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Größtes Obstanbaugebiet in Nordeuropa

Das Alte Land ist ein Apfelparadies direkt vor den Toren Hamburgs entlang der Niederelbe. Wer Ende April/Anfang Mai in die Marsch fährt, erblickt ein Blütenmeer aus Weiß und Rosa. Etwa 4500 Bienenvölker schwärmen dann aus, damit 17 Millionen Obstbäume im Spätsommer Früchte tragen.

1312 wird der erste Obstgarten in der Nähe von Stade im Kloster Sankt Georg schriftlich erwähnt. Im 17. Jahrhundert wurden bereits auf 200 Hektar Früchte angebaut. Holländische Siedler erstellten später Entwässerungsgräben durch den sumpfigen, aber sehr fruchtbaren Boden. Sie bereiteten so den Weg, dass heute auf 10.400 Hektar hauptsächlich Äpfel, aber auch Kirschen, Birnen und anderes Obst reifen. Damit ist das Alte Land das größte zusammenhängende Obstanbaugebiet Nordeuropas.

Die Apfelbauern müssen kämpfen, nicht nur mit den Risiken durch Wetterextreme oder Schädlinge, sondern auch mit einem Markt, der nach der Devise „Wachsen oder weichen“ einen enormen Druck erzeugt und verlangt, die gefragtesten Sorten wie Gala, Braeburn oder Jonagold – alles Sorten ursprünglich aus Neuseeland oder den USA – anzubauen. Einige Apfelbauern haben sich nun in der Züchtungsinitiative Niederelbe zusammengeschlossen. Ziel ist es, neu gezüchtete, schmackhafte Sorten speziell aus dem Alten Land auf den Markt zu bringen.

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