Frauen-Bundesliga

Von Estland, über Island und Luxemburg nach Buchholz

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Markus Steinbrück
Alina Molkova aus Estland hat für zwei Jahre bei den Handball-Luchsen Buchholz 08-Rosengarten unterschrieben. 

Alina Molkova aus Estland hat für zwei Jahre bei den Handball-Luchsen Buchholz 08-Rosengarten unterschrieben. 

Foto: Handball-Luchse / HL Buchholz 08-Rosengarten

Mit der 24-jährigen Alina Molkova haben die Handball-Luchse eine neue Rückraumspielerin verpflichtet. Es gibt einen weiteren Neuzugang.

Buchholz.  In den ersten zwei Bundesligaspielen zeigten die Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten gute Leistungen, in der Schlussphase ging ihnen aufgrund der dünnen Personaldecke aber die Luft aus. Gerade im Rückraum herrschte nach dem Wechsel von Fatos Kücükyildiz zu Borussia Dortmund und den verletzungsbedingten Ausfällen von Marleen Kadenbach, Jessica Inacio und zuletzt Sarah Lamp Handlungsbedarf. Jetzt hat der Bundesligist eine neue Rückraumspielerin verpflichtet. Die 24 Jahre alte Alina Molkova aus Estland wird die Luchse für diese und die kommende Spielzeit verstärken, sie hat einen Vertrag bis Sommer 2023 unterschrieben.

Molkova überzeugte im Probetraining und gilt als Wunschspielerin

„Nach dem Wechsel von Fatos war uns klar, dass wir Handlungsbedarf haben. Wir haben uns in Ruhe umgesehen und einige Spielerinnen im Training gehabt. Mit der Verpflichtung von Alina Molkova erhalten wir unsere Wunschspielerin. Ich freue mich, dass wir sie für mindestens zwei Jahre nach Buchholz holen konnten“, sagte Geschäftsführer Sven Dubau.

In ihrer Heimatstadt Tallin wurde Alina Molkova bereits in jungen Jahren mehrfach Meister und Pokalsieger mit dem Club Reval. Nach dem Abitur ging sie als Handballprofi nach Island, spielte zunächst zwei Jahre beim Zweitligisten Vikingur, dann beim Spitzenclub Valur, mit dem sie 2018/2019 das Double gewann. Dafür wurde sie in Estland zur „Spielerin des Jahres“ gekürt. Danach wechselte Molkova zum Club Diekirch nach Luxemburg, um bei milderen Temperaturen und in einem Land mit vielen Nationalitäten Handball zu spielen. Weil der Spielbetrieb im Großherzogtum während der Pandemie ruhte, nutzte die 24 Jahre alte Rückraumspielerin die Zeit für ein Fernstudium der Sportwissenschaft. Die Prüfungen möchte die Spielerin mit russischen Wurzeln möglichst in St. Petersburg ablegen.

Ruhe, Spielübersicht und großer Kampfgeist zeichnen die Neue aus

„Alina hat uns im Probetraining immer und immer besser gefallen. Mit ihrer Ruhe und Spielübersicht wird sie uns definitiv weiterhelfen. Ich bin überzeugt, dass Alina eine entscheidende Rolle spielen wird“, sagte Trainer Dubravko Prelcec über den Neuzugang, den auch großer Kampfgeist auszeichnet. Den höheren Anforderungen in der 1. Frauen-Bundesliga sieht sie gelassen entgegen.

Als mittelfristige Option für die Bundesligamannschaft haben die Luchse zudem Jule Meisner mit einem Zweitspielrecht ausgestattet. Die 21-Jährige soll ihrer Fokus weiterhin auf das Drittligateam des SV Henstedt-Ulzburg legen, allerdings zweimal wöchentlich zum Training nach Buchholz kommen. „Wir sind schon länger in Kontakt und haben gemeinsam entschieden, dass jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist, den nächsten Schritt zu gehen“, so Geschäftsführer Sven Dubau.

Jule Meisner aus Henstedt-Ulzburg erhält Zweitspielrecht für die Luchse

„Wenn alles wie geplant läuft, wird sie ab und an bei Bundesligaspielen eingesetzt werden. Von der kommenden Saison an wird Jule ein fester Bestandteil des Teams, um den nächsten Sprung in ihrer Karriere zu starten.“

„Ich freue mich über das Vertrauen, das ich vom Trainer-Team bekomme und will meine Chance nutzen, mich sportlich weiterzuentwickeln. Besonders wichtig ist es mir, so schnell wie möglich das Tempo in der 1. Liga mitzugehen und mein Spiel variabler zu gestalten“, wird Jule Meisner in einer Mitteilung des Vereins zitiert. Trainer Prelcec ist vom Talent der jungen Spielerin angetan: „Jule ist eine schnelle und robuste Spielerin. Das wir jetzt schon mit ihr trainieren können, ist eine enorme Hilfe und kann nur positiv für sie sein. Toll, dass es Vereine wie Henstedt-Ulzburg gibt, die solche Projekte mit begleiten.“

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