"Eva" an den Knöcheln abgesägt

Die Skulptur vor dem Rahlstedter Ortsamt ist verschwunden. Wollen die Täter sie einschmelzen?

Rahlstedt. Mehr als ein Vierteljahrhundert stand "Eva" nackt vor dem Rahlstedter Ortsamt - nun sind nur noch ihre Füße da. Unbekannte haben die mehr als zwei Meter große Skulptur des in Wandsbek aufgewachsenen Künstlers Bernd Stöcker auf Knöchelhöhe abgesägt. Ihnen ging es vermutlich nicht darum, das formschöne Damenbildnis in den heimischern Garten zu überführen. Polizei und Bezirkspolitiker befürchten dass "Eva" schnöde eingeschmolzen werden soll.

"Wir wollen unsere ,Eva' zurück!", sagt Ole Thorben Buschhüter (SPD), Abgeordneter des Wahlkreises Rahlstedt. "Das ist eine ganz große Schande, ich bin entsetzt darüber, dass Menschen so etwas tun!" Buschhüter befürchtet, dass die Täter die Bronzefigur ins Ausland schaffen und dort des hohen Materialwertes wegen einschmelzen lassen wollen. Er fordert, Zoll und Bundespolizei einzuschalten, möglicherweise gar eine öffentliche Sachfahndung einzuleiten. Buschhüter: ",Eva' gehört einfach zum Ortsamt. Sie stand dort seit der Einweihung." Das zeitlose Frauenbildnis ist die erste verkaufte Statue des inzwischen überregional bekannten Künstlers Bernd Stöcker. Stöcker erschuf die "Eva" in den Jahren 1979/1980. Der frühere Wandsbeker Bezirksamtsleiter Gerhard Fuchs hatte Stöcker stets gefördert. Auch Fuchs zeigt sich betroffen von dem Kunstraub: "Eine ganz bittere Vorstellung, dass die 'Eva' einfach eingeschmolzen werden könnte." Fuchs telefonierte noch gestern mit Bernd Stöcker, der inzwischen in Bayern lebt und arbeitet. Fuchs, ehemaliger Lehrer, hatte Blöcker in früheren Zeiten unterrichtet - und seitdem den Kontakt gehalten.

Der Diebstahl der "Eva" ist offenbar bereits der zweite Skulpturenklau in Wandsbek. Vor gut einem Vierteljahr haben laut Fuchs unbekannte Täter das Bildnis "Das junge Weib" - eine Leihgabe der Nationalgalerie in Berlin - im Eichtalpark entwendet.