Kunstturnen

Aufstieg in die 1. Bundesliga ist zum Greifen nah

| Lesedauer: 4 Minuten
Markus Steinbrück
Die Frauen vom Turn-Team Kiehn Group Lüneburg-Buchholz haben auch den zweiten Wettkampftag der 2. Bundesliga gewonnen (von links): Lisa Unger, Mareen Jacobs, Karina Schönmaier (alle BW Buchholz), Yelyzaveta Hubareva (TZ Kiew), Katharina Richter (BW Buchholz) und Sonja Fischer (TSV Waging). Es fehlt die erkrankte Annika Heimer (BW Buchholz).

Die Frauen vom Turn-Team Kiehn Group Lüneburg-Buchholz haben auch den zweiten Wettkampftag der 2. Bundesliga gewonnen (von links): Lisa Unger, Mareen Jacobs, Karina Schönmaier (alle BW Buchholz), Yelyzaveta Hubareva (TZ Kiew), Katharina Richter (BW Buchholz) und Sonja Fischer (TSV Waging). Es fehlt die erkrankte Annika Heimer (BW Buchholz).

Foto: Blau-Weiss Buchholz

Nach zwei Siegen in der 2. Frauen-Bundesliga steht das Turn-Team Lüneburg-Buchholz kurz vor dem Gewinn der Meisterschaft.

Buchholz.  „Nein, überraschend kommt der Erfolg nicht“, sagt Susanne Tidecks. „Auch wenn der Weg hart und steinig war, haben wir ihn langfristig geplant. Spätestens seit Januar hatten wir das Ziel, in die 1. Bundesliga aufzusteigen.“ Für das Turn-Team Kiehn Group Lüneburg-Buchholz ist dieser Aufstieg in die höchste Klasse der Deutschen Turn-Liga (DTL) zum Greifen nah. Es müsste sehr viel schieflaufen, wenn die Turnerinnen, die zum überwiegenden Teil Mitglieder bei Blau-Weiss Buchholz sind, dieses Ziel noch verfehlen sollten.

Am dritten und letzten Wettkampftag der 2. Bundesliga am Sonnabend, 13. November, in Waging am See genügt den Norddeutschen schon ein fünfter Platz, hat Tidecks ausgerechnet. Die Winsenerin ist eine, wenn nicht die zentrale Figur des Projekts. Die 56-Jährige ist Managerin, Organisatorin, Trainerin, Kampfrichterin und „Mädchen für alles“.

Ein fünfter Platz am letzten Wettkampftag am 13. November genügt

Das Minimalziel, der fünfte Platz, scheint umso mehr machbar, weil das Turn-Team Lüneburg-Buchholz an den ersten beiden Wettkampftagen jeweils den ersten Platz holte. Zum Auftakt in Mannheim siegten Daniela Batrona, Karina Schönmaier, Lisa Unger, Mareen Jacobs, Annika Heimer und Sonja Fischer mit 179,300 Punkten und fünf Zählern Vorsprung vor dem TSV Berkheim. An jedem der vier olympischen Frauengeräte (Sprung, Barren, Schwebebalken, Boden) treten vier Turnerinnen pro Verein an, alle Übungen gehen in die Wertung ein, es gibt kein Streichergebnis.

Noch deutlicher fiel der Sieg am vergangenen Wochenende in Dresden aus. Da sammelten die Nordheide-Turnerinnen 185,250 Punkte – fast neun mehr als der zweitplatzierte TSV Tittmoning II, der allerdings nicht aufsteigen darf, weil deren erste Mannschaft in der 1. Bundesliga turnt. Im Turn-Team Kiehn Group fehlte Annika Heimer diesmal erkrankt. Und die aus der Ukraine stammende Daniela Batrona wurde durch ihre Landsfrau Yelyzaveta Hubareva ersetzt.

Ertragreiche Kooperation mit dem Turnzentrum Kiew

Die Vierzehnte der Mehrkampf-Weltmeisterschaften 2021 war mit 52,250 Punkten auch beste Einzelturnerin des Zweitliga-Wettkampfes. Ermöglicht wird der Einsatz internationaler Spitzenturnerinnen durch eine Kooperation mit dem Turnzentrum Kiew. Andersherum flogen Karina Schönmaier und Lisa Unger auch schon in die Ukraine, um dort mehrere Tage zu trainieren.

„Wir sind kein Sportleistungszentrum, haben keine hauptamtlichen Trainer und wenige fest installierte Geräte. Der greifbar nahe Aufstieg wäre daher noch wertvoller“, sagt Susanne Tidecks. Zwei wichtigen Gründe für den Erfolg: die Zusammenarbeit mit dem langjährigen Bundestrainer Wolfgang Bohner und die verbesserten Gerätemöglichkeiten im ehemaligen Plaza-Baumarkt an der Bremer Straße. „Wolfgang Bohner hat uns bei der Schaffung von Strukturen beraten und geführt. Im Techniktraining sieht er kleine Dinge, die man sonst nicht sieht“, so Tidecks.

Starke Unterstützung durch den Hauptverein Blau-Weiss Buchholz

Enorm dankbar ist die Organisatorin auch für die großartige Unterstützung des Hauptvereins Blau-Weiss Buchholz. „Der Vorstand hat sich super verhalten, hatte immer ein offenes Ohr für uns und hat uns einige Bauchschmerzen nehmen können.“ Insgesamt würden der Hauptsponsor Kiehn Group, der Verein und die Verantwortlichen der Turnabteilung vorbildlich Hand in Hand arbeiten, so Susanne Tidecks.

Sollte der Aufstieg in die 1. Bundesliga Mitte November feststehen, beginnt die Arbeit für Susanne Tidecks erst so richtig. Bis zum Meldeschluss am 1. Januar 2022 gilt es, vor allem einen deutlich höheren Etat als in dieser Zweitligasaison aufzustellen. Wahrscheinlich müssten neue Partner aus der Wirtschaft gewonnen werden, wahrscheinlich ist es unumgänglich, eine hauptamtliche Trainerstelle einzurichten.

„Ich bin tatsächlich optimistisch, dass das alles zu realisieren ist“, sagt Tidecks. So weit denken will sie zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht. Zunächst gilt es, auch den dritten Wettkampftag am 13. November erfolgreich zu gestalten und den Meistertitel in der 2. Bundesliga perfekt zu machen.

Das ist die Kiehn Group mit Sitz in Brietlingen

Das Turn-Team Kiehn Group Lüneburg-Buchholz ist eine Turngemeinschaft der Vereine Blau-Weiss Buchholz, SV Scharnebeck, TuS Brietlingen, TSV Altenmedingen, TSV Winsen, VfL Lüneburg und der TG VfL Bleckede/TuS Barskamp. Koordinatoren für das Turn-Team sind Susanne Tidecks und Lars Ellmer-Kiehn. Hauptsponsor der Turngemeinschaft ist die Kiehn Group mit Sitz in Brietlingen im Landkreis Lüneburg. Die zentralen Geschäftsbereiche sind Mobile Freizeit, Wohnmobile, Yacht-Vercharterung, Autohaus und Fahrzeugvermietung.

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