Hamburg-Kolumne

Guido Maria Kretschmer: „Ich bin so glücklich in Hamburg“

| Lesedauer: 13 Minuten
Ist in Hamburg gut angekommen: Guido Maria Kretschmer wohnt seit gut einem Jahr in der Hansestadt – und hat den Umzug noch nicht eine Sekunde bereut.

Ist in Hamburg gut angekommen: Guido Maria Kretschmer wohnt seit gut einem Jahr in der Hansestadt – und hat den Umzug noch nicht eine Sekunde bereut.

Foto: ABOUT YOU/Chris Koch

Anekdoten aus der Gesellschaft, Rück- und Ausblicke auf Veranstaltungen – alles über die wichtigsten Köpfe der Stadt.

Hamburg. In Hamburg fühlt sich Guido Maria Kretschmer zu Hause wie noch an keinem Ort zuvor. „Ich bin so glücklich hier“, sagt der Designer, der erst vor gut einem Jahr in die Hansestadt gezogen ist, dem Abendblatt in einem Interview, bei dem er vor wenigen Tagen seinen neuen Facebook-Shop vorstellte. Seit Mitte des Jahres können Marken auf der Plattform ihren eigenen Shop anlegen. Kretschmer ist nun der erste prominente deutsche Designer, der seine „Guido Maria Kretschmer exclusive for About You“-Kollektion in Facebook-Shops anbietet. „Es ist einfach die perfekte Plattform“, so der Wahl-Hamburger. Er habe sich ganz bewusst entschieden, am Anfang mit dabei zu sein, um gerade kleinere Designer oder Geschäfte zu ermutigen. „Hier bekommen alle einen weiteren Vertriebsweg geboten – und das, ohne dass Kosten für sie entstehen.“

Die Kunden können die zum Verkauf stehenden Dinge auf ihrem Smartphone durchstöbern und kaufen. Der Bezahlvorgang findet allerdings nicht über Facebook statt, sondern direkt bei dem Händler. „Durch Corona sind solche Vertriebswege gerade für kleine Designer noch wichtiger geworden“, sagt Kretschmer. Um dann auch schon wieder von seiner neuen Heimat zu schwärmen. „Irgendwie liegen mir die Hamburger“, sagt er. „Alle sind so freundlich und offen zu mir.“ Nie zuvor sei er so gut aufgenommen worden. „Ich kann den vielen Einladungen gar nicht nachkommen, obwohl ich es wirklich gern würde.“ Während der Corona-Zeit hat Kretschmer vor allem eins besonders schätzen gelernt: „Hamburg ist so wunderbar grün. Diese Parks überall in der Stadt, die sind einfach herrlich.“ Einzig der Verkehr mache ihm zu schaffen. „Mir graut schon jetzt vor dem Umbau der Elbchaussee.“


Die Hamburger Köchin Cornelia Poletto kocht im Rahmen der Aktion „Miteinander in Zeiten von Corona“ jeweils 100 Mittagessen für Senioren der Arbeiterwohlfahrt. Persönlich lieferte sie die kostenlosen Essen bereits am vergangenen Wochenende aus, natürlich kontaktlos an der Haustür. Das Ziel ist nicht nur, den alten Menschen mit einem Essen zu erfreuen, sondern auch für ein wenig Ansprache zu sorgen in diesen Zeiten, frei nach dem Motto: Liebe geht durch den Magen. „Schon im ersten Lockdown habe ich für die AWO gekocht und wurde dafür von den Senioren, die auf ihren Balkonen standen und von dort aus die Essensanlieferung beobachteten, beklatscht – das war total bewegend“, sagt die Spitzenköchin. „Ich freu mich, die Aktion dank großzügiger Stammgäste, die den Wareneinsatz sponsern, an den Adventssonntagen wiederholen zu können. Gerade in harten Zeiten ist es wichtig, sich gegenseitig zu unterstützen.“ Das Essen hatte Poletto passend zur Jahreszeit ausgewählt: Es gab Entenkeule mit Gewürz-Rotkohl und Kartoffelklößen.

