Radsport

Max Annen – erst zehn Jahre und schon erfolgsverwöhnt

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Günther Bröde
Diese kleine Trainingsgruppe startet immer dienstagnachmittags am Elternhaus von Max Annen zum Radtraining, mal eher Cross-Technik, mal eher Kondition (von links): Vincent Thiessen, Trainer Armin Raible und Max Annen.

Diese kleine Trainingsgruppe startet immer dienstagnachmittags am Elternhaus von Max Annen zum Radtraining, mal eher Cross-Technik, mal eher Kondition (von links): Vincent Thiessen, Trainer Armin Raible und Max Annen.

Foto: Günther Bröde

Radsporttalent der RSG Nordheide will demnächst in den Landeskader. Am Sonntag startet er erstmal beim Mountainbike-Rennen in Buchholz.

Buchholz.  Wenn sich am Sonntagmorgen um 9 Uhr auf dem Schützenplatz in Buchholz die ersten Mountainbiker auf ihre Zweiräder schwingen und kräftig in die Pedalen treten, ist im ersten von insgesamt 14 Rennen beim 21. Stevens Mountainbike-Cup auch Max Annen am Start. Gerade zehn Jahre alt geworden, trifft er im Rennen der U15-Schüler auf dem etwa drei Kilometer langen Rundkurs auf bis zu fünf Jahre ältere Konkurrenten. „Da werde ich wohl nicht gewinnen“, sagte das erfolgsverwöhnte Nachwuchstalent der Radsportgemeinschaft (RSG) Nordheide.

Niedersachsenmeister im Zeitfahren und Straßenrennen

Beim ersten Crossrennen durch den Buchholzer Stadtwald seit 2019 startet Max als niedersächsischer Landesmeister der Altersklasse U11 im Zeitfahren. Bevor der Sohn von RSG-Jugendwart Daniel Annen im Mai in Pattensen bei Hannover die 5,1 Kilometer in 8:42 Minuten als Schnellster absolvierte, hatte er sich drei Wochen zuvor in Bissendorf auch schon den Titel als U11-Landesmeister auf der Straße geholt.

Damit nicht genug: Zuletzt kehrte Max Annen als Sieger seiner Altersklasse vom international besetzten Marcello Bergamo Pinse-Cup aus Randers in Dänemark zurück, einer dreitägigen Rundfahrt auf der Straße.

Opa Manfred und Vater Daniel fuhren einst Querfeldein

Auf der Straße fährt Max Annen, der vor vier Jahren mit dem Querfeldein-Radsport begann und damit Opa Manfred und Vater Daniel nacheifert, erst seit 2021. „Ich hab das einfach mal bei Blau-Weiss Buchholz ausprobiert und es hat mir gefallen“, erzählte Max Annen, der sich jeden Dienstag mit Vereinskamerad Vincent Thiessen zum gemeinsamen Cross-Training trifft. Dann starten die beiden Schüler – Max besucht die fünfte Klasse am Albert-Einstein-Gymnasium in Buchholz, Vincent die zehnte Klasse am Gymnasium Hittfeld – mit Fahrradcoach Armin Raible, dem Welt- und Europameister in den Masterklassen, vor dem Elternhaus von Max Annen zur wöchentlichen Trainingseinheit.

Von dort aus geht es schnurstracks in den Buchholzer Stadtwald, den Klecker Wald, in die Höllenschlucht, auf den Wilseder Berg oder auch mal ins Alte Land. Je nachdem, ob gerade Technik oder Kondition auf dem Trainingsplan steht. Am Donnerstag trainiert Max Annen regelmäßig bei Blau-Weiss, sein Trainer dort ist Hartmut Röhrig.

Erstes Mountainbike-Rennen im Buchholzer Stadtwald seit 2019

Auch wenn er sich an diesem Sonntag keine Siegchancen ausrechnet, freut sich Max Annen auf den 21. Stevens MTB-Cup. Nach drei Jahren richtet die RSG Nordheide erstmals wieder ein Mountainbike-Rennen in Buchholz aus. Start und Ziel ist wie vor den coronabedingten Absagen 2020 und 2021 wieder auf dem Schützenplatz. Was die Veranstalter besonders freut: Es darf auch wieder durch den angrenzenden Stadtwald gefahren werden, der zuletzt nach Sturmschäden für Radsportveranstaltungen gesperrt war.

