Feuerwehreinsatz

85-jährige Frau stirbt an Kohlenmonoxid-Vergiftung

Für eine 85-jährige Frau kam jede HIlfe zu spät. Sie starb vermutlich an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung

Für eine 85-jährige Frau kam jede HIlfe zu spät. Sie starb vermutlich an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung

Foto: Michael Arning

Möglicherweise war ein Defekt der Heizungsanlage die Ursache. Die Umstände des Falls erinnern fatal an eine Tragödie vor zwei Jahren.

Hamburg. Eine 85 Jahre alte Frau ist vermutlich durch eine Kohlenmonoxid-Vergiftung ums Leben gekommen. Die Frau sei leblos am Donnerstagmorgen in ihrer Wohnung an der Flottbeker Drift aufgefunden worden, es seien bei der alten Dame sichere Todeszeichen festgestellt worden, sagte ein Feuerwehrsprecher.

Beim Betreten der Wohnung hätten die sogenannten CO-Warner der Rettungskräfte angeschlagen. Kohlenmonoxid, ein geruchloses Gas, entsteht durch eine unvollständige Verbrennung. In erhöhter Konzentration wirkt es tödlich. Die Messgeräte der Feuerwehr warnen ab einer Konzentration von 300 ppm (Teilchen CO pro Million Luftteilchen) durch einen lauten Piepton. Bei der anschließenden Untersuchung im Keller des Hauses sei ein Wert von rund 800 ppm festgestellt worden, "eine absolut lebensgefährliche Konzentration", sagte Feuerwehrsprecher Jan-Ole Unger.

Schornsteinfeger überprüft Heizung

Vorsorglich wurde laut Feuerwehr die Heizungsanlage abgestellt. Der Bezirksschornsteinfeger soll nun überprüfen, ob die Anlage ordnungsgemäß funktioniert. Nach bisher unbestätigten Meldungen soll die Anlage erst am Tag vor dem Tod der Frau gewartet worden sein.

Allein in den vergangenen Monaten sind durch Kohlenmonoxid-Vergiftungen mehr als zehn Menschen gestorben, allerdings in suizidaler Absicht. Im Dezember 2014 waren drei 32, 56 und 72 Jahre alte Männer am Harburger Beckerberg durch eine CO-Vergiftung ums Leben gekommen - es war der bisher schwerste Vorfall dieser Art in Hamburg. 13 Bewohner wurden zum Teil schwer verletzt, darunter auch ein erst ein Jahr altes Kleinkind. Durch einen Defekt der Heizungsanlage war damals Kohlenmonoxid in mehrere Wohnungen geströmt.

Nach dem Gas-Unglück hat die Feuerwehr begonnen, ihre Einsatzkräfte mit CO-Warngeräten auszustatten. Nach den Rettungswagen sollen nun auch die Löschzüge CO-Warner- und Messgeräte erhalten, eine europaweite Ausschreibung dazu steht kurz vor dem Abschluss. "Wie sich mehrfach gezeigt hat, ist es absolut richtig und notwendig, die Feuerwehr mit entsprechenden Geräten auszustatten", so Unger weiter.