Unter Schwestern

Über den roten Teppich der "Sister Act"-Premiere ging auch Whoopi Goldberg. Sie lachte, obwohl sie vor Kurzem einen Schicksalsschlag erlitt

St. Pauli. Lange war nicht hundertprozentig sicher, dass Whoopi Goldberg tatsächlich den Weg von New York nach Hamburg auf sich nehmen würde. Doch sie hat, Ehrensache unter Schwestern. Gestern Abend schritt der 54 Jahre alte Weltstar mit dem gewohnt breiten Grinsen im Gesicht über den roten Teppich des TUI-Operettenhauses auf der Reeperbahn. "Ich glaube, es gibt einfach nichts Besseres, als Nonnen singen zu hören", sagte Goldberg und spielte damit auf den unglaublichen Erfolg des zugrunde liegenden Films und die Musical-Adaptionen an. "Außerdem beginnt die Geschichte in einem Nachtklub - da, wo alle guten Storys beginnen", sagte Goldberg augenzwinkernd.

Gut aufgelegt war sie schon den ganzen Tag. Keine Spur von Jetlag nach ihrem Flug aus den Vereinigten Staaten. Eher Unternehmungslust. Um kurz vor sieben landete Goldberg und checkte im Hotel Vier Jahreszeiten ein. Die Zeit bis zur nachmittäglichen Interviewrunde nutzte sie, um sich anzuschauen, wie ein europäischer Weihnachtsmarkt so aussieht. "Wunderschön", schwärmte sie nach dem Besuch der Stände des historischen Weihnachtsmarkts vor dem Rathaus. Besonders angetan hatten es ihr selbst gemachte Hüte und geschnitzte Figuren aus dem Erzgebirge.

Allerdings wisse sie noch nicht, wie sie in diesem Jahr Weihnachten tatsächlich feiere. "Ich habe Ende August meine Mutter verloren, mein Bruder und ich sind nun ohne sie", sagte Goldberg ruhig auf eine Frage des ZDF. Ihr fehle der "Radar". "Ich habe ja keine Erfahrung, wie es sein wird, ohne sie zu sein an diesem Tag."

Dennoch freute sie sich sehr, endlich die gesamte Vorstellung der deutschen Version von "Sister Act" und ihren Schützling Zodwa Selele (sie bekam Goldbergs Stimme beim finalen Casting in London) zu sehen. Und auch alle anderen Gäste wie die Boxerin Ina Menzer und Ex-Kollegin Regina Halmich (hatte am Nachmittag noch Kurse gegeben), HSV-Spieler Mladen Petric, Sängerin Nena, Marie-Luise Marjan (wollte unbedingt "Lieblingskollegin" Daniela Ziegler sehen) und Entertainer Ross Anthony, die sich durch das Schneegestöber über den roten Teppich in eisiger Kälte kämpften, hatten die Verfilmung mit Goldberg in der Hauptrolle im Hinterkopf.

Den Nonnenchor hatten auch bereits einige beim Styling im Sinn. So kam Olivia Jones gleich in glitzernder Kutte und knallroten Overknees (in diesem Outfit posierte sie auch mit Goldberg, die sie nur erstaunt und sprachlos ansah), Carolin Fortenbacher in Lackstiefeln und Paillettenkleid und Moderatorin Bettina Tietjen mit Fellstola in Lila.

Goldberg selbst unterstrich ihren Typ mit Piratenhut, roten Handschuhen und gefütterten Fellpuschen. Lässig, war ja schließlich ein Heimspiel.