Er ist beinahe legendär, der Basar des Deutsch-Amerikanischen Frauen-Clubs im Hotel Elysée. Jedes Jahr sammeln die engagierten Frauen bei der Veranstaltung Geld für Kinderprojekte wie die Hamburger Bauspielplatzhäuser. In diesem Jahr wäre es der 70. Basar dieser Art gewesen, doch er muss leider wegen der Corona-Pandemie ausfallen. Die Clubmitglieder haben sich aber etwas anderes überlegt, um Geld für Hamburger Kinderprojekte zu sammeln und einen sogenannten Pop-up-Store im Stilwerk eröffnet. Die Ladenfläche wurde den Frauen vom Stilwerk zur Verfügung gestellt. Hier werden jetzt Designermode aus zweiter Hand, Schmuck, Fotokunst, Handtaschen, Accessoires und vieles mehr angeboten. US-Generalkonsul Darion Akins eröffnete persönlich das außergewöhnliche Geschäft. Geöffnet ist noch bis zum 19. Dezember, immer donnerstags, freitags und sonnabends von zehn bis 18 Uhr.

Wechsel an der Spitze der Zeit-Stiftung: Der langjährige Vorstand für den Bereich Finanzen, Verwaltung und Personal, Michael Berndt, geht im März 2021 in den Ruhestand. Er übergibt den Bereich an Achim Lange. „Wir freuen uns, dass wir mit Achim Lange einen erfahrenen Portfoliomanager für den Vorstand der Zeit-Stiftung gewinnen konnten“, sagt der Vorsitzende des Kuratoriums, Burkhard Schwenker. Achim Lange hat zuletzt im Bereich Private Banking der Hamburger Sparkasse (Haspa) eine leitende Funktion inne. Als private gemeinnützige Stiftung legt die Zeit-Stiftung das Erbe von Ebelin und Gerd Bucerius an. So hat die Stiftung im Jahr 2000 die Bucerius Law School, die erste private Hochschule für Rechtswissenschaft in Deutschland, gegründet und 2002 das Bucerius Kunst Forum. Das Stiftungsvermögen beläuft sich auf knapp eine Milliarde Euro.

Die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus beschäftigt Tausende Forscher weltweit und beherrscht die Schlagzeilen. „Verständlicherweise, aber es gilt weiterhin auch Krankheiten wie Krebs, Demenz und Parkinson zu besiegen“, sagt Eva van Pelt, die Co-Vorstandsvorsitzende der Eppendorf AG. Der Hamburger Laborgerätehersteller unterstützt deshalb das Kinderkrebs-Zentrum mit einer Spende in Höhe von 20.000 Euro. Den Scheck nahm der Krebsforscher Prof. Ulrich Schüller entgegen. „Bösartige Hirntumore gehören zu den zweithäufigsten Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen. Trotzdem sind viele Hirntumor-Arten kaum erforscht und bis heute schwer behandelbar“, sagt er. Die Spende soll helfen, in Hamburg bessere Therapien zu entwickeln.

Udo Lindenberg hat als Musiker alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt – jetzt bekam er einen Preis für sein „außerordentliches und authentisches Engagement für die Verwirklichung des Rechts eines jeden Kindes auf ein Leben in Frieden und Würde“. So heißt es in der Begründung von Unicef Deutschland, das den Hamburger mit dem Unicef Ehrenpreis Kinderrechte auszeichnet. Lindenberg sei viel mehr als ein Musiker, er sei ein Träumer, ein Mensch mit Haltung, und für Unicef seit Jahren ein verlässlicher Freund und Unterstützer. Astronaut Alexander Gerst, Botschafter der Organisation, sagt dazu: „Udo ist ein Menschenfreund, der sich um die Zukunft unserer Kinder und unserer Welt sorgt.“ Lindenberg ist nach Shakira, Harry Belafonte und Vanessa Redgrave der vierte Prominente, der mit dem Ehrenpreis Kinderrechte ausgezeichnet wird: „Die ganze Würde des Menschen, eines jeden Kindes auf der ganzen Welt, das ist das erste Gebot“, sagt er. Und hat noch eine Botschaft: „Wir stehen alle auf der Sonnenseite des Lebens und dürfen niemals die vergessen, die im Schatten stehen und jetzt eine grausam harte Zeit durchmachen. Lasst uns am Start sein ...“

