Polizeischutz für Besucher eines Lanzmann-Films

Linke gegen Linke wegen Israel-Film

Linke Gruppe "Kritikmaximierung" demonstriert für die Dokumentation "Warum Israel". Gegendemonstranten vor dem Kino.

"Antisemitische Schläger unmöglich machen. Auch Linke" steht auf ihren Transparenten. Rund 500 Demonstranten sind gestern von der Roten Flora durch die Schanze vor das B-Movie-Kino an der Brigittenstraße auf St. Pauli gezogen. Ziel der Demonstranten war es, auf die "antisemitische Filmzensur in Hamburg" aufmerksam zu machen. Vor dem Kino trafen die Protestler auf Gegendemonstranten. Links gegen Links. Es kam zu Übergriffen, heftige Auseinandersetzungen konnten Hunderte Polizisten jedoch verhindern.

Der Hintergrund: Eine linke Gruppe rund um das "Internationale Zentrum B5" (St. Pauli), hatte am 25. Oktober die Aufführung des Films "Warum Israel" (Regie: Claude Lanzmann) in dem B-Movie verhindert. Wie berichtet, sollen die Besucher, die den Film sehen wollten, als "Judenschweine" beschimpft worden sein. Laut Polizei kam es zu einem Gerangel zwischen Angreifern und Kinobesuchern. Die Aktion aus der linken Szene hatte scharfe Kritik ausgelöst. "Es ist erschreckend, dass sogenannte Antifaschisten zu faschistischen Methoden greifen, um ihrer antisemitischen Gesinnung Ausdruck zu verleihen", sagte der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Wolfgang Bosbach (CDU), der "Rheinischen Post".

Gestern wurde der Film nun im B-Movie gezeigt. Die Polizei war vor Ort, um erneute Auseinandersetzungen zu verhindern. Regisseur Claude Lanzmann richtete sich in einem Brief mit den Worten "Danke für Euren Mut, Euer Freund Claude Lanzmann" an die rund 60 Kinobesucher, die sich durch den abgeriegelten Bereich vorm Eingang des Kinos gewagt hatten. Der 83 Jahre alte Regisseur hatte den Film 1973 gedreht und dafür Israelis zu ihrem Leben befragt. Die Leute aus dem Internationalen Zentrum B5, nur wenige Meter vom B-Movie-Kino entfernt, hatten dem Film zionistische Propaganda vorgeworfen. Christiane Schneider (die Linke), die sich gestern den Film angesehen hat, forderte eine Entschuldigung aus der "linken Szene rund um das B5". Silke Opfer war bei der Blockade des Kinos im Oktober dabei. "Ich bin gegen die antizionistische Haltung der B5-Leute, deshalb demonstriere ich", sagte die 39-Jährige.