Hamburger Wasserschutzpolizei ermittelt

Fahrerflucht auf See? Frachter überfährt Fischkutter - ein Toter

Foto: Michael Zapf

Die 230 Meter lange „Alam Pintar" soll einen britischen Fischkutter im Ärmelkanal überfahren haben. Farbreste am Rumpf des Frachters belasten.

Hamburg. Gegen den Kapitän eines 230 Meter langen Erzfrachters wird wegen einer möglichen Kollision seines Schiffs mit einem britischen Fischkutter und anschließender Fahrerflucht auf hoher See ermittelt. Die Hamburger Polizei bestätigte Ermittlungen gegen den Kapitän des unter der Flagge Singapurs fahrenden Schiffes. Kurz vor Weihnachten soll der Frachter im Ärmelkanal das 16 Meter lange Fischerboot überfahren haben. Die Hamburger Wasserschutzpolizei hatte den Frachter im Hamburger Hafen daraufhin untersucht.

Bei der Kollision war der Fischer ums Leben gekommen, drei weitere Besatzungsmitglieder schafften es auf eine Rettungsinsel. Der Frachter soll weitergefahren sein, ohne Hilfe zu leisten. Die britischen Behörden ermittelten anhand der Radardaten, dass der Erzfrachter „Alam Pintar“ den Fischkutter überfahren hat. Das knapp 230 Meter lange Schiff soll aus Quebec in Kanada nach Deutschland unterwegs gewesen sein.

Nach Angaben von Polizeisprecher Andreas Schöpflin lag der Frachter am 22. Dezember im Hamburger Hafen. Bei einer Untersuchung hätten Beamte der Wasserschutzpolizei blau-rote Farbreste des Fischkutters und Kratzspuren am riesigen Rumpf des Frachters festgestellt. Beweismaterial wie die Festplatte des elektronischen Navigationsgeräts wurde auf der Brücke des Frachters sichergestellt. Die Schiffsführer verweigerten die Aussage.

An Heiligabend lief der Frachter in Richtung Kanada aus. Der Fall soll dort weiter untersucht werden.