Unternehmer

Wie Merkel Ian Karan überredete

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 war Ian Karan einer der Ersten, der die Deutschlandfahne an seinem Auto befestigte und so seine Solidarität für das Land ausdrückt, in dem er seit 39 Jahren lebt.

"Ich fühle eine Verbundenheit mit Deutschland, die Mentalität kommt mir sehr entgegen", sagt der Unternehmer. Aktuell besitzt er den britischen Pass, "doch seit 20 Jahren denke ich darüber nach, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, da ich mich hier sehr wohl fühle." Dies sei jedoch keine einfache Entscheidung, man wechsle diese ja nicht wie seine Hemden.

Jetzt aber ist der richtige Zeitpunkt gekommen, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) selbst forderte ihn dazu auf. Von Maria Böhmer, der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, kam die Nachricht nach einer Veranstaltung der Körber-Stiftung zu Karan: "Sie sagte, Frau Merkel würde sich freuen, wenn ich mit gutem Beispiel vorangehen und die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen würde."

Karan füllt nun Formulare aus, schaut sich die Testfragen an. "Auch wenn die Kanzlerin es wünscht, die bürokratischen Mühlen mahlen eben langsam", sagt der Mäzen der Stadt und lacht. Merkel selbst kennt Karan mittlerweile etwas besser als die meisten, er hat sie schon einige Male getroffen. "Das letzte Mal im Februar, da saßen wir nebeneinander, als wir mit sechs weiteren Hamburger Kaufleuten in einem Privathaus gegessen haben", erzählt Karan, "sie ist eine hochintelligente Frau, die mich sehr beeindruckt. Es ist toll, wie sie mit Menschen umgeht und schwierige Sachverhalte verständlich erklärt." Deshalb machte er auch gerne mit, als er und weitere 20 Prominente angefragt wurden, ein Statement für eine Presseerklärung für die Kanzlerin im Wahlkampf abzugeben. "Jemanden, den ich so schätze, unterstütze ich gern", so Karan. Wenn die Kanzlerin Mitte September wieder in Hamburg ist, will Karan ihr erzählen, dass der Antrag auf Einbürgerung schon längst in der Post ist.