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Kiez trauert um Salambo-Gründer René Durand

St. Pauli. Er gründete in den 60er-Jahren das weltberühmte Erotiktheater Salambo an der Großen Freiheit und brachte Live-Sex auf die Bühne von St. Pauli. Jetzt ist René Durand tot. Der 85-Jährige starb nach schwerer Krankheit am Donnerstag in Hamburg. Das bestätigte Kiez-Fotograf Günter Zint, ein enger Freund Durands, dem Abendblatt.

Durand hatte bereits mehrere Herzinfarkte hinter sich, seine Organe arbeiteten zuletzt kaum noch. Zuletzt lebte er in Frankreich, Marokko und in Estorf-Behrste bei Stade, wo sein alter Freund Günter Zint sich um ihn kümmerte. Im Oktober 2012 brachten Notärzte René Durand ins UKE, noch kurz vor Weihnachten zog er dann zu seiner Tochter Yvonne, 54.

Das Leben des einstigen "Sex-Papstes" wurde gerade für Fernsehen und Kino verfilmt. Günter Zint, ehemals Hausfotograf des Salambos, hat den Franzosen vor der Kamera erzählen lassen. Aus dem Material entsteht auch ein Buch mit dem Titel "René Durand - eine ganz besondere Biografie".

Das Salambo war weit über Hamburg hinaus für äußerst freizügige Shows bekannt. Das Ordnungsamt schloss das Etablissement mehrmals wegen Verdachts auf Förderung der Prostitution. Da der Verdacht nie bewiesen wurde, eröffnete Durand das Haus immer wieder. 1983 musste das Theater nach einem Großbrand aus dem ehemaligen Star-Club in ein Nachbarhaus umziehen. 1997 dann die endgültige Schließung. An der Großen Freiheit 11 ist heute der Tabledance-Club Dollhouse untergebracht.

( (ug/HA) )

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