Der technisch und konditionell anspruchsvolle Kurs mit steilen Abfahrten und Anstiegen, Hürden- und Sandpassagen, herausragenden Baumwurzeln sowie verwinkelten Singletrails und Treppen gilt als perfekter Rennkurs für einen perfekten Renntag. „Wir mussten die Strecke nur ein ganz klein wenige verändern, weil die Johanniter-Unfallhilfe die Sporthalle und einen kleinen Teil des Vorplatzes in Anspruch nimmt“, sagte Lorraine Schröder, die 2. Vorsitzende der RSG Nordheide.

Diverse Rennen und Klassen von 9 bis 16 Uhr mit Bezirksmeisterschaften

Der Rundkurs durch den Stadtwald ermöglicht es Zuschauern, die Fahrerinnen und Fahrer an verschiedenen Stellen anzufeuern. Um schnell an alle Stellen des Kurses zu gelangen, gibt es an der Strecke einige Durchlässe. Die Veranstaltung läuft von 9 Uhr bis voraussichtlich 16 Uhr und bietet diverse Rennen der verschiedenen Alters- und Wertungsklassen von Schülern über Hobbyfahrer, Mastersklassen (Senioren) bis zu den Hauptrennen der Damen-Elite und Herren-Elite. Im Rahmen des Rennsporttages in Buchholz werden auch die Meisterschaften des Radsportbezirks Lüneburg ausgetragen.

Bisher liegen etwa 100 Anmeldungen vor. „Leider wenig Starter aus Hamburg, weil da noch das Finale auf der Straße gefahren wird“, bedauert Lorraine Schröder. Für den jungen Max Annen ist das Rennen vor seiner Haustür eine äußerst willkommene Gelegenheit, sich auf den persönlichen Saisonhöhepunkt vorzubereiten: die Ostthüringen-Tour vom 30. September bis 2. Oktober in der Region um Gera.

In zwei Wochen geht es für Max Annen nach Ostthüringen

„Das ist das größte Rennen in Deutschland in meiner Altersklasse“, sagte Max Annen. In Gera trifft sich der bundesdeutsche Radsportnachwuchs zu einem der größten nationalen Radsportevents für Jugendliche mit dem Prolog am Freitagnachmittag, zwei Etappen am Sonnabend und der Abschlussetappe am Sonntag. Ergänzt wird das Programm durch ein Geschicklichkeitsfahren der Altersklassen U11 und U13.

Die abschließende dritte Etappe bildet das Straßenrennen in Münchenbernsdorf, wo anschließend auch die Ehrung der Gesamtsieger stattfindet. Dann will Max Annen aus Buchholz, der als Nahziel die Aufnahme in den niedersächsischen Landeskader nennt, wieder auf dem Siegerpodest stehen. Doch wer weiß, vielleicht klappt das ja schon an diesem Sonntag im Stadtwald. Oder irgendwann bei Olympia. „Das wäre mein Traum“, sagte Max Annen und lächelt.

Mountainbike-Rennen – eine Rarität in Norddeutschland

Der Stevens-Cup am Sonntag in Buchholz ist eines der wenigen Mountainbike-Rennen im norddeutschen Raum. Gefahren wird die Unterdisziplin Cross-Country. Dabei handelt es sich um sehr schnelle und kurzweilige Rennen, die hohe Anforderungen an Kondition, Sprintstärke und Fahrtechnik stellen.

Vor allem für die vielen Kinder und Jugendlichen gibt es attraktive Preise zu gewinnen. Gemeldet haben auch diverse namhafte Lizenzfahrer. Die Frauen-Elite startet um 9.45 Uhr und fährt etwa 50 Minuten, die Männer-Elite ist von 12 Uhr an für eine Stunde Fahrzeit an der Reihe. Anschließend folgen bis etwa 16 Uhr mehrere Hobbyrennen.

( msb )

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