Polizei ermittelt elf Jahre nach Mord an Geschäftsmann

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Andrè Zand-Vakili

Der 38-Jährige wurde 2003 getötet. Winzige DNA-Spuren könnten die Aufklärung bringen

Hamburg. Es war eine grausame und feige Tat. Im Oktober 2003 wurde Mustafa Tütüncü in einer Wohnung an der Bremer Straße von seinem Mörder im Schlaf überrascht. Der damals 38-jährige Geschäftsmann aus Delmenhorst versuchte noch zu flüchten. Der Täter folgte ihm auf die Straße und stach erneut auf den Mann ein. Jetzt, knapp elf Jahre nach der Tat, hat die Mordkommission neue Ansatzpunkte, um den Fall aufzuklären.

Es sind winzige DNA-Spuren, die den Durchbruch in dem Fall bringen könnten. Spezialisten des Bundeskriminalamts sollen sie entschlüsseln, so einen genetischen Fingerabdruck bekommen. Dazu wird der Fall am kommenden Mittwoch in der Fernsehsendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ ausgestrahlt.

Die Chancen für die Aufklärung sind gut. Die Polizei hat auch einen Hinweis auf einen vermutlich dunkelbraunen Mercedes, der damals am Tatort gesehen worden war.

Das genaue Motiv der Tat von 2003 ist bis heute nicht ganz klar. Tütüncü war ein angesehener Geschäftsmann und Fußballfan in einer Kleinstadt bei Bremen. Bis heute ist er dort unvergessen. Mehrfach wurde dort bereits der Mustafa-Tütüncü-Cup, ein Hallenfußballturnier, dort ausgetragen.

Der Mörder des 38-Jährigen muss den Geschäftsmann, der einen Handel für Paletten hatte, gehasst haben. In der Wohnung hatte der Täter derart heftig auf sein Opfer eingestochen, dass die Klinge des Messers abbrach und im Oberkörper stecken blieb. Anschließend hatte der Täter ein zweites Messer genommen, vermutlich aus einem Messerblock, mit dem er seinem in Todesangst flüchtenden und bereits schwer verletzten Opfer folgte. Tütüncü war auf dem Hof des Hauses zusammengebrochen. Eine Zeugin sah noch, wie der Täter sich über sein Opfer beugte. Dort trat und stach er erneut auf den 38-Jährigen ein. Auch diesmal waren die Attacken mit dem Messer so heftig, dass erneut die Klinge abbrach. Der Täter nahm beide Messergriffe mit und flüchtete. Bis heute ist er nicht identifiziert worden

Was der Mann aus Delmenhorst genau in Hamburg wollte, ist unklar. Sicher ist: Er hatte sich am Tag vor seinem Tod im Café Alex am Jungfernstieg mit einem Mann getroffen. Es ging um Karten für ein Fußballspiel.

Die Mordkommission sucht jetzt weitere Zeugen zu dem Fall, die etwas zu dem Umfeld des Mannes, aber auch zu dem dunkelbraunen Mercedes sagen können, der damals am Tatort gesehen wurde. Hinweise nimmt das Landeskriminalamt unter der Telefonnummer 4286-56789 entgegen.

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