Neues Projekt

Tokio Hotel macht Mode für H&M

Wie das Abendblatt erfuhr, sind Sänger Bill und Gitarrist Tom Kaulitz (beide 19) mit Schlagzeuger Gustav Schäfer (20) und Bassist Georg Listing (22) bei der neuen H&M-Kampagne "Fashion against Aids" (Mode gegen Aids) dabei.

Manager David Jost sagt nur: "Wir sind der Auffassung, dass das Stalking-Thema fortan allein mit rechtlichen Mitteln aufgearbeitet werden kann und muss." Doch abtauchen wollen die erfolgreichen Musiker aus Magdeburg, die 2008 bei den MTV Video Music Awards zur besten Nachwuchsband gekürt wurden, deswegen trotzdem nicht. Wie das Abendblatt erfuhr, sind Sänger Bill und Gitarrist Tom Kaulitz (beide 19) mit Schlagzeuger Gustav Schäfer (20) und Bassist Georg Listing (22) bei der neuen H&M-Kampagne "Fashion against Aids" (Mode gegen Aids) dabei.

Sie befinden sich dabei in bester (Musiker-)Gesellschaft. Ebenso wie international bekannte Künstler wie Katy Perry, Yoko Ono und der Burlesque-Tänzerin Dita von Teese haben sie T-Shirts, Bodys, Jerseykleider und Tops gestaltet, deren Erlös Aids-Projekten zugutekommt. Der Verkauf beginnt am 28. Mai. "Die Designs erinnern durch ihre weißen, hellen und von Graffiti inspirierten Prints an den 80er-Jahre-Look. Mädchen tragen die Teile zu kurzen Röcken oder ausgewaschenen Jeans", sagt H&M-Chefdesignerin Ann-Sofie Johannson. "Jungs am besten mit hochgerollten Chinos oder farbigen Hosen." Rückblick: Es war in der Nacht zum 16. April, als es an einer Hamburger Tankstelle zu einer Auseinandersetzung zwischen den Mitgliedern von Tokio Hotel und aufdringlichen Fans kam. Dabei wurde eine 21-Jährige im Gesicht verletzt. Sie hatte der Polizei erzählt, dass sie Tom Kaulitz erkannt habe und ein Foto von ihm machen wollte. Daraufhin habe der Gitarrist eine brennende Zigarette nach ihr geworfen, die sie auf der Scheibe seines Autos ausgedrückt habe. Nach Darstellung des Opfers endete die Begegnung in einer Schlägerei.

Doch was dann folgte, war eine Art Hilferuf der Band. Seit Monaten würden aggressive Fans den erfolgreichen Musikern, die mit Hits wie "Durch den Monsun" die Charts stürmten, nachgestellt, sagte ihr Manager der Deutschen Presseagentur. "Diese vermummten Mädchen sind keine Fans, sondern das sind militante Stalker. Das hat mit wahrem Fantum nichts zu tun", sagt David Jost. Angeblich habe sich eine französische Gruppe namens "Les Afghanes on Tour" zu den Übergriffen bekannt. "Die Musiker und ihre Familien wechseln deshalb seit Monaten ständig ihren Wohnsitz."

Stalking (aus dem englischen to stalk, anschleichen) bezeichnet hartnäckiges Verfolgen in einer Mischung aus Eifersucht und Fanatismus und ist ein Straftatbestand. In Deutschland stehen darauf bis zu drei Jahre Haft. Prominente zahlen oft einen hohen Preis für ihre Bekanntheit. So weit soll es bei Tokio Hotel nicht kommen. (sas/ari/cru)