Die Ehefrau des Sängers Marius Müller-Westernhagen hat die Schirmherrschaft für das Bildungsbündnis “Club der Löwinnen“ übernommen.

Hamburg. Eigentlich wollte sie nie im Rampenlicht stehen. Keine Interviews geben und erst recht nicht an Pressekonferenzen teilnehmen. "Es gab bisher einfach keinen Grund dafür", sagt Romney Müller-Westernhagen. Jetzt gibt es einen. Für das Bildungsbündnis "Club der Löwinnen" hat die Ehefrau des Sängers Marius Müller-Westernhagen ihre Scheu abgelegt. Sie hat die Schirmherrschaft übernommen und das vom Kinderhilfswerk "Plan International Deutschland" und Disneys "König der Löwen" gegründete Projekt gestern auf der Bühne des Musical-Zeltes der Öffentlichkeit vorgestellt. Bevor sie sich ins Scheinwerferlicht und Blitzlichtgewitter wagte, sprach sie mit dem Abendblatt.

In ihr stecke eine "ruhige Löwin", sagt Romney Müller-Westernhagen. "Meine Krallen fahre ich nur aus, wenn ich herausgefordert werde". Durch Ungerechtigkeit und Grausamkeit, besonders aber, wenn Kinder darunter leiden müssten. In Afrika hätten Mädchen eine schlechtere Chance auf Schulbildung als Jungen. Der "Bund der Löwinnen" wolle an der Ihanamilo Secondary School in Tansania ein Mädcheninternat mit 100 Betten bauen, um den Mädchen so den Besuch einer weiterführenden Schule und einen Schulabschluss zu ermöglichen. "Keinem Kind darf das Recht auf Bildung verwehrt werden", sagt Romney Müller-Westernhagen energisch. Internationalität ist ihr quasi in die Wiege gelegt - ihre Vorfahren stammen aus vier Kontinenten: Jamaika, Indien, China, Afrika, Amerika, Panama und Schottland. "Dass ich jetzt an die Öffentlichkeit trete, ist ein ,sacrifice', ein ganz persönliches Opfer für dieses Projekt, denn unser Privatleben ist uns sehr heilig."

Mit ihrem Mann unterstützt sie Plan International seit 20 Jahren. Drei Patenschaften haben sie bisher übernommen. Außerdem engagieren sie sich für eine Schule in Südafrika, einem ihrer Lieblingsplätze auf dieser Welt. "Es ist ein magisches Land", sagt sie, "mit einer speziellen Energie". Seit vier Jahren reisen ihr Mann und sie regelmäßig dorthin; wenn das Mädcheninternat fertig ist, werden sie auch Tansania besuchen.

Der "Bund der Löwinnen" ist ihr erstes eigenes Projekt. "Außer meinem Hobby, dem Fotografieren, mache ich kaum etwas, das nichts mit Marius zu tun hat", sagt Romney Müller-Westernhagen. Sie begleite ihn zu allen Auftritten, halte ihm den Rücken frei für seine Musikprojekte und sei ansonsten ein "domestic manager", wie sie ihr Tun als Hausfrau umschreibt.

Aufgewachsen ist sie in New York. Dort studierte sie an einer der renommiertesten Kunsthochschulen, später arbeitete sie als Mode-Illustratorin in Italien. Seit 21 Jahren ist sie mit Marius Müller-Westernhagen verheiratet. Jeder brachte ein Kind mit ihn diese Ehe: er Tochter Mimi, sie Sohn Giulio. "Eine klassische Patchworkfamilie", sagt die "Club der Löwinnen"-Schirmherrin. Ein Klopfen an der Tür beendet ihr erstes Interview. Zeit für Romney Müller-Westernhagen, auf der Bühne mit Marianne Raven von Plan Deutschland und Stephan Jaeckel von Stage Entertainment ihre erste Pressekonferenz zu geben. Ihre Nervosität lässt sie sich nicht anmerken.

Zum Schluss ist sie schließlich ganz in ihrem Element: im Blitzlichtgewitter der Fotografen präsentiert sie ein rotes T-Shirt mit "Bund der Löwinnen"-Aufdruck. Es kostet 19,95 Euro, fünf Euro davon gehen an Plan International Deutschland.

www.bund-der-loewinnen.de