Tödlicher Unfall

26 Jahre alter Graffiti-Sprayer von S-Bahn überfahren

Der junge Mann war auf den Gleisen zwischen Sternschanze und Dammtor unterwegs als die S-Bahn ihn tödlich erfasste. Ermittlungen laufen.

Hamburg. Nach dem tödlichen Unfall eines 26 Jahre alten Mannes auf S-Bahn-Gleisen in Hamburg ermittelt die Bundespolizei. "Wir gehen nach jetzigem Sachstand von einem tragischen Unfall aus", sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Dienstag in der Hansestadt. Derzeit lägen keine Hinweise auf Fremdeinwirkung oder Suizid vor. Der junge Mann war am Montagabend gegen 22.50 Uhr von einer S-Bahn der Linie S 31 erfasst und tödlich verletzt worden.

Der Mann hatte sich ersten Erkenntnissen zufolge zwischen der Station Sternschanze und dem Bahnhof Dammtor auf freier Strecke an den Gleisen aufgehalten, sagte der Sprecher der Bundespolizei. Der 50 Jahre alte Fahrer der S-Bahn habe noch eine Schnellbremsung eingeleitet, den Zusammenstoß aber nicht mehr verhindern können. Der 26-Jährige erlitt erhebliche Verletzungen und wurde noch am Unfallort durch eine Notärztin reanimiert. Eine Stunde nach dem Zusammenprall starb der Mann in einem Krankenhaus.

Der Zugverkehr auf dem Streckenabschnitt wurde für eine Stunde gesperrt. Von den 24 Fahrgästen in der S-Bahn wurde keiner verletzt. Sie wurden sicher aus dem Gleisbereich geführt. Der Triebfahrzeugführer wurde vor Ort abgelöst.

Ermittler finden Sprayer-Utensilien

Warum der 26-Jährige auf die Bahnstrecke gelaufen war, ist nun Teil der Ermittlungen. Bei dem Mann aus Schleswig-Holstein wurden Sprayer-Utensilien gefunden und sichergestellt. Polizeilich war der 26-Jährige bereits wegen Graffiti-Delikten in Erscheinung getreten. Am Unfallort und der näheren Umgebung haben Ermittler der Bundespolizei bislang keine Hinweise auf Graffiti entdeckt.

Nach Angaben des Sprechers ist es bereits der dritte Tote auf Hamburger Bahngleisen in diesem Jahr. Am vergangenen Sonnabend war ein Mann am Bahnhof Altona von einem Zug erfasst und getötet worden, nachdem er an Gleisen entlang gelaufen war.

Aus diesem Grund warnt die Bundespolizei erneut vor den Gefahren an Bahnanlagen: "Der Aufenthalt in den Gleisen ist verboten und lebensgefährlich." So werde die Geschwindigkeit von Zügen häufig unterschätzt, die Bremswege seien oftmals mehrere Hundert Meter lang. Zusätzliche Gefahren in den S-Bahngleisen gehen von den Stromschienen aus, die 1.200 Volt Gleichstrom führen. Eine Berührung ist lebensgefährlich.