Fußball-Oberliga

FC Süderelbe dreht die Partie in der Nachspielzeit

| Lesedauer: 5 Minuten
Günther Bröde
Süderelbes Otman Mechhidan Maachou (l.) kann in dieser Szene flanken. Gegenspieler Philip Niklas Kuschka kommt einen Schritt zu spät.

Süderelbes Otman Mechhidan Maachou (l.) kann in dieser Szene flanken. Gegenspieler Philip Niklas Kuschka kommt einen Schritt zu spät.

Foto: Günther Bröde / HA

Im ersten Heimspiel gegen Union Tornesch gelingt der Siegtreffer zum 3:2 in der 92. Minute – Trainer Stefan Arlt wechselt geschickt.

Neugraben/Buchholz.  Was für ein Jubel auf dem Kiesbarg. Die bis dahin mit dem Auftritt der Heimmannschaft unzufriedenen Zuschauer waren gerade erst versöhnt durch den späten Ausgleichstreffer, da drehte der FC Süderelbe das schon verloren geglaubte Oberligaspiel auf eigener Anlage gegen Union Tornesch sogar noch in der Nachspielzeit. Der gerade erst eine Viertelstunde vorher eingewechselte Jorge Lucas Camacho de Valdoleiros setzte sich auf der linken Seite durch, zog ab und der Ball schlug halbhoch im langen Eck ein zum 3:2 (0:0)-Sieg. Fußballer, Trainer und Betreuer des FC Süderelbe und auch einige wenige Zuschauer fielen sich auf dem Platz in die Arme und jubelten als hätten sie gerade die Meisterschaft gewonnen.

Als sich die Gemüter wieder beruhigt hatten, dauerte es noch unendlich lange fünf Minuten bis zum erlösenden Abpfiff nach 97 Minuten durch Schiedsrichter Paul Dühring. Am Ende feierte der FC Süderelbe im ersten Heimspiel den ersten Saisonsieg mit 3:2 (0:0).

Bis zur Pause ist die Partie noch ohne Tore

Dem Eindruck, er sei bis zur Pause mit dem Spiel seiner Mannschaft überhaupt nicht zufrieden gewesen, widersprach Stefan Arlt vehement. „Natürlich haben wir nicht alles umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Mit dem 0:0 zur Halbzeit konnte ich aber gut leben“, sagte der Coach des FC Süderelbe. „Der Gegner war schwer zu spielen, hat alles in die Waagschale geworfen.“ Dass er fünf Minuten vor der Pause gleichzeitig zwei Spieler auswechselte, sei einmal einer Verletzung geschuldet, ein anderes Mal habe nur eine Wechseloption genutzt, die er sonst in der Pause wahrgenommen hätte, begründete er die frühe Herausnahme von Kapitän Can Kömürcü und Razak Aza Bandi.

Gleich danach musste Süderelbes Torhüter Mauro Alcaraz Paramidani die beste Chance der Gäste vereiteln, um einen Pausenrückstand zu verhindern. So aber ging es mit 0:0 in die Pausenbesprechung mit einer lange Ansprache von Trainer Stefan Arlt auf einem Nebenplatz der Anlage am Kiesbarg. Die wirkte nach außen wie eine nicht enden wollende Gardinenpredigt. Die Spieler lauschten mit gesenkten Köpfen, der Trainer gab lautstark seine Anweisungen für den zweiten Durchgang.

Zwar legte der FC Süderelbe nach Wiederbeginn los wie die Feuerwehr, den Spielern war der Wille, es jetzt besser zu machen, deutlich anzumerken. Doch binnen zehn Minuten kassierten sie erst einmal zwei klassische Gegentore. Das 0:1 resultierte aus einem schnellen Gegenzug nach einer gerade vergebenen Torchance von Marius Wilms, vor dem 0:2 bekam die FCS-Abwehr den Ball rechtzeitig nicht aus dem Strafraum.

Nach dem zweiten Gegentreffer zweifelt auch der Trainer am Sieg

„Den zweiten Gegentreffer haben wir uns praktisch selbst ins Netz gelegt. Da hatten wir das Spiel eigentlich schon verloren“, räumte Stefan Arlt später ein. Auch er zu dem Zeitpunkt offenbar Zweifel an einem Sieg. Doch seine Fußballer machten unbeirrt weiter. Süderelbes agiler Angreifer Marius Wilms legte quer durch den Strafraum vor, Daniel Thompson traf in der 76. Minute zum 1:2. Auch er war wie der Torschütze zum späteren 3:1 erst eine Viertelstunde vorher eingewechselt worden. Und weiter ging’s. Zehn Minuten nach dem Anschlusstreffer hechtete Nico Reinecke in einen Freistoß und lenkte den Ball unmittelbar vor der Torlinie zum Ausgleich ins Netz.

Damit wären wohl alle am Kiesbarg zufrieden gewesen, auch wenn eine kleine Zuschauergruppe lauthals „Einer geht noch, einer geht noch rein“ anstimmte. Und die singenden Fans sollten am Ende recht behalten. Der befürchtete Fehlstart des FC Süderelbe in die neue Fußballsaison war abgewendet und die Erleichterung stand allen ins Gesicht geschrieben. Allen voran Trainer Stefan Arlt.

Buchholz 08 unterliegt auswärts in Eimsbüttel mit 1:3

Wenig Grund zur Freude hatten die Fußballer von Buchholz 08 am Sonntagmittag in Hamburg-Eimsbüttel bei ihrer 1:3 (1:2)-Auswärtsniederlage auf dem Reinmüllerplatz beim HEBC. Vergangene Woche noch strahlender Sieger gegen den FC Süderelbe wollte der Mannschaft von Trainer Nabil Toumi mehr als der Treffer zur 1:0-Führung durch Anthony Maaß nach einer halben Stunde nicht gelingen. Und der wurde bei seinem Flugkopfball zum Führungstreffer auch noch unglücklich am Kopf getroffen und musste ausgewechselt werden.

Fünf Minuten später heißt es 1:1 und noch in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit kassieren die Nordheider das 1:2. „Das waren zwei unglückliche Gegentore jeweils zur falschen Zeit, die wir uns aber durch zwei unnötige Ballverluste selbst eingehandelt haben“, sagte Trainer Nabil Toumi. Die endgültige Entscheidung fiel dann schon zehn Minuten nach dem Seitenwechsel.

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