Lurup

Ehemann und Sohn bangen um vermisste Afghanin

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Bäckerei-Pächterin schon sechs Tage verschwunden. "Wir wissen nicht mehr weiter. Die Ungewissheit frisst uns auf." Polizei ist ratlos.

Hamburg. Erst vor drei Wochen hatte sie sich mit ihrem Ehemann versöhnt. Schon seit drei Monaten führte die Luruperin Mahwasch Afghannawis als Pächterin die umsatzstarke "Nur Hier"-Filiale im Edeka-Markt an der Eppendorfer Landstraße. Die selbstbewusste 42-Jährige schien auf einem guten Weg zu sein. Doch seit mehr als fünf Tagen fehlt jede Spur von ihr. Die Mordkommission ermittelt - zurzeit jedoch ohne konkreten Ansatzpunkt.

"Wir wissen nicht mehr weiter", sagt ihr Ehemann Rassul Afghannawis. Mit ihm und den beiden - damals noch kleinen - Söhnen war Mahwasch 1996 aus Kabul nach Deutschland gekommen. Beide studieren an der Universität. Vor zwölf Jahren bekam das Ehepaar einen dritten Sohn: Haress, so heißt er, versteht nicht, dass seine Mutter nicht nach Hause kommt. Rassul Afghannawis: "Wir wissen nicht mehr weiter. Die Ungewissheit frisst uns auf."

Am Donnerstagmorgen gegen 3 Uhr war die 42-Jährige aus der Wohnung des Paares an der Straße Immenbusch (Osdorf) aufgebrochen, um in ihre "Nur Hier"-Filiale zu fahren. Sie verabschiedete sich von ihrem Mann, küsste ihren kleinen Sohn. Der Back-Shop in Eppendorf blieb an dem Morgen geschlossen, die Pächterin kam dort nicht an. Ihr Auto, ein roter Daihatsu, wurde vor der Wohnung entdeckt, die die Afghanin nach der Trennung vor drei Jahren am Lüdersring in Lurup gemietet hatte, drei Kilometer entfernt von der gemeinsamen Wohnung. An keiner dieser Adressen fanden Polizisten eine Spur, die erklären könnte, was in der Nacht passiert ist. Fest steht: Die als extrem zuverlässig und fürsorglich geltende Geschäftsfrau wurde nicht mehr gesehen. Ihr Handy ist ausgeschaltet. Die Mordkommission ermittelt.

Rassul Afghannawis glaubt nicht, dass seine Frau sich abgesetzt hat: "Sie würde ihre Kinder nicht im Stich lassen." Doch an ein Verbrechen mag er auch kaum glauben: "Wir haben keine Feinde, keine Probleme mit Nachbarn oder Geschäftspartnern." Die Polizei versucht zu rekonstruieren, was geschah, nachdem Mahwasch Afghannawis die Wohnung am Immenbusch verließ. "Vielleicht hat jemand gesehen, wer in dem Wagen saß, als er am Donnerstagmorgen gegen 3 Uhr am Lüdersring abgestellt wurde", sagt Polizeisprecher Andreas Schöpflin.

Hinweise auf die Vermisste an die Polizei unter der Telefonnummer 428 65 67 89

( (jel) )

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