Justiz Hamburg

Ermittlungen gegen Ex-Chef von Polizeigewerkschaft eingestellt

Der einzige Zeuge ist mittlerweile verstorben. André Bunkowsky wurde des Geheimnisverrats und der Korruption verdächtigt.

Hamburg. Der Verdacht wog schwer: Geheimnisverrat und Korruption. Die Staatsanwaltschaft hat nun das Ermittlungsverfahren gegen den ehemaligen Leiter der Polizeiwache Osdorf und Ex-Landesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP) André Bunkowsky eingestellt. Grund: Der einzige Zeuge, der hätte aussagen können, ist mittlerweile verstorben. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Wilhelm Möllers dem Abendblatt.

Zu den Ermittlungen war es gekommen, nachdem die Staatsanwaltschaft Oldenburg ein Telefongespräch zwischen Bunkowsky und seinem Bekannten abgehört hatte. Dieser wurde im Rahmen von Ermittlungen gegen eine Autoschieber-Bande überwacht. In dem Gespräch bat der Bekannte seinen Freund Bunkowsky, Halterdaten eines Wagens an seinem Computer abzufragen. Das streitet der Kriminaloberrat auch nicht ab. "Die Daten hatten mit dem Verfahren gegen ihn aber nichts zu tun." Vielmehr habe er als Polizist in einer völlig anderen Sache ermittelt.

Wie berichtet, hatten die Ermittler dem Ex-Gewerkschaftschef auch vorgeworfen, die Halterdaten an seinen Freund übergeben und dafür eine Gegenleistung erhalten zu haben. Im Ergebnis hieße das Korruption. Das bestreitet Bunkowsky. Worum es bei den Daten geht, darüber will er nicht sprechen. Die Abfrage sei aber rechtmäßig gewesen.

Dies kann nun nicht mehr ermittelt werden. Die Staatsanwaltschaft hatte Bunkowskys Freund mehrmals vorgeladen und sogar ein Ordnungsgeld angedroht. Da dieser sich aber in der Türkei aufhielt, war er nicht zu den Vernehmungen erschienen. Dort starb er schließlich im vergangenen November an einem Herzleiden. "Ohne den Zeugen ist der Sachverhalt nicht aufzuklären", sagte Oberstaatsanwalt Möllers. "Da wir keine weiteren Beweise zur Verfügung hatten, war das Verfahren einzustellen." Anzeichen für eine Korruptionshandlung gebe es nicht.

Bunkowsky, der seine Posten und den GdP-Vorsitz im Zuge der des Verfahrens abgegeben musste, sieht sich nun rehabilitiert. "Ich habe immer gesagt, dass an den Vorwürfen nichts dran ist." Er gehe davon aus, dass er nun eine neue Dienststelle übernehmen werde. Ob und wann, ist aber nicht klar. Laut Polizeisprecher Ralf Meyer ist das disziplinarrechtliche Verfahren gegen ihn noch nicht abgeschlossen.