Um Udo Lindenberg und um viele andere Musiker geht es auch im Gute-Nacht-Podcast des Hamburger Abendblatts, der immer werktags um 21 Uhr auf www.abendblatt.de/podcast zu hören ist. Im Dezember ist Johannes Oerding zu Gast, der die durch Corona erzwungene Auftrittspause unter anderem für eine gemeinsame Auszeit mit Musiker-Kollege Vincent Weiss genutzt hat. Davon erzählt er am Abend genauso wie von seiner neuen Rolle als Gastgeber der TV-Sendung „Sing meinen Song“ – und natürlich geht es auch darum, wie im Hause Oerding/Ina Müller Weihnachten gefeiert wird.

„Ganz schön schwer“, sagte Ingo C. Peters, Direktor des Vier Jahreszeiten, als er die Trophäe für das „beste Hotel Deutschlands“ entgegennahm. Aber natürlich ist die Auszeichnung, an der Spitze des ersten wissenschaftlich fundierten Rankings der „101 besten Hotels Deutschlands“ zu stehen (Hamburger Abendblatt berichtete), keine Last, sondern eine Ehre. „Wir freuen uns riesig, denn es war auch ein langer und manchmal mühsamer Weg bis hierhin. Dieser Preis gehört meinem großartigen Team und auch meiner Frau Christiane, die mich immer unterstützt“, so Peters, der einst als Page in dem Luxushotel an der Binnenalster anfing und 15 Jahre später als Direktor wiederkehrte. Viele Kollegen aus der Spitzenhotellerie, darunter Dominik G. Reiner (Direktor im Mandarin Oriental München, Rang fünf der 101 Besten) und Korbinian Kohler (u. a. Inhaber Bachmair Weissach Spa & Resort, Platz 30) waren angereist, um zu gratulieren – und um über die Zukunft der Branche zu diskutieren. „Die Zeiten sind herausfordernd.

Allerdings ist Urlaub in Deutschland gefragter als je zuvor. Insofern bietet unser Ranking, das wir von nun an jährlich erstellen wollen, hoffentlich eine gute Orientierungshilfe“, sagte der renommierte Hotelexperte Carsten K. Rath (früher u. a. Hotel Adlon und Taschenbergpalais), der die Idee zur Rangliste mit dem „Handelsblatt“, der „Allgemeinen Hotel- und Gastronomie-Zeitung“ und der Internationalen Hochschule IUBH entwickelt und umgesetzt hat. Unter den Diskutanten auf dem Podium waren Wybcke Meier (TUI Cruises) und Christina Block, die das Familienunternehmen vertrat: „Für Hotels, Restaurants und die gesamte Veranstaltungsbranche ist die Lage seit Ausbruch der Corona-Pandemie wirklich hart.“

