Landgericht Rostock

Mordprozess - Möglicher Haupttäter schweigt

Gemeinsam mit seinem Komplizen soll der 22-Jährige im September 2010 einen 41 Jahre alten Mann mit einem Brotmesser ermordet haben.

Rostock. Im Prozess um die Ermordung eines 41-jährigen Rostockers hüllt sich der mutmaßliche Haupttäter in Schweigen. Zum Verhandlungsbeginn vor dem Landgericht Rostock am Donnerstag blieb der 22-Jährige im Gegensatz zu seinem 25 Jahre alten Komplizen die Antworten auf die Fragen des Richters schuldig.

Gemeinsam haben sie laut Staatsanwaltschaft im September 2010 in Rostock ihr Opfer umgebracht. Während der 25-Jährige den Mann von hinten festhielt, habe der 22-Jährige mit einem gezackten Brotmesser dessen Kehle durchschnitten, geht aus der Anklageschrift hervor. Der folgenschweren Tat soll ein zufälliges Treffen an einer Tankstelle vorausgegangen sein. Danach sei das Trio in die Wohnung des 41-Jährigen gegangen, wo kurze Zeit später Streit ausbrach. Zunächst sei der Wohnungseigentümer mit Schlägen und Tritten traktiert worden, ehe dann der 22-Jährige zum Messer gegriffen habe.

Während des Prozesses traten nach Ansicht von Prozessbeobachtern Defizite bei den Ermittlungen zutage. So sei eine weiße Jogginghose eines der Angeklagten nicht in der Wohnung von dessen Mutter gesucht worden. Die Mutter soll die Blut durchdrängte Hose gewaschen haben. Auch sei das Taxi nicht ermittelt worden, in dem die Angeklagten mit ihrer Beute vom Tatort weggefahren sein sollen. Der Prozess wird an diesem Freitag fortgesetzt.