar, ob die Versicherung für den Schaden aufkommen wird. Da es sich bei Nandus nicht um sogenanntes Haarwild handelt, könne es sein, dass Kfz-Versicherer nicht für Unfallschäden mit den Vögeln eintreten, sagte eine Sprecherin des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Ein Gefieder sei eben kein Fell. Autofahrer sollten sich gegebenenfalls noch einmal informieren, ob ihr Versicherer Unfälle mit Tieren aller Art übernimmt oder nur für Unfälle mit Haarwild zahlt. Zum Haarwild gehören laut GDV unter anderem Rehe, Wildschweine, Hirsche und Füchse.