Verkehr Hamburg

Schon zehn Radfahrer bei Unfällen in diesem Jahr gestorben

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Am Sonnabend hatte der Fahrer eines Reisebusses beim Abbiegen nahe dem Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg einen Fahrradfahrer übersehen. Der Radfahrer starb kurz darauf im Krankenhaus.

Am Sonnabend hatte der Fahrer eines Reisebusses beim Abbiegen nahe dem Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg einen Fahrradfahrer übersehen. Der Radfahrer starb kurz darauf im Krankenhaus.

Foto: Michael Arning

Das sind so viele wie in den letzten drei Jahren zusammen. 33-Jähriger erliegt Verletzungen nach Abbiege-Zusammenstoß am ZOB.

Hamburg. Beim Abbiegen in die Brockesstraße im Stadtteil St. Georg hat am Sonnabend ein Reisebus einen Radfahrer (33) erfasst. Der Mann wurde so schwer verletzt, dass er später im Krankenhaus starb. Es ist der mittlerweile zehnte Radfahrer, der in diesem Jahr bei einem Verkehrsunfall in Hamburg ums Leben kam. In drei weiteren Fällen waren Radfahrer in ähnlichen Abbiegesituationen gestorben. Mit dem tödlichen Unfall kamen in diesem Jahr auf Hamburgs Straßen bereits so viele Radfahrer ums Leben wie in den vorangegangenen drei Jahren zusammen.

Erst in der vergangenen Woche hatte die Polizei Radfahrer und Fußgänger an die Max-Brauer-Allee eingeladen, damit diese genau für solche Abbiegesituationen einen „Perspektivwechsel“ erleben sollten. Sie konnten im Führerhaus eines Lastwagens Platz nehmen, um selbst einmal zu sehen, was ein Fahrer von dort aus direkt oder über Spiegel sowie per Abbiegeassistent sehen kann – und was nicht.

Verkehr Hamburg: Im Krankenhaus Tod des 33-Jährigen festgestellt

Zu einer solchen Gefahrensituation kam es am Sonnabendmittag um kurz vor 12 Uhr. Der Fahrer eines ansonsten leeren Reisebusses war von der Kurt-Schumacher-Allee in die Brockesstraße abgebogen, die zum ZOB führt. Dabei erfasste das schwere Fahrzeug den Radfahrer und überrollte ihn. Unter Reanimationsbedingungen kam der 33-Jährige ins Krankenhaus, wo sein Tod festgestellt wurde.

Der Unfall in St. Georg ist in diesem Jahr bereits der vierte Abbiegeunfall, bei denen Radfahrer von einem Lastwagen oder Bus erfasst und getötet wurden. Im September kam in Flottbek ein 15 Jahre alter Radfahrer ums Leben, als ein Laster von der Osdorfer Landstraße auf einen Parkplatz einbog. Anfang April erfasste an der Osakaallee in der HafenCity ein Kipplaster eine Radfahrerin (33) beim Abbiegen und verletzte sie tödlich. Im Juni wurde ein 62-Jähriger auf dem Veddeler Bogen in einer vergleichbaren Situation getötet. Im gesamten vergangenen Jahr kam insgesamt ein Radfahrer bei einem solchen „Abbiegeunfall“ mit einem Laster ums Leben.

Immer wieder enden Abbiegeunfälle tödlich

Noch höher ist die Zahl der Radfahrer, die bei sogenannten Eigenunfällen in diesem Jahr in Hamburg starben. In einem Fall hatte ein Radfahrer bei halsbrecherischen Kunststücken tödliche Kopfverletzungen erlitten. In einem anderen Fall fuhr ein Rennradfahrer auf ein geparktes Auto auf. Ein anderes Mal kollidierte ein Radfahrer mit einem Garagentor.

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In lediglich einem Fall endete in diesem Jahr in Hamburg ein Unfall zwischen einem Auto und einem Radfahrer für den Radfahrer tödlich. Aber: Auch dieser Unfall passierte, als der Autofahrer abbog.

Unabhängig von den Unfallursachen ist die hohe Zahl der in Hamburg tödlich verunglückten Radfahrer in diesem Jahr alarmierend. 2021 und 2022 kamen jeweils drei Radfahrer auf Hamburgs Straßen ums Leben. 2020 und 2019 waren jeweils vier bei Verkehrsunfällen getötete Radfahrer zu beklagen. 2018 verzeichnete die Polizei zwei bei Verkehrsunfällen in Hamburg getötete Radfahrer.