Sperrungen aufgehoben

Evakuierung in Lehrte: Fliegerbombe gesprengt

Die amerikanische Fliegerbombe wurde von Spezialisten geborgen, die den Blindgänger auf einem Sprengplatz detonieren ließen.

Lehrte. Etwa 9500 Menschen mussten am Sonntag wegen einer Bombensprengung in Lehrte ihre Wohnungen verlassen. Auch ein Krankenhaus in der Innenstadt wurde komplett geräumt. Mehr als 400 Helfer von Polizei, Feuerwehr und Deutschem Roten Kreuz (DRK) waren in dem Ort in der Region Hannover im Einsatz. Gegen Mittag hatte der Kampfmittelräumdienst die amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg geborgen und auf einem Sprengplatz detonieren lassen, sagte Stadtsprecher Fabian Nolting. „Es ist alles planmäßig abgelaufen.Niemand wurde verletzt.“

Am Morgen hatten die Helfer mit der Evakuierung von großen Teilen der Innenstadt begonnen. Der hohe Schnee erschwerte die Arbeit, sagte ein DRK-Sprecher. Einige Sportanlagen, das Hallenbad, zahlreiche Straßen und der Bahnhof wurden gesperrt. Nach Angaben der Deutschen Bahn fielen mehrere Regionalzüge und S-Bahnen aus, Reisende mussten auf Busse umsteigen. Die Bewohner konnten in der Aula einer Schule die Bombenräumung abwarten. Hubschrauber mit Wärmebildkameras und Helfer kontrollierten zuvor, ob alle Häuser tatsächlich leer waren.

Nach der Auswertung von Luftbildern waren die Experten vom Kampfmittelräumdienst zunächst von zwei Bomben ausgegangen. Als sie den Fundort am Sonntag untersuchten, stellten sie jedoch fest, dass es sich bei einem der Sprengkörper in Wirklichkeit um einen Behälter für Bomben handelte, der aber leer war. Diesen konnten sie problemlos beseitigen. Anschließend transportierten sie den 125 Kilogramm schweren Blindgänger zu einem Sprengplatz im Stadtteil Ahlten. Nach der Sprengung erhielten die Züge wieder freie Fahrt. Am Nachmittag durften die Bewohner in ihre Häuser zurückkehren.

Die Kriegsbombe ist bereits die zweite, die innerhalb weniger Wochen in der 44.000 Einwohner zählenden Stadt kontrolliert in die Luft gejagt wurde. In Vechta mussten am 27. Dezember tausende Einwohner ihre Häuser verlassen, damit der Kampfmittelräumdienst eine Zehn-Zentner-Bombe zu einem Sprengplatz bringen konnte. Auch zwei Gefängnisse waren von der Evakuierung betroffen.