Hamburg-Kolumne

Men in Blech: Auf diese Promis sind die Hamburger stolz

| Lesedauer: 10 Minuten
Das BoxSchool Event im Blockbräu im Februar 2020 Vereinsgründer Olaf Jessen, Sportstaatsrat Christoph Holstein und und HSV.e.V.-Präsident Marcell Jansen

Das BoxSchool Event im Blockbräu im Februar 2020 Vereinsgründer Olaf Jessen, Sportstaatsrat Christoph Holstein und und HSV.e.V.-Präsident Marcell Jansen

Foto: Matthias B. Scharf / Boxschool

Anekdoten aus der Gesellschaft, Rück- und Vorblicke auf Veranstaltungen – und alles über die wichtigsten Köpfe der Stadt.

Hamburg. Natürlich warf die Bürgerschaftswahl in dieser Woche überall ihre Schatten voraus. Aber dass Christoph Holstein am Donnerstagnachmittag die Jubiläumsfeier des Boxschool e. V. im Blockbräu an den Landungsbrücken besuchte, hatte mit Wahlkampf nichts zu tun. Zum einen, weil die mehr als 400 Jugendlichen, die für ihre Teilnahme an Kursen zur Gewaltprävention geehrt wurden, noch nicht wählen dürfen. Zum anderen, weil der Sportstaatsrat seit Jahren zu den Boxschool-Unterstützern zählt.

Auf wen die Hamburger stolz sind: Strunk, Nena, Dohnanyi und Co.

„Der Verein leistet einen wichtigen Beitrag. Die Jugendlichen lernen über das Boxtraining, sich an Regeln zu halten und Ziele mit Disziplin zu verfolgen. Das sind Werte, die ihnen fürs Leben helfen werden“, sagte er. Erstmals dabei waren Marcell Jansen, Präsident des HSV e. V., und der ehemalige Klitschko-Manager Bernd Bönte, die sich beide beeindruckt zeigten von der Atmosphäre in dem Gasthaus, das Eugen Block bereits zum achten Mal für die Veranstaltung zur Verfügung stellte.

Vereinsgründer und -vorsitzender Olaf Jessen, der mit 28 Schulen kooperiert und neben Boxkursen auch Ganztagsbetreuung anbietet, sagte: „Es macht mich stolz und glücklich, was wir in den zehn Jahren unseres Bestehens gemeinsam aufgebaut haben. Die Rückmeldungen zeigen, dass unsere Arbeit deeskalierend wirkt und dass die Kinder ruhiger werden. Einige begleiten wir sogar bis zum Schulabschluss. Das ist das schönste Lob für unsere tägliche Arbeit und der beste Motivator.“

Lezuis will eine Yagmur-Straße in Hamburg schaffen

Große Ehre für einen großartigen Hamburger: Im Turmsaal des Rathaus erhielt Michael Lezius in dieser Woche das Bundesverdienstkreuz. Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) überreichte dem Gründer der „Yagmur Gedächtnisstiftung“ den Orden in einer Feierstunde, zu der sich rund zwei Dutzend Verwandte, Freunde und Mitstreiter versammelt hatten, und bedankte sich bei dem 77-Jährigen für seinen unermüdlichen Einsatz für mehr Kinderschutz in der Gesellschaft.

Lezius, der selbst zwei Pflegekinder großgezogen hat, seit fünf Jahren eine Roma-Familie betreut und mit geflüchteten Kindern malt und Geschichten liest, wollte nach dem gewaltsamen Tod der dreijährigen Yagmur durch ihre Mutter im Dezember 2013 nicht zur Tagesordnung übergehen. Er gründete die Stiftung, verfolgte die Aufarbeitung des Falles im parlamentarischen Untersuchungsausschuss und veranstaltet jedes Jahr an Yagmurs Todestag im Dezember eine große Gedenkveranstaltung im Rathaus. In seiner Dankesrede sagte Lezius, er nehme den Orden stellvertretend für alle an, die sich täglich in Hamburg vor allem für die 70.000 Kinder einsetzen, die an der Armutsgrenze leben.

