Handball

„Wolves“ feiern den Aufstieg in die Verbandsliga

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Günther Bröde
Wie bei den Großen: Meisterschale und Konfettiregen für die HSG Seevetal/Ashausen.

Wie bei den Großen: Meisterschale und Konfettiregen für die HSG Seevetal/Ashausen.

Foto: Günther Bröde

Zwei Jahre nach Gründung der HSG Seevetal/Ashausen werden die Männer ohne eine Niederlage Landesliga-Meister.

Ashausen.  Wenn das kein Grund zum Feiern ist. Ohne eine einzige Niederlage sind die Landesliga-Handballer der HSG Seevetal/Ashausen durch die Saison 2021/2022 marschiert. Ein einziges Unentschieden – ausgerechnet gegen den Kreisrivalen SG Luhdorf/Scharmbeck – hinterlässt einen nur winzigen Fleck auf der ansonsten blütenreinen Weste der Handball-Spiel-Gemeinschaft (HSG) der Vereine TSV Eintracht Hittfeld, TV Meckelfeld und MTV Ashausen-Gehrden nach 17 Siegen in 18 Spielen, exakt 600 erzielten Toren und 35:1 Punkten als Meister der Nord-Ost-Staffel. Zuletzt rundeten die „Wolves“, wie sie sich selber nennen, mit zwei Siegen an zwei aufeinander folgenden Tagen jeweils gegen denselben Gegner die Saison ab.

Zwei Siege innerhalb von zwei Tagen gegen Südkreis Clenze

Nach dem 38:27-Auswärtserfolg am Freitagabend bei der SG Südkreis Clenze legten sie einen Tag später zum Saisonabschluss in eigener Halle in Ashausen mit einem noch deutlicheren 36:18 nach und ließen es danach ordentlich krachen. Nur zwei Jahre nach dem Zusammenschluss feierten sie mit ihren Fans die Meisterschaft in der Landesliga Nord-Ost und den Aufstieg in die Verbandsliga mit einer inoffiziellen Meisterschale, der obligatorischen Bierdusche für den Trainer und dem bei Siegesfeiern nicht mehr wegzudenkenden Goldregen.

„So hoch haben unsere Stammvereine im Männerbereich nie gespielt“, betont der Trainer, Vorsitzende und die treibende Kraft der HSG Seevetal/Ashausen, Nils Bengelsdorf, die Einzigartigkeit des Aufstiegs in die Verbandsliga, den er als historisch einstuft. „Unser Plan geht auf. Nur zwei Jahre nach unserer Fusion folgt jetzt der Aufstieg. Es ist sportlich extrem gut gelaufen. Und auch menschlich passt es gut. Eine solche Harmonie hab ich im Handballsport noch nie erlebt“, sagte er.

Torjägerkanone für Leon Petersen, Nummer zwei ist Björn Heinzelmann

Natürlich wollten Bengelsdorf und seine Wölfe auch am letzten Spieltag vor eigenem Publikum die Saison mit einem Sieg beenden. Daran ließen vor allem die beiden besten Werfer erst gar keinen Zweifel aufkommen. Nach dem 0:1 traf zunächst Björn Heinzelmann zum 1:1-Ausgleich. Es war der erste von fünf Treffern. Damit schraubte er seine persönliche Saisonbilanz auf 126 Treffer.

Zur 2:1-Führung für die „Wolves“ traf gleich darauf Leon Petersen, der im letzten Saisonspiel mit 15 Treffern noch einmal ordentlich aufdrehte und es auf insgesamt 177 Saisontreffer brachte. Leon Petersen und Björn Heinzelmann sind damit auch die besten Werfer ihrer Staffel. Petersen bringt es auf einen ungewöhnlich hohen Schnitt von rund 10 Toren pro Spiel.

Abschied von Torwart-Oldie Björn Aschendorf

Nach den Treffern von Heinzelmann und Petersen konnten die Gäste noch einmal ausgleichen, ehe die „Wolves“ früh das Kommando übernahmen und unwiderstehlich davon zogen. Leon Petersen traf fast nach Belieben und Torhüter Jonas Seifert hielt, was zu halten war. Und sogar noch ein bisschen mehr. Die beiden waren der große Rückhalt in einem Spiel, das eigentlich nur der Auftakt zu einer Riesensause war.

In der zweiten Halbzeit forderte die Fangruppe Ultras auf der Tribüne lautstark den Einsatz von Torwart-Urgestein Björn Aschendorf. Allzu lange mussten die Hardcorefans nicht skandieren, bis Nils Bengelsdorf ihrem Drängen nachgab. Was die Zuschauer in diesem Augenblick noch gar nicht wussten, weil der Verein es nicht offiziell gemacht hatte: Für den Torwart-Oldie und 2. HSG-Vorsitzenden war es wohl der letzte Auftritt im Trikot der HSG Seevetal/Ashausen. „Ja, er hat heute seinen Rücktritt erklärt“, bestätigte Nils Bengelsdorf auf Nachfrage.

Zehn bis zwölf neue Spieler auf dem Zettel von Nils Bengelsdorf

Offiziell gemacht wurde der Abgang von Jan Böhme, der mit viel Beifall und einem Blumenstrauß verabschiedet wurde. „Er beginnt demnächst ein Referendariat in Südniedersachsen. Das ist mit dem hohen Trainingsaufwand und den Spielverpflichtungen nicht in Einklang zu bringen“, hatte Bengelsdorf schon vor dem Spiel gesagt. Eine Rückkehr sei nicht ausgeschlossen. Im Übrigen bleibe der Kader beisammen, weshalb der Trainer der neuen Saison mit den steigenden Anforderungen in einer höheren Liga zuversichtlich entgegenblickt.

Natürlich stecke man bereits mitten in der Planung für die erste Saison in der Verbandsliga, sagte Bengelsdorf. „Wir haben zehn bis zwölf Spieler auf dem Zettel, die auch schon zum Probetraining bei uns waren. Wir richten bei der Suche nach Verstärkung unseren Blick nach Hamburg, auf den eigenen Landkreis, nach Lüneburg und auf den Nachbarkreis Stade. Wir haben sowohl Nachwuchstalente aus der A-Jugend-Bundesliga als auch gestandene Spieler mit Erfahrungen aus zum Teil höheren Ligen im Visier“, sagte der Vereinschef und Trainer in Personalunion.

Nächste Saison gemeinsam mit MTV Eyendorf in der Verbandsliga

In der Verbandsliga Nordsee treffen die „Wolves“ nach der Sommerpause unter anderem auf den MTV Eyendorf. Ihre bisherigen Gegner aus dem Landkreis Harburg verbleiben in der Landesliga. TuS Jahn Hollenstedt wird voraussichtlich Sechster werden, die SG Luhdorf/Scharmbeck beendet die Saison auf dem letzten Nichtabstiegsplatz. Der HV Lüneburg muss seinen zweiten Tabellenplatz am kommenden Sonnabend noch beim Tabellendritten TV Uelzen verteidigen, der zumindest nach Punkten noch mit den Salzstädtern gleichziehen könnte.

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