Lesen im Lichterglanz

| Lesedauer: 5 Minuten

Weihnachtsbücher gibt es für jedes Alter. Alexandra Maschewski hat eine Auswahl zusammengestellt

Es begab sich aber zu der Zeit... So beginnt die biblische Weihnachtsgeschichte, die traditionell an Heiligabend nicht nur in der Kirche, sondern auch in vielen Familien vorgelesen wird. Ist doch auch herrlich: Der Weihnachtsbaum leuchtet vor sich hin, alle haben Zeit – der perfekte Moment, um zu einem Buch zu greifen. Wir haben eine kleine Auswahl an weihnachtlicher Lektüre zusammengestellt, an der nicht nur Kinder Freude haben.

Für die Kleinen

Noch nichts von der kleinen Hexe Lisbet gehört? Das sollte sich unbedingt ändern. Fünf entzückende Bücher hat die Belgierin Lieve Baeten verfasst und selbst illustriert, darunter auch „Die kleine Hexe feiert Weihnachten“ mit ausklappbaren Seiten. Statt Weihnachtsmann werden die Geschenke – wie könnte es anders sein – von der Weihnachtshexe gebracht. Doch noch bevor Lisbet dazu kommt, ganz in Ruhe ihren Weihnachtsbaum zu schmücken, bittet die Weihnachtshexe sie, auf ihre kleine Nichte Trixi aufzupassen. Das Hexenkind sorgt für gehöriges Durcheinander in Lisbets gemütlichem Baumhaus, dazu kommen noch andere unerwartete Gäste. Doch am Ende strahlt der Tannenbaum, und Hexenkind Trixi kann endlich allein auf dem Besen fliegen.

Für Vorschulkinder

Es soll auch Erwachsene geben, die alle Jahre wieder ins Regal greifen, um „Wo der Weihnachtsmann wohnt“ vom finnischen Kinderbuchautor Mauri Kunnas zu lesen. Und plötzlich unaufgefordert antworten: „Am Korvatunturi!“ Wer wissen möchte, wie genau es dort zugeht, dem sei viel Spaß gewünscht mit Herrn, aber auch Frau Weihnachtsmann, die jeden Morgen Haferbrei für die fleißige Wichtelschar kochen: für Bartel Leimbart, Schraubenschorsch und Petra Pinsel, die fast das ganze Jahr über damit beschäftigt sind, Spielzeug anzufertigen. Man sollte sich ein wenig Zeit nehmen, um die farbenfrohen Zeichnungen zu betrachten, sonst entgeht noch ein Detail. Und das wäre sehr schade! Schließlich erfährt man Erstaunliches, zum Beispiel, was der Weihnachtsmann und seine Helferlein im Sommer so tun, wenn in Lappland die Sonne nicht untergeht. Oder auch im Spätherbst, wenn die Kundschafterwichtel nachschauen, wie die Menschenkinder sich so benehmen. Und wenn der Weihnachtsmann dann am 24. Dezember aufbricht, den Rücken dick mit Rheumasalbe eingeschmiert, dann beginnt eine kleine Weltreise. Zum Abschluss wird auch am Korvatunturi gefeiert. Tipp: Die fröhliche Geschichte gibt es auch als Hörbuch, liebevoll eingelesen von Dirk Bach.

Für Grundschulkinder

„Codewort 007“ heißt die Detektivserie der norddeutschen Autorin Antonia Michaelis. Im Band „Alarm im Advent“ (ab acht Jahren) dreht sich alles darum, einen vorweihnachtlichen Fall zu lösen. Berlin ist voller Weihnachtsmänner, die den Passanten Reklamezettel in die Hand drücken. Einer verteilt seltsame Visitenkarten – und fällt dem geübten Blick von Pelle, Max und Bella natürlich sofort auf. Tatsächlich sucht die Polizei einige Tage später genau nach diesem Mann! Wie gut, dass die Kreuzberger Kinderbande es schafft, das Rätsel pünktlich zu Heiligabend zu lösen.

Für Jugendliche

Die rasante Geschichte von Dash und Lily spielt im vorweihnachtlichen New York. Der 16-jährige Dash entdeckt in einer Buchhandlung ein rotes Notizbuch, in dem ein Mädchen namens Lily den Finder zu einem geheimnisvollen Such-und-Find-Spiel auffordert. In den Folgetagen schicken sich die Jugendlichen quer durch Manhattan, tauschen ihre Gedanken dabei über das Notizbuch aus. Und derjenige, der „Dash & Lilys Winterwunder“ (ab 13 Jahren) liest, sehnt immer mehr den Moment herbei, in dem sich die beiden endlich persönlich kennenlernen.

Für Kleine und Große

Im Dezember 1843 wurde „A Chistmas Carol“ von Charles Dickens zum ersten Mal veröffentlicht. Seitdem wurde „Eine Weihnachtsgeschichte“ unzählige Male verlegt, verfilmt und auf die Bühne gebracht. Alles dreht sich um den hartherzigen Ebenezer Scrooge, dem in einer Nacht nicht nur sein ehemaliger Geschäftspartner Jacob Marley erscheint, sondern auch die Geister der vergangenen, gegenwärtigen und zukünftigen Weihnacht. Sie alle bringen den Geizhals (der übrigens Vorbild für Dagobert Duck war) dazu, sein Leben zu ändern. Den Klassiker gibt es selbstverständlich auch schön illustriert, damit alle etwas davon haben können.

Im Sammelband „Weihnachten, als ich klein war“ erzählen insgesamt 18 Schriftsteller aus sieben verschiedenen Ländern in abgeschlossenen Geschichten von ihren ganz persönlichen Kindheitserinnerungen. Auch du, deine Eltern und Großeltern werden sicher viele bekannte Namen entdecken wie Erich Kästner, Astrid Lindgren, Otfried Preußler und Christine Nöstlinger. Alle Autoren schreiben von ihren Wünschen und von ihren Träumen. Und auch davon, wie die besondere Atmosphäre am Heiligen Abend mit funkelnden Kerzen und dem Duft des Tannenbaums selbst ein Weihnachtsfest in schlechten Zeiten zu etwas ganz Besonderem machen kann.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Magazin