Leichtathletik

Tanja Hecht gewinnt zwei Sprint-Medaillen

| Lesedauer: 5 Minuten
Markus Steinbrück
Nach Silber über 100 Meter gewann Tanja Hecht von der LG Nordheide (rechts) im 200-Meter-Lauf der Seniorinnen W50 die Bronzemedaille. Im Hintergrund wirft sich die fünftplatzierte Kerstin Gericke (MTV Schöningen) ins Ziel.

Nach Silber über 100 Meter gewann Tanja Hecht von der LG Nordheide (rechts) im 200-Meter-Lauf der Seniorinnen W50 die Bronzemedaille. Im Hintergrund wirft sich die fünftplatzierte Kerstin Gericke (MTV Schöningen) ins Ziel.

Foto: Ralf Görlitz

Seniorinnen und Senioren von drei Vereinen aus dem Hamburger Süden trumpfen bei Deutschen Meisterschaften in Baunatal auf.

Winsen/Harburg.  Nachdem die Corona-Beschränkungen gelockert wurden, hetzen die Leichtathleten quasi von Wettkampf zu Wettkampf. Üblicherweise geht die Freiluftsaison in den letzten September-Tagen zu Ende, und viele Meisterschaften hatten im Mai oder Juni noch nicht ausgetragen werden können. Stress haben vor allem die Seniorinnen und Senioren: Waren es eine Woche zuvor die norddeutschen Meisterschaften in Brandenburg, bei denen Tanja Hecht und Jose Lopez von der LG Nordheide Titel gewannen, standen nun bereits die Deutschen Senioren-Meisterschaften in Baunatal, einer 28.500-Einwohner-Stadt im Landkreis Kassel, auf dem Wettkampfplan.

In der weiblichen Altersklasse W50 gibt es mit Tatjana Schilling aus Korbach eine überragende Athletin. Als Weltmeisterin und Weltrekordlerin im Siebenkampf ist sie in vielen Disziplinen so gut wie unschlagbar. Diesem Ruf wurde sie bei den Titelkämpfen mit überlegenen Siegen unter anderem über 100 und 200 Meter gerecht.

Vizemeisterin und persönliche Bestzeit – mehr war nicht zu erwarten

Tanja Hecht, deren Stammverein der MTV Fliegenberg ist, war als viertschnellste 100-Meter-Läuferin gemeldet, stellte im Vorlauf mit 13,94 Sekunden eine persönliche Bestleistung auf und qualifizierte sich als Zweitschnellste für den Endlauf, in dem mit zwei Metern pro Sekunde kräftiger Gegenwind blies. Weitere Bestzeiten waren also unmöglich. Mit 14,19 Sekunden konnte Hecht aber Birgit Motzer, Nummer zwei der deutschen Bestenliste, um neun Hundertstel auf Rang drei verdrängen. Die erwähnte Tatjana Schilling war mehr als eine halbe Sekunde schneller (13,52 sek.). „Deutsche Vizemeisterin und deutlich unter 14 Sekunden geblieben. Das war mehr, als Tanja zu hoffen gewagt hatte“, sagte Trainer Wilfried Oppermann.

Nach dieser Belastung im leicht gehobenen Sportleralter benötigt die Muskulatur längere Erholungspausen. So musste sich Tanja Hecht am Morgen des zweiten Wettkampftages gleich zweimal einlaufen und diverse gymnastische Übungen durchführen, er sich ihr Körper wieder bereit fühlte für die 200-Meter-Entscheidung der Seniorinnen W50. Die 51 Jahre alte Fliegenbergerin bestätigte ihre Meldeplatzierung und gewann in 29,14 Sekunden – erneut bei Gegenwind – die Bronzemedaille. Birgit Motzer aus Günzburg, die tags zuvor hinter Hecht gelandet war, drehte auf der doppelten Distanz den Spieß um und wurde Zweite. Dass Tanja Schilling eine Sekunde schneller war, störte die beiden wenig.

M40-Senior Jose Lopez gewinnt bei zwei Starts zwei Medaillen

Jose Lopez (ebenfalls LG Nordheide) konnte seine Bestzeit über 400 Meter um mehr als eine Sekunde auf 55,87 Sekunden verbessern und belegte den dritten Platz bei den Senioren M40. Am nächsten Tag standen die 800 Meter auf dem Programm. Weil es bei den Nordmeisterschaften ein Bummelrennen gegeben hatte, blieb die angestrebte Bestzeit außer Reichweite. Der Lauf bei den deutschen Meisterschaften in Baunatal verlief anders. Von Anfang an wurde ein hohes Tempo angeschlagen.

Jose Lopez nahm die Herausforderung an und erzielte mit 2:05,73 Minuten eine Zeit, die mehr als drei Sekunden unter seiner alten Bestzeit lag. „Dass dabei der dritte Platz heraussprang und er erneut das Siegertreppchen betreten durfte, war die Krönung einer sehr guten Leistung“, lobte Wilfried Oppermann.

Familie Baseda aus Harburg holt Gold und Silber mit dem Speer

Veranstalter und Ausrichter hatten den Senioren-Meisterschaften ein sehr strenges Hygienekonzept verpasst. Zudem wurden ganze Disziplinblöcke wie Diskuswurf, Langhürden und Staffeln gestrichen. Besucher waren von vornherein nicht erlaubt und es bestand Maskenpflicht im Stadion. Nur beim Wettkampf selbst durften die Sportlerinnen und Sportler diese absetzen.

Wiebke und Jonas Baseda vom SV Grün-Weiss Harburg schreckten diese Rahmenbedingungen nicht ab. Endlich wollten sie ihre Speere wieder bei deutschen Meisterschaften fliegen lassen. Jonas Baseda (Senioren M35) traf erst nach vierstündiger Autofahrt in Baunatal ein und hatte nicht mehr viel Zeit, sich auf den Wettkampf vorzubereiten. Trotzdem war er hellwach, erzielte mit dem zweiten von sechs Versuchen die Tagesbestweite mit dem 800-Gramm-Speer. Mit 61,72 Metern war Jonas Baseda die Goldmedaille sicher. Sein Vorsprung auf den zweitplatzierten Simon Schreiber (TV Lenzkirch) betrug acht Meter.

Gute Platzierungen auch für Seniorinnen aus Hausbruch

Seine Mutter Wiebke Baseda (Seniorinnen W60) erzielte ihre beste Weite mit dem 500-Gramm-Speer ihrer Altersklasse bereits im ersten Versuch. Die Weite von 27,61 Metern wurde mit der Silbermedaille belohnt. Die Deutsche Meisterin kommt ebenfalls aus Norddeutschland. Basedas Sportfreundin Dietlinde Knospe (LG Reinbek/Ohe) gewann souverän mit 31,96 Metern.

Die beste Platzierung für die Seniorinnen der Hausbruch-Neugrabener Turnerschaft (HNT) erreichte Sandra Meyer-Lindloff als deutsche Vizemeisterin im 1500-Meter-Lauf der W45 (5:24,98 min.). Anja Nitsch (W50) wurde in den gleichen Sprintdisziplinen wie Tanja Hecht jeweils Sechste über 100 Meter und 200 Meter.

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