Sollten Sie jemals überlegen, ein erfolgreiches Geschäft zu gründen, dann denken Sie an Katzen. Süße Katzen! Mit ihnen haben zwei Hamburger gerade einen Spiele-Hit auf dem Smartphone gelandet. „Cat Escape“ hält sich seit mehreren Wochen in den Top-US-10-Gaming-Charts, darin hilft man einem niedlichen Tier, aus dem Wohnzimmer oder aus der Küche auszubrechen. Und weil sich das Spiel innerhalb von wenigen Sekunden selbst erklärt, gab es weltweit bereits fünf Millionen Downloads. „Das ist schon stark, dass unsere Firma in wenigen Wochen mit einem kleinen Team in Hamburg ein Spiel entwickelt hat, dass dann auf der ganzen Welt von Millionen Leuten gespielt wird“, sagt Jonas Thiemann. Der 30 Jahre alte Hamburger (und Hundebesitzer) führt das Unternehmen AppLike, das hinter dem Spiel steckt, gemeinsam mit seinem vier Jahre älteren Freund Carlo Szelinsky. In der Geschäftsführung sitzt außerdem Gruner+Jahr-CEO Julia Jäkel, da die App­Like Group zu 80 Prozent dem Verlag gehört.

Die beiden jungen Män­ner trafen sich vor Jahren bei einem Businessplan-Wettbewerb: Nachdem sie sich nur drei Tage kannten, gründeten sie ihr erstes Start-up, welches jedoch nach einem Jahr schon wieder pleite war. „Das war ein Lehre fürs Leben, wenn du dein eigenes Geld investiert und nicht mehr weißt, wie du im nächsten Monat die Miete bezahlen sollst“, sagt Carlo Szelinsky. Zu unerfahren seien sie gewesen, zu wenig fokussiert auf eigene Stärken. Jetzt haben sie 100 Mitarbeiter und erwarten im nächstes Jahr ein Wachstum von 50 Prozent. 2019 erwirtschafteten sie 50 Millionen Euro Umsatz. Ihr Geschäft läuft so gut, dass das Team gerade einen deutlich größeren Bürokomplex an der Alster mit 3000 Quadratmeter Fläche bezogen hat. Hier arbeiten Leute aus 30 Ländern, Geschäftssprache ist Englisch, die Diversität eines der Erfolgsrezepte. „Wir wissen durch unsere Kollegen aus China, Ägypten oder den USA ganz genau, wie unterschiedlich wir in den jeweiligen Ländern bei Meetings oder Telefonaten auftreten müssen“, erklärt Thiemann.

Der Falstaff Weinbar- und Cocktailguide 2021 hat den Hamburger Uwe Christiansen zum „Gastgeber des Jahres“ gekürt. Der Inhaber des „Christiansen’s“ sei ein Tausendsassa, „er lehrt Gastfreundschaft auf höchstem Niveau“. Als beste Neueröffnung erwähnt der Falstaff die Puzzle Bar von Drei-Sterne-Koch Kevin Fehling wegen der „Top-Auswahl an außergewöhnlichen Getränken und dem fantastischen Blick aus dem 15. Stock“. Und noch ein Hamburger Unternehmen ist dabei: Der Weinladen St. Pauli habe die beste Weinbar in einer Vinothek. „Ein unprätentiöses Konzept, das alles vereinbart, was das Herz des Wein trinkenden Menschen höherschlagen lässt“, heißt es.

Die Mitglieder des Hamburger Übersee-Clubs können sich jetzt schon mal auf den 14. Dezember freuen: An diesem Tag will der Club ihnen etwa Besonderes schenken, sagt Präsident Michael Behrendt, der gleichzeitig Vorsitzender des Aufsichtsrats von Hapag-Lloyd ist. Was es ist, wird noch nicht verraten – nur so viel: Es ist natürlich eine digitale Überraschung. Der Übersee-Club, der normalerweise seine Mitglieder jeden Monat zu Vorträgen aus Politik, Kultur und Wissenschaft einlädt, musste darauf in diesem Jahr seit März verzichten. „Wir haben uns damit beholfen, unseren Mitgliedern zumindest einige Online-Vorträge anzubieten“, so Behrendt. Auch aus einem anderen Club gibt es überraschende Neuigkeiten: Michael Kutej, Chef der Hanse-Lounge, verkauft beim Herrenausstatter Ladage & OelkePOers am Alten Wall vor Weihnachten Weine aus seinem Sortiment.(sla)

( sla/hs/vas/yw/hai )

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