Unfall in Eimsbüttel

18 Jahre alte Fahranfängerin rast in Kindergruppe

Foto: Michael Arning

Der Nissan Micra schleuderte auf den Gehweg und überfuhr zwei Mädchen. Die Fahrerin und ihre 14-jährige Begleiterin erleiden einen Schock.

Hamburg. Die Kinder hatten keine Chance. Ohne Vorwarnung schleuderte gestern um kurz vor 16 Uhr ein Nissan Micra auf den Gehweg und überfuhr zwei Mädchen, sieben und zehn Jahre alt, und zwei 15-Jährige. Einer der Teenager erlitt einen offenen Oberschenkelhalsbruch, die Zehnjährige eine Fußfraktur. Beide wurden noch gestern Abend operiert. Die anderen Mädchen hatten mehr Glück, wurden vergleichsweise leicht verletzt: Die Siebenjährige konnte sogar zu Fuß von einem Rettungsassistenten zum Krankenwagen gebracht werden. Noch von der Krankentrage aus versuchte die leicht verletzte 15-Jährige - den Kopf mit einer medizinischen Halskrause gestützt - ihre Angehörigen mit dem Mobiltelefon zu erreichen.

Es war ein Anfängerfehler, der den schweren Unfall an der Kreuzung Osterstraße/Schulweg auslöste. Die Fahrerin des Micra ist 18 Jahre alt und hatte den Führerschein erst seit Kurzem. Beim Versuch, auf der Osterstraße in Richtung Innenstadt die Spur zu wechseln, kollidierte ihr Wagen mit einem anderen Auto, das sie übersehen hatte. Der Nissan war nach der Karambolage nicht mehr zu kontrollieren, krachte gegen paar geparkte Autos und gegen eine massive einbetonierte Metalltreppe, die durch die Wucht des Aufpralls aus den Angeln gehoben wurde. Dann drehte sich der Wagen und raste in die Gruppe mit den vier Mädchen, die an einer Bushaltestelle gestanden hatten.

Die Unfallfahrerin und ihre 14 Jahre alte Beifahrerin wurden leicht verletzt durch den Aufprall auf die ausgelösten Airbags. Beide erlitten Schocks und mussten ambulant behandelt werden. Während die Feuerwehr mit einem Großaufgebot zur Unfallstelle eilte, sperrte die Polizei alle Spuren des Schulwegs von der Fruchtallee bis kurz vor der Kreuzung zur Osterstraße, was im Feierabendverkehr große Probleme verursachte. Nach Angaben der Verkehrsleitzentrale der Polizei bildeten sich kilometerlange Rückstaus. Die Sperrungen wurden erst gegen 18 Uhr wieder aufgehoben.

Der dramatische Vorfall unterstreicht den aktuellen Unfalltrend: Nach Rückgängen in den Vorjahren stieg die Zahl der in Hamburg im Straßenverkehr verunglückten Kinder im Alter bis 14 Jahren im vergangenen Jahr wieder leicht an. 799 solcher Unfälle gab es im vergangenen Jahr. Das war knapp ein Prozent mehr als im Jahr zuvor. Im Gegensatz dazu nahm die Zahl der Unfälle mit jungen Erwachsenen (18 bis 24 Jahre) deutlich ab . Sie ging um etwas mehr als elf Prozent zurück.