Leichtathletik

Mutter und Tochter gemeinsam im Siebenkampf

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Markus Steinbrück
Weil Hanna Hecht (vorn) ihren ersten Siebenkampf überhaupt bestritt, machte sich auch Mutter Tanja (Nr. 54) nochmal richtig fit.

Weil Hanna Hecht (vorn) ihren ersten Siebenkampf überhaupt bestritt, machte sich auch Mutter Tanja (Nr. 54) nochmal richtig fit.

Foto: Wilfried Oppermann / LG Nordheide

Besonderes Familienerlebnis: Tanja und Hanna Hecht aus Fliegenberg starteten Seite an Seite bei den Bezirksmeisterschaften.

Fliegenberg/Winsen.  Dieses einmalige Familienerlebnis wollte sich Tanja Hecht nicht entgehen lassen. Weil ihre 14 Jahre alte Tochter Hanna bei den Bezirks-Mehrkampf-Meisterschaften in Bad Bevensen ihren ersten Siebenkampf in Angriff nahm und die Titelkämpfe auch für Seniorenklassen ausgeschrieben waren, machte sich Mutter Tanja, die der Altersklasse Seniorinnen W50 angehört, nach vielen Jahren Abstinenz wieder richtig fit für einen Siebenkampf.

Mutter und Tochter (beide LG Nordheide) traten zeitgleich im gleichen Stadion im gleichen Wettbewerb an. Um ein Haar hätte es sogar ein Happy End, sprich einen Doppelsieg für die Familie aus Fliegenberg, gegeben.

Hanna verpatzt den Hürdenlauf und wird „nur“ Zweite

Hanna Hecht brachte sich aber mit einem unglücklichen Hürdenlauf um den Sieg in der Altersklasse W14. Leni Goldenstein vom MTV Rottorf erreichte mit einem ausgeglichenen Siebenkampf 2917 Punkte und lag knapp vor Hanna Hecht (2872). „Leider erwischte sie nicht wirklich ihren besten Tag“, sagte LG-Trainer Wilfried Oppermann.

Mutter Tanja Hecht, die seit knapp einem Jahr überwiegend für 100- und 200-Meter-Sprint trainiert, wusste genau, worauf sie sich einlässt, ist sie doch in mehreren Altersklassen Hamburger Rekordhalterin im Mehrkampf. Seit einigen Jahren startet die ehemalige Athletin des Harburger Turnerbundes (HTB) für die LG Nordheide im Niedersächsischen Leichtathletik-Verband. Der Landesrekord im Siebenkampf der Seniorinnen W50 stand bei 4608 Punkten, gehalten von Silvia Braunisch (Ganderkesee), aufgestellt 2010 in Zeven. „Für Tanja durchaus machbar, wenn nichts schief läuft und der Körper durchhält“, so Trainer Oppermann.

Elf Jahre alten Landesrekord um 65 Punkte gesteigert

Ein Siebenkampf beginnt immer mit Hürdensprint, einer Schlüsseldisziplin im Mehrkampf. Mit 15,11 Sekunden über 80 Meter Hürden lief Tanja Hecht eine Zeit, mit der sie zur Spitzengruppe der deutschen W50-Athletinnen gehört. Beim Hochsprung verfehlte sie ihren eigenen Bezirksrekord knapp und musste sich mit guten 1,32 Meter zufrieden geben. Dann folgten Bestleistungen im Kugelstoßen (9,81 m) und über 200 Meter (28,95 sek.). Mit dieser Zeit nimmt Tanja Hecht Rang zwei in der deutschen Seniorinnen-Bestenliste ein.

„Nach einem heißen Bad, einer ausgiebigen Massage und dem Tapen der geschundenen Adduktoren ging es in den zweiten Tag“, berichtet Oppermann. Der begann jedoch mit einer Enttäuschung: Im Weitsprung brachte die erfahrene Nordheide-Athletin nur 3,87 Meter in die Wertung. Diesen Patzer machte sie mit einer Speerwurf-Bestleistung (22,41 m) wett und absolvierte den abschließenden 800-Meter-Lauf angesichts erbarmungsloser Hitze in ordentlichen 2:49,64 Minuten. Im Endergebnis standen 4673 Siebenkampfpunkte zu Buche. Tanja Hecht hatte alles richtig gemacht und den elf Jahre alten Landesrekord um 65 Punkte verbessert.

Vierfach-Sieg für W14-Schülerinnen aus dem Kreis Harburg

Einen Vierfachsieg für die Nachwuchs-Leichtathletinnen aus dem Kreis Harburg gab es am ersten Tag im Vierkampf der Schülerinnen W14. Anna-Lena Badjinga (LG Nordheide) gewann mit 1733 Punkten zum ersten Mal in ihrer jungen Karriere einen Mehrkampf. Zweite wurde Hanna Hecht (1700), Dritte Leni Goldenstein (MTV Rottorf/1688) und Vierte Merle Rummler (LG Nordheide/ 1659). Einen Siebenkampf traute sich Badjinga diesmal noch nicht zu.

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