Pferdesport: 140. Derby

Das Glück der Erde liegt in den Händen der Frauen

Kaffee-Klatsch bei Darboven: Wiener Walzer, Frantic Storm oder Oriental Lion? Bei Weinschorle, Kuchen und Roastbeef fachsimpelten die Damen der Gesellschaft weniger über schräge Hutmodelle oder attraktive Begleiter.

Viel wichtiger waren die vierbeinigen Favoriten beim Rennen um den IDEE-Preis.

Zum 140. Deutschen Derby lud der Kaffeeröster, der spontan als Hauptsponsor eingesprungen war, ins alljährliche VIP-Zelt auf die Horner Rennbahn. Und nicht nur modisch lagen die Frauen mit gepunkteten Seidenkleidern und geblümten Kostümen weit vorn. "Wetten hat etwas mit Intuition zu tun, und das ist ja nun einmal Frauensache", sagte Katharina Feddersen, die mit ihrem Mann, Architekt André Poitiers, die Party besuchte - diesmal mit 250 Gästen deutlich kleiner als im Jahr zuvor. Der Stadtplaner fand den kleineren Rahmen viel gemütlicher: "Man kommt viel besser mit Kunden und Freunden ins Gespräch", sagte Poitiers.

Dagmar Berghoff genoss mit Wilhelm Wieben und Heike Jahr die Sonne auf der VIP-Terrasse, während die Rassepferde vorbeipreschten. "Ich habe solidarisch auf Bolivia, die einzige Stute im neunten Rennen, gesetzt", sagte die ehemalige "Tagesschau"-Sprecherin. Die entpuppte sich leider als chancenloser Außenseiter. "Ich habe schon viel gewettet, aber noch nichts gewonnen." Mehr Glück hatten die hübschen Töchter von Finanzsenator Michael Freytag, Cristina (18, mit einem Hut aus New York) und Victoria (19). "Sie setzen meist auf Außenseiter und haben schon häufig gewonnen", sagte der Senator sichtlich stolz.

Auch sonst zeigte sich Hamburgs Politprominenz Derby-begeistert: Neben Sozialsenator Dietrich Wersich kam Christoph Ahlhaus mit seiner Gattin. "Bei Pferden gehe ich nach Optik, danach entscheide ich dann, auf welches ich setze", verriet Simone Ahlhaus. "Genauso hat meine Frau mich auch ausgewählt", scherzte der Innensenator. Am Ende siegten weibliche Intuition - und Wiener Walzer.