Nicht der erste TV-Auftritt

Alexander Vogt holt sich den Weltrekord zurück

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Markus Steinbrück
Alexander Vogt mit Freundin Jana Nissen, die ihm die Fußbälle anreichte, und der Trophäe, auf der Mainzelmännchen die ungewöhnliche Weltrekordübung nachempfinden.

Alexander Vogt mit Freundin Jana Nissen, die ihm die Fußbälle anreichte, und der Trophäe, auf der Mainzelmännchen die ungewöhnliche Weltrekordübung nachempfinden.

Foto: Privat

Ehemaliger Leistungsturner von Buchholz 08 schafft im ZDF-Fernsehgarten per „Salto rückwärts, Fallrückzieher“ zwölf Treffer in einer Minute.

Buchholz/Mainz.  Die offizielle Anerkennung durch das Guinness-Buch der Rekorde wird noch etwas Zeit in Anspruch nehmen. Aber Alexander Vogt ist überzeugt, dass bald eine schmucke Urkunde bei ihm in Buchholz eintreffen wird. Es ist nicht die erste dieser Art. Der 34-Jährige hat am Sonntag im ZDF-Fernsehgarten erneut einen Weltrekord der ungewöhnlichen Art aufgestellt. „Salto rückwärts, Fallrückzieher“ heißt die Disziplin, in der der Buchholzer 2012 schonmal im Buch der Rekorde verzeichnet gewesen war.

2014 hatte ein Schweizer die Bestmarke des Buchholzers übertroffen

Seinerzeit hatte er innerhalb einer Minute neun Fußbälle aus sieben Meter Entfernung in einem Handballtor versenkt. Nicht einfach so. Vogt wirft den Ball in die Höhe, schlägt einen Rückwärtssalto, trifft den Ball dabei wie beim Fallrückzieher mit dem Kopf nach unten zeigend und schießt ihn im Idealfall ins Handballtor. 2014 hatte sich ein Schweizer am Weltrekord des ehemaligen Bundesliga-Turners aus der Nordheide versucht und die Bestmarke auf zehn Treffer gestellt. Nun war die Zeit gekommen, sich den Rekord zurückzuholen.

Doch einfach gestaltetet sich das Unterfangen nicht. Auf den Punkt vorbereitet hatte sich Alexander Vogt nämlich zusammen mit Extremcoach Joe Alexander bereits auf den ersten Sonntag im Juli. Dann aber zogen dunkle Wolken über dem Sendezentrum des ZDF am Lerchenberg in Mainz auf, die Zuschauer des Fernsehgartens mussten evakuiert werden. Als es wieder abtrocknete, senkte der Sicherheitsbeauftragte des ZDF den Daumen. Angesichts von Nässe und leichtem Wind sei es zu gefährlich, so viele Rückwärtssalti auf einer Matte in so kurzer Zeit durchzuführen.

Anfang Juli musste der Rekordversuch wegen Gewitter abgesagt werden

Immerhin bekam Alexander Vogt sofort einen neuen Termin mit auf den Heimweg: Nun sollte es der letzte Sonntag im August sein, ein Tag, an dem der von Andrea Kiewel moderierte ZDF-Fernsehgarten ohnehin unter dem Motto Rekorde stand. Nach einer Pause nahm Alexander Vogt sein intensives Training etwa drei Wochen vor der Sendung wieder auf. Um Kondition aufzubauen, vollführte er meistens zwei oder drei, jeweils eine Minute lange Durchgänge, in denen er zunächst Rückwärtssalti ohne Ball schlug – unterbrochen von 15-minütigen Pausen.

„Am Anfang kommt man ganz schön aus der Puste“, erzählt der Weltrekordler. Anschließend vollführte er in der Sporthalle der Oberschule Jesteburg, dort ist Vogt Lehrer, drei Durchgänge mit dem Ball. „Ich war guter Dinge, dass ich elf, zwölf oder 13 Treffer landen könnte“, erzählt er. Seine Bestmarke im Training lag bei 13 Treffern.

Ähnlicher Weltrekord im vergangenen Jahr auch im Fernsehgarten

Auf den Weg nach Mainz machten sich Alexander Vogt, seine Freundin Jana Nissen, ebenfalls Lehrkraft, und Joe Alexander schon am Donnerstag. Am Freitag standen Proben und diverse Stellproben für die Kameras auf dem Programm. Sonnabend folgte die Generalprobe und am Sonntag schließlich die etwa zweistündige Show, die live übertragen wurde und im Nachhinein auf der ZDF-Internetseite aufgerufen werden kann. Den Ablauf kannte Alexander Vogt nicht nur von Anfang Juli, sondern auch aus dem vergangenen Jahr, als er im gleichen Rahmen einen Weltrekord aufgestellt hatte. Seinerzeit ging es darum, mit Rückwärtssalti und einer Nadel am Schuh möglichst viele, an einer Leine aufgehängte Luftballons zum Platzen zu bringen (das Abendblatt berichtete).

„Diesmal hat alles geklappt“, so Alexander Vogt. Er holte den Weltrekord mit dem Rückwärtssalto und dem Fallrückzieher zurück nach Deutschland und schraubte ihn auf zwölf Treffer. „Drei Bälle habe ich verschossen.“ Die Herausforderung liegt nicht nur darin, perfekt zu springen und genügend Konzentration zu haben. Eminent wichtig ist auch, den Ball in die richtige Höhe zu werfen. „Meine Freundin hat dabei eine wichtige Rolle“, erzählt Alexander Vogt.

Freundin Jana Nissen reicht die Bälle an, Elmar Paulke kommentiert

„Sie reicht mir die Bälle an und sagt jeweils, wo der vorherige Ball gelandet ist. Wenn ich höre, dass er rechts oder links vorbei gegangen ist, weiß ich, dass ich den Ball etwas höher werfen muss.“ Trifft Vogt den Ball nämlich nur mit dem Schienbein, ist es reine Glückssache, wenn er ins Tor geht. Gegen Ende der Minute habe er zu sich selbst gesagt „Höher werfen, höher werfen!“, weil er aus dem Training weiß, dass mit nachlassender Kraft und Kondition unbewusst auch die Wurfhöhe nachlasse.

Kommentiert wurde der erfolgreiche Weltrekordversuch von Elmar Paulke, der durch Darts-Moderationen bekannt geworden ist. „Mit ihm habe ich mich sehr nett unterhalten“, so Vogt, der sich auch ein Bild mit Entertainer Ross Antony nicht entgehen ließ. Bei der Siegerehrung bekam Alexander Vogt eine eigens für ihn angefertigte Trophäe, bei der vier goldene Mainzelmännchen seine ungewöhnliche sportliche Betätigung nachempfinden.

Wenig Zeit zum Feiern – am Montag rief die Oberschule Jesteburg

„Es war ein schönes und erfolgreiches Wochenende. Ich habe es sehr genossen“, erzählte Vogt. Viel Zeit zum Feiern blieb ihm allerdings nicht. Am Montagmorgen saß er kurz vor Beginn des neuen Schuljahres schon wieder in der Oberschule Jesteburg und ging unter anderem seiner neuen Aufgabe als Vertretungsplaner nach.

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