Und er bleibe im Unruhestand. Lezius will eine Yagmur-Straße in Hamburg schaffen und ein Denkmal für die neun Kinder, die seit 2004 von ihren Eltern getötet wurden: „Für solch ein Mahnmal stelle ich 50.000 Euro zu Verfügung.“ Außerdem setzt er sich dafür ein, dass es in allen 116 Hamburger Stadtteilen zukünftig einen Kinderschutzbeauftragten gibt: „Damit in dieser Stadt nie wieder ein Kind stirbt, das unter staatlicher Obhut steht.“

Detlef Wutschik mit seiner Kultfigur Werner Momsen besonders gefeiert

Jedes Jahr entscheidet sich Pflegen & Wohnen Hamburg, mit 2690 Plätzen an 13 Standorten größter Pflegeheim-Betreiber der Hansestadt, für ein neues Kulturmotto. In der vergangenen Woche bat Thomas Flotow, Sprecher der Geschäftsführung, zu einem „Lachen-ist-gesund“-Abend in die Komödie Winterhuder Fährhaus. Besonders gefeiert: Detlef Wutschik mit seiner Kultfigur Werner Momsen.

Den musikalischen Part übernahm das Ensemble Men in Blech, Holger Wemhoff (Klassik-Radio) moderierte. Cornelia Leisch, ausgebildete Trainerin für Lach-Yoga, zeigte, wie sie besonders alten Menschen das Lachen zurück- beziehungsweise beibringt. Unter den Gästen waren auch Mitglieder des Vereins Klinik-Clowns. Flotow überreichte dem Vorstand eine Spende von 3000 Euro. Was nur wenige wissen: Die Klinik-Clowns verbreiten auch in Pflegeheimen Fröhlichkeit.

ARD-Themenabend im Side Hotel mit Veronica Ferres

Im Side Hotel wurde ein besonderer Themenabend der ARD vorgestellt. Am 1. April dreht sich dort nämlich alles um das Thema Waffenhandel. Um die Dokumentation und den dazu passenden Spielfilm zu präsentieren, waren die Hauptdarsteller Veronica Ferres, Katharina Wackernagel und Axel Milberg gekommen. Aber auch Regisseur und Autor Daniel Harrich, der verantwortliche Redakteur Manfred Hattendorf und der Menschenrechtsanwalt Christian Schliemann berichteten von dem besonderen Projekt. Das Erste zeigt am 1. April ab 20.15 Uhr den investigativen Fernsehfilm „Meister des Todes 2“, die Fortsetzung eines Films aus dem Jahr 2015.

Anschließend wird die Dokumentation „Tödliche Exporte 2“ ausgestrahlt. In dem Streifen sind auch Heiner Lauterbach, Désirée Nosbusch, Udo Wachtveitl, Heinz Hoenig und Oliver Mommsen zu sehen. „Meister des Todes 2“ wärmt aber nicht Bekanntes auf, sondern führt die Zuschauerinnen und Zuschauer in die nächste Instanz. „Die Waffenhändler stehen vor Gericht, sollen endlich zur Verantwortung gezogen werden“, schreibt ARD-Programmdirektor Volker Herres über das Projekt. „Daniel Harrich ist wieder ein aufrüttelnder Film gelungen, der einmal mehr von sehr eindringlichen Fakten inspiriert ist.“ Der erste Themenabend 2015 erhielt übrigens für besondere journalistische Leistungen und die Nachhaltigkeit der Recherche den Grimme-Preis.

Nena und Tochter Larissa Kerner besuchen Vernissage in Hamburg

Dass sie ein sehr gutes Mutter-Tochter-Gespann sind, haben sie schon oft bewiesen. In dieser Woche sind sie wieder einmal gemeinsam in Hamburg aufgetreten, allerdings in einem anderen Zusammenhang als bisher. Sängerin Nena besuchte nämlich die Vernissage ihrer Tochter Larissa Kerner. Doch damit nicht genug. Auch deren Vater Benedict Freitag, ihr Zwillingsbruder und sogar ihre Oma waren zu der besonderen Veranstaltung gekommen. Insgesamt knapp 300 Gäste folgten der Einladung von Nisfican Roloff-Ok. „Mit so einer Resonanz habe ich nicht gerechnet“, sagt Roloff-Ok, die die Galerie in der HafenCity seit acht Jahren betreibt. „Das war wirklich ein besonderer Abend.“

Nena sei unheimlich aufgeschlossen gewesen, habe geduldig ein Selfie nach dem anderen gemacht. Und sogar ein Bild ihrer Tochter erworben. Bis tief in die Nacht sei gemeinsam gefeiert worden. Aber die Vernissage war auch aus einem anderen Grund besonders für Roloff-Ok. Es war die 60. Ausstellung in der Kunstkantine, die sich in den vergangenen Jahren zu einem Geheimtipp entwickelt hat. Larissa Kerner hat das Malen übrigens erst vor einigen Jahren so richtig für sich entdeckt. Viele ihrer Bilder sind Selbstporträts, berichtet Roloff-Ok. Die aktuelle Ausstellung heißt „Vorsicht“. Die Werke von Larissa Kerner sind noch bis zum 17. März zu sehen.

