Frauen-Bundesliga

Trotz der Niederlage war nicht alles schlecht

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Günther Bröde
Meret Ossenkopp war mit sechs Treffern die beste Werferin des Buxtehuder SV und wurde als Spielerin des Spiels mit einem Präsentkorb ausgezeichnet.

Meret Ossenkopp war mit sechs Treffern die beste Werferin des Buxtehuder SV und wurde als Spielerin des Spiels mit einem Präsentkorb ausgezeichnet.

Foto: BEAUTIFUL SPORTS/Mohwinkel via www.imago-images.de / imago images/Beautiful Sports

21:26 – Handballerinnen des Buxtehuder SV verlieren auch drittes Saisonduell mit HSG Blomberg-Lippe. Abwehrleistung ist sehr in Ordnung.

Buxtehude.  Eine Halbzeit lang sah es danach aus, als könnten die Bundesliga-Handballerinnen des Buxtehuder SV das Rückrundenspiel gegen die HSG Blomberg-Lippe gewinnen, nachdem sie zuvor jeweils einmal in der Bundesliga und im Pokal gegen das Team des früheren BSV-Jugendkoordinators Steffen Birkner verloren hatten. Nach dem 13:13 zur Pause konnten sie sich aber auch im dritten Anlauf nicht durchsetzen. Mit 21:26 fiel das Ergebnis nur unwesentlich besser aus als in den vorigen zwei Begegnungen, die auswärts 20:27 und 21:27 aus Buxtehuder Sicht endeten.

Nicht alle Ziele, die Trainer Dirk Leun ausgegeben hatte, wurden verfehlt. Stabiler in der Deckung wollten sich die BSV-Damen diesmal präsentieren, eine bessere Wurfquote erzielen und leichte Gegentore vermeiden. Mit der über weite Phasen gezeigten Abwehrleistung konnte der Trainer letztlich zufrieden sein, nur in der Schlussphase ließ die Konzentration etwas nach.

Vor allem Chancenauswertung lässt zu wünschen übrig

Die Schwächen waren während des gesamten Spiels vor allem in der Offensive zu finden. Exemplarisch der Auftakt: Liv Süchting eroberte in der Defensive den Ball, Caroline Müller-Korn scheiterte beim ersten Buxtehuder Konterangriff an Blombergs Torhüterin Melanie Veith. Nach einem weiteren Fehlversuch von Süchting, der wieder eine sichere Beute von Veith wurde, lagen die Gäste in der Halle Nord schnell mit 2:0 in Führung.

Und Süchting, die anfangs zusammen mit Johanna Heldmann den Innenblock bildete, klebte an diesem Tag das Pech an den Händen. Der nächste Ball landete am Pfosten und ihr vierter missglückter Versuch in Folge landete erneut an den Händen der Torhüterin. Unter dem Strich fiel Süchtings Wurfbilanz katastrophal aus. Von neun Torwürfen landeten zwei im Kasten. Die beiden Treffer erzielte die Rückraumspielerin erst in den letzten fünf Spielminuten.

In der Pause Hoffnung auf einen doppelten Punktgewinn

Trotzdem konnten die BSV-Frauen das Spiel drehen und führten bald mit 7:5 (16.), was Gästetrainer Steffen Birkner auf die Palme brachte. Lautstark versuchte er, die Spielerinnen in einer Auszeit wach zu rütteln, was ihm mit kurzer Verzögerung auch gelang. Nach dem 8:5 für Buxtehude drehten die Gäste auf und holten sich die gerade verspielte Zwei-Tore-Führung zurück. Doch Lisa Antl und Meret Ossenkopp stellten mit ihren Toren den 13:13-Gleichstand beim Pausenpfiff her. BSV-Torhüterin Katharina Filter hatte mit der letzten Aktion einen Siebenmeter der besten Werferin der Bundesliga, Nele Franz, parierte und damit für große Hoffnungen für den zweiten Durchgang gesorgt.

„Wenn wir konzentriert weiterspielen, die Abwehr halten und noch etwas an Tempo zulegen, dann können die beiden Punkte in Buxtehude behalten“, sagte die verletzte Mieke Düvel in der Pause. Doch die Euphorie bekam schnell einen Dämpfer. Wieder gingen die Gäste mit zwei Toren in Führung – wieder nach Buxtehuder Fehlwürfen. Die Schlüsselszene ereignete sich in der 37. Minute, als Caroline Müller-Korn beim Stande von 15:17 zuerst mit einem Siebenmeter und dann auch mit dem Nachwurf an der nun im Blomberger Tor stehenden Marie Andresen scheiterte. Danach kamen die Gäste zu drei weiteren Treffern und gingen mit einem 5:0-Lauf mit 20:15 in Führung (41.). Zwar konnten die BSV-Frauen noch mal auf drei Tore verkürzen, aber selbst in Überzahl gelang der Anschluss nicht mehr.

Zweite Halbzeit: Zu viel Hektik und zu wenig Cleverness

„Wir hatten genug Möglichkeiten, das Spiel in der zweiten Halbzeit enger zu gestalten und sogar zu kippen. Aber wir werfen vier, fünf sehr gute Möglichkeiten einfach weg, haben zu schnell abgeschlossen und waren insgesamt nicht clever genug. Wir haben es nicht geschafft, die Hektik aus unserem Spiel zu nehmen und hatten viele schnelle Ballverluste“, analysierte Trainer Dirk Leun. Die Fehlerquote seines Teams nannte er „überirdisch“. Die BSV-Wurfquote lag bei etwa 48 Prozent, die der Gäste um 10 Prozentpunkte höher.

Bundesliga-Torschützenkönigin Nele Franz konnten die BSV-Frauen im zweiten Durchgang nicht mehr so gut kontrollieren. Am Ende hatte sie acht Tore auf dem Konto, bei den Gastgeberinnen war Meret Ossenkopp (6 Tore) beste Werferin. Torhüterin Katharina Filter brachte es auf zwölf Paraden. Mit Annika Lott, Lea Rühter, Lone Fischer, Lynn Schneider, Mieke Düvel und Mailee Winterberg fehlten dem BSV verletzungsbedingt sechs Spielerinnen. Paulina Golla und Luise Scherer waren wieder in den Kader gerückt.

Trainer erwartet vier Punkte aus nächsten zwei Spielen

Bereits am Mittwoch geht es für den Buxtehuder SV weiter, um 19.30 Uhr sind die Kurpfalz Bären aus Ketsch, Schlusslicht der Liga, zu Gast in der Halle Nord. Dirk Leun sieht den kommenden Aufgaben zuversichtlich entgegen: „Wir haben noch acht Spiele, davon sieben gegen Mannschaften, die in der Tabelle hinter uns liegen. Aus den Spielen gegen Ketsch und am Sonnabend in Mainz erwarte ich vier Punkte.“

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