Jugendfussball

Der größte Erfolg gelang im Jubiläumsjahr

Die U17-Junioren sind das Aushängeschild des JFV Borstel-Luhdorf. Das Aufsteiger-Team, das hier mit Jörn Stolle (rechts, Sparkasse Harburg-Buxtehude) im Heidehimmel in Nindorf posiert, steht nach fünf Spieltagen verlustpunktfrei an der Tabellenspitze der Niedersachsenliga.

Die U17-Junioren sind das Aushängeschild des JFV Borstel-Luhdorf. Das Aufsteiger-Team, das hier mit Jörn Stolle (rechts, Sparkasse Harburg-Buxtehude) im Heidehimmel in Nindorf posiert, steht nach fünf Spieltagen verlustpunktfrei an der Tabellenspitze der Niedersachsenliga.

Foto: Maik Sörensen / JFV Borstel-Luhdorf

Zehn Jahre nach der Gründung kickt erstmals eine Mannschaft des Jugendfördervereins Borstel-Luhdorf in der Niedersachsenliga.

Winsen.  Erfolgreiche Jugendmannschaften, fast ist man geneigt zu sagen „zu erfolgreiche“, gaben einst den Anstoß zur Gründung eines Jugendfördervereins im Winsener Fußball. In diesem Jahr besteht der JFV Borstel-Luh­dorf seit zehn Jahren. Feierlichkeiten müssen aus bekannten Gründen ausfallen und sollen im kommenden Jahr nachgeholt werden. Passend zum Jubiläum gelang dem immer noch jungen Verein allerdings der größte Erfolg der Geschichte: die 2004er-Jahrgangs­mannschaft stieg als Meister der Landesliga Lüneburg in die Niedersachsenliga auf und steht nach fünf Siegen in den ersten fünf Spielen unangefochten an der Tabellenspitze der Staffel Lüneburg/Weser-Ems.

Genau dieser Aufstieg in die höchste Landesspielklasse war den Geburtsjahrgängen 1990 und 1992 Mitte der 2000er-Jahre verwehrt geblieben. Weil die seinerzeit existierende Jugendspielgemeinschaft (JSG) Borstel-Luh­dorf kein eigenständiger und kein eingetragener Verein war, durften die JSG-Mannschaften höchstens in der Landesliga kicken. Den nächsten potenziellen Kandidaten des Jahrgangs 1995 sollte keine Regularien auf dem Weg nach oben im Weg stehen, so die Überlegung.

Verträge wurden erst nach mehr als einem Jahr unterzeichnet

Zunächst mussten die Verantwortlichen der beiden Stammvereine MTV Borstel-San­genstedt und MTV Luhdorf-Roydorf von der Sinnhaftigkeit einer Konzentration der Kinder und Jugendlichen in einem Jugendförderverein überzeugt werden. Danach galt es, rechtliche Rahmenbedingungen und finanzielle Fragen zu klären. Seit der ersten Idee verging mehr als ein Jahr, ehe die Verträge unterzeichnet wurden. Als Gründungsdatum des JFV Borstel-Luhdorf ist der 20. Mai 2010 dokumentiert.

Zu den sieben Gründungsmitgliedern gehörten Simone Hußmann, Lutz Nasemann und Thorsten Hänel. Sie bildeten den ersten Vorstand und gestalteten viele Jahr die Geschicke des Vereins. Bald stieß Michael Arndt als Beirat hinzu. Hußmann, die zuvor bereits Vorsitzende der Jugendspielgemeinschaft gewesen war, war das Gesicht des JFV. Nach fünf Jahren trat Nasemann als zweiter Vorsitzender zurück und wurde von Arndt abgelöst.

Einheitliche Trikots, ein Vereinsbus und das Hallenmasters – diese Dinge konnte der erste Vorstand zeitnah realisieren. Alle Spieler wurden mit den gleichen Trikots ausgestattet – die blau-grün-gestreiften Jerseys des JFV Borstel-Luhdorf sind seitdem über die Grenzen des Landkreises Harburg hinaus bekannt. Finanziert von Sponsoren und durch den Club 50 wurde ein Vereinsbus angeschafft, der seit jeher von Dieter Pflug gepflegt und verwaltet wird. Da dieser Bus in die Jahre gekommen war, wurde pünktlich zum zehnjährigen Bestehen ein neuer Vereinsbus angeschafft. Dritter Punkt war die Einführung einer Turnierserie in der Weihnachtszeit, das sogenannte Hallenmasters. Jeder Jahrgang lädt zu einem eigenen Turnier in die Peter-Wind-Halle nach Luhdorf ein – für Eltern und Kinder eine willkommene Abwechslung zwischen den Feiertagen und dem Jahreswechsel.

Das Jahr 2019 bildete den bisherigen Höhepunkt

In den vergangenen zehn Jahren gelangen dem JFV Borstel-Luhdorf zahlreiche Erfolge: Kreis- und Bezirksmeistertitel auf dem Feld und in der Halle sowie Pokalsiege auf Kreis- und Bezirksebene. Das Jahr 2019 bewertet der heutige Vorsitzende Karsten Meyer als bisherigen Höhepunkt. Am „Tag der Champions“ Anfang des Jahres in der Winarena in Winsen gewann der JFV Borstel-Luhdorf drei Futsal-Kreisti­tel – in den Jahrgängen 2000, 2003 und 2004. Vier Monate später, im Mai 2019, gingen dann an ein- und demselben Tag die 2000er und 2003er jeweils als Bezirkspokalsieger vom Platz.

Für die Saison 2020/2021 hat der JFV Borstel-Luhdorf 16 Mannschaften zum Punktspielbetrieb gemeldet und stellt im Großraum Winsen den größten und erfolgreichsten Jugendfußballverein. Die 2003er-Mannschaft geht in ihre zweite Landesligasaison. Die Talente des Jahrgangs 2004 mit Cheftrainer Olaf Lakämper haben als erste JFV-Mannschaft überhaupt den Aufstieg in die Niedersachsenliga geschafft.

Jugendkoordinator – eine neu geschaffene Position

Nach dem Rücktritt des langjährigen Vorstandstrios im vergangenen Jahr hatte Arne Faust übergangsweise die Führung des Vereins übernommen. Im Februar dieses Jahres konnte dann ein komplett neuer Vorstand gewählt werden. Karsten Meyer als erster Vorsitzender, Stefan Metzmacher als zweiter Vorsitzender und Luca Meyer als Kassenwart übernahmen das Ruder. „Mit der Unterstützung des erweiterten Vorstandsteams haben wir uns voller Elan und mit neuen Ambitionen auf den Weg gemacht“, sagte „Kessy“ Meyer.

Neu geschaffen wurde die Position eines Jugendkoordinators, besetzt durch Andreas Hagen, der als Bindeglied zu den Stammvereinen fungieren und den Übergang von der A-Jugend zu den Erwachsenen begleiten soll. Im Herrenbereich müssen sich die nachrückenden Fußballer entscheiden, ob sie für den MTV Borstel-Sangenstedt, die Erste spielt in der Bezirksliga, oder den MTV Luhdorf-Roydorf (2. Kreisklasse) auflaufen wollen.

Über kurz oder lang strebt der JFV Borstel-Luhdorf an, von der C-Jugend aufwärts mit jeder Mannschaft mindestens auf Bezirksebene zu spielen. „Aber auch der Grundgedanke bei der Gründung soll weiterverfolgt werden, nämlich neben den Leistungsmannschaften auch den Breitensport zu fördern“, so Karsten Meyer. Bestes Beispiel seien