Ex-Bahn-Chef Grube versucht sich als Moderator

Rüdiger Grube kennen die meisten Hamburger als ehemaligen Chef der Deutschen Bahn (und als Ehemann von Cornelia Poletto). Jetzt versucht sich der Unternehmer auch als Moderator: Am kommenden Dienstag ist sein erster Kneipen-Politik-Talk im Brospieker in der Goernestraße geplant. Zu Gast sein wird der ehemalige EU-Kommissar Günther Oettinger, er spricht mit Grube über die Frage, ob Europa eine Zukunft hat. Für die Verpflegung der Gäste sorgt – natürlich Cornelia Poletto. Vom Eintrittspreis gehen zehn Euro an die Off Road Kids Stiftung.

„Summer of Love“: Es klingt schon etwas gewagt, im Fe­bruar eine Veranstaltung unter dieses Motto zu stellen. Und das bei den eher als zurückhaltend geltenden Juristen. Beim Ball der Hamburger Juristen tanzten rund 400 Gäste durch die Säle des Hotels Grand Elysée, in teils ausgesprochen farbenfrohen Outfits – inklusive aufwendigem Blumenschmuck für die Frisuren der Damen. Passend dazu waren die Räume leicht psychedelisch dekoriert.

Dorothee Stapelfeldt, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, besuchte die Veranstaltung genauso wie Justizsenator Till Steffen. Dazu kamen jede Menge prominente Juristen und Präsidenten mehrerer Berufskammern, wie etwa Marc Tully (Präsident des Landgerichts Hamburg), Wolfgang Siewert (Präsident des Landessozialgerichts) und Friedrich-Joachim Mehmel (Präsident des Oberverwaltungsgerichts). Die letzten Gäste sollen gegen drei Uhr am Sonntagmorgen das Elysée verlassen haben. Gastgeber waren der Hamburgische Notarverein, der Hamburgische Richterverein und der Hamburgische Anwaltsverein.

„Nach Notat zu Bett“ mit Entertainer Heinz Strunk

Der Rahmen war auch für einen erfahrenen Mann wie Heinz Strunk eher ungewöhnlich. Der Musiker, Autor und Entertainer hat in der Spielbank Hamburg Geschichten und passende Anekdoten aus seinem Erzählband „Das Teemännchen“ vorgetragen. „Der Auftritt heute ist etwas ganz Besonderes für mich. Zwar bin ich hin und wieder zu Gast im Casino – schön jedoch, die Spielbank auch mal aus einem anderen Blickwinkel kennenlernen zu können“, sagte er. Besonders gefallen habe ihm die direkte Nähe zum Publikum.

Eine so direkte Ansprache, den Blick in die Gesichter eines jeden einzelnen Gastes – das sei er von anderen Veranstaltungsorten so nicht gewohnt. Bereits Wochen im Voraus waren die Karten für die Veranstaltung ausverkauft. Strunk ist derzeit ein viel beschäftigter Mann. Da gibt es unter anderem sein aktuelles Live-Programm „Nach Notat zu Bett“, mit dem er durch ganz Deutschland tourt. Dazu kommen die Vorbereitungen seines Theaterstücks „Der goldene Handschuh“ im Hamburger Schauspielhaus.

Philipp Westermeyer live am Wahlabend live aus der Abendblatt-Redaktion

Den Geburtstag der Woche feierte OMR-Gründer Philipp Westermeyer in den Räumen seiner Firma im Schanzenviertel – mit vielen Freunden und Kollegen. Unter anderem dabei waren Werber und Podcaster Michael Trautmann, Agentur-Chef Bernhard Fischer- Appelt und Jan Bechler (Finc3). Ach ja: Westermeyer wurde 41.

Er ist übrigens auch einer von rund 20 Gästen bei der Sondersendung des Hamburger Abendblatts zur Bürgerschaftswahl am kommenden Sonntag (18 bis 22 Uhr). Erwartet werden dort auch Kunsthallen-Chef Alexander Klar, Amelie Deuflhard (Kampnagel) und Altbürgermeister Klaus von Dohnanyi.

( bj/haa/pw/sla/hai )

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Persönlich