Prozess Hamburg

Taxifahrer verliert die Nerven und würgt Radfahrer

Erst soll er ihn fast zu Fall gebracht - dann auch noch gewürgt haben. Jetzt steht der Taxifahrer in Altona vor Gericht.

Hamburg. So richtig sieht er gar nicht ein, warum er vor Gericht steht. "Ich habe dem Radfahrer beim Überholen doch genug Platz gelassen", sagt Taxifahrer Sadettin A. Die Staatsanwaltschaft ist indes anderer Auffassung. Gleich drei Taten legt sie ihm zur Last: Nötigung, gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr und Körperverletzung. Seit gestern steht der 37-Jährige deshalb vor dem Amtsgericht Altona.

Erst soll Sadettin A. einen Radfahrer laut Anklage beinahe zu Fall gebracht haben, indem er ihn auf der Gasstraße (Bahrenfeld) in viel zu geringem Abstand überholte. Dann soll er den Radler auch noch gewürgt haben, nachdem der sich lautstark über seine Fahrkünste empört hatte.

Zeuge Jörg T. hatte das Manöver beobachtet. "Der Taxifahrer wollte schnell an dem Radler vorbei, ließ aber kaum Seitenabstand. Es war sehr knapp." Laut Anklage soll Wolfgang S. dadurch ins Straucheln geraten sein. Um nicht zu stürzen, habe er sich an dem Auto festgehalten. "Er hat den Taxifahrer lautstark als Vollidiot beschimpft", sagt Jörg T. Da verlor Sadettin A. offenbar die Nerven. "Er machte eine Vollbremsung, der Radfahrer wäre ihm fast aufgefahren. Dann stieg er aus dem Auto."

Er habe ihn nur zur Rede stellen wollen, weil er glaubte, Wolfgang S. habe auf seinen Kofferraum geschlagen. "Ich habe ihn gefragt, warum er mein Auto gehauen hat", sagt Sadettin A. Wie denn Wolfgang S. den Kofferraum treffen konnte, wenn er, Sadettin A., doch genug Abstand gelassen habe, will der Richter wissen. Darauf indes weiß der Angeklagte keine Antwort. Dass er Wolfgang S. die Hände um den Hals gelegt und zugedrückt hat, streitet der bullige Mann gar nicht erst ab. "Ich wollte ihn nicht verletzen, habe ihn kurz am Hals festgehalten und mich sofort entschuldigt", beteuert er und gibt zu: "Das war wohl nicht ganz schick von mir."

Neben einer Geldstrafe droht Sadettin A. der Entzug der Fahrerlaubnis. Der Prozess wird am 18. Januar fortgesetzt.