Zwei Schauspielerinnen berichten

Klimatischer Wechsel

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Andrea Sawatzki und Maren Kroymann über ihre Erwartungen an und ihre Erfahrungen mit den Wechseljahren.

Hamburg. Wechseljahre, Wandeljahre, die persönliche klimatische Veränderung - irgendwann trifft es jede Frau. Die Schauspielerinnen Andrea Sawatzki und Maren Kroymann stellten sich dem Thema für eine TV-Serie auf humorvolle Art vor der Kamera. Zusammen waren sie in Hamburg zu Besuch - sprachen mit dem Abendblatt über ihre persönlichen Erwartungen an und Erfahrungen mit dem "Klimakterium".

"Ich hoffe, dass ich zu den wenigen gehöre, die nicht betroffen sind", sagt die 47-jährige Andrea Sawatzki, die zusammen mit ihrem Freund Christian Berkel und ihren zwei Söhnen in Berlin wohnt.

Das Phänomen Wechseljahre und Midlife-Crisis erklärt sich die Schauspielerin folgendermaßen: "Ich glaube, es ist bei vielen der Fall, dass sie ab einem gewissen Alter merken: Das ist nun die Mitte des Lebens. Dann verspüren sie eine innere Leere und denken sich 'Ich habe noch nichts im Leben erreicht.'" Ihrer Meinung nach sei es einfacher damit umzugehen, wenn man über ein erfülltes Inneres verfüge. Im Alter von 20 bis 30 Jahren hatte sie immer neue Cremes, war ständig geschminkt und trieb Sport bis zum Umfallen. "Mit dem Alter wird man aber gelassener", sagt sie lachend.

Dem stimmt auch Schauspielkollegin Maren Kroymann zu: "Ganz genau. Mein schwierigster Geburtstag war der 27. Eine Beziehung war gerade zu Ende, und ich entdeckte auch noch die ersten Falten im Spiegel. Jetzt bin ich 60 Jahre alt, und der Geburtstag war easy." Mit dem Alter sei sie zufriedener und glücklicher geworden. Zurzeit lebt sie mit ihrer Lebensgefährtin Claudia Müller in Berlin-Charlottenburg. Die Wechseljahre hat sie bereits hinter sich gelassen. Über den Anfang sagt sie: "Erst war ich verwirrt. Es passierte, als ich im Stress war - bei Dreharbeiten. Ich hatte klassische Symptome wie Herzrasen, Schlafstörungen, mit den Nerven war ich schnell am Ende. Also dachte ich zunächst, ich hätte Herzprobleme."

Sie findet es gut, dass der "Klimawechsel der Frau" langsam kein Tabuthema mehr ist: "Bei meiner Mutter war das noch anders. Sie gehörte aber auch einer Generation an, die die Kinder durch den Zweiten Weltkrieg gebracht hat. Da wurde dann erst recht nicht über solche "Wehwehchen" gesprochen. Erst später habe ich begriffen, was los war."

Bei Frauen gerät also das hormonelle Gleichgewicht aus den Fugen. Doch was ist mit den Männern? Beide sind sich einig: Frauen hätten einen "körperlichen, Männer einen psychischen Verfall". Deshalb gebe es bei vielen Männern um die 50 auch "den Paradigmawechsel hin zur jüngeren Partnerin", ist sich Kroymann sicher. Sawatzki kann ihr da nur beipflichten: "Männer brauchen Bewunderung. Die bekommen sie dann vielleicht von ihrer Frau nicht mehr, da sie sich schon so lange kennen."

Beide Schauspielerinnen sind vom 7. April an in der sechsteiligen Serie "Klimawechsel" zu sehen. (ZDF, 20.15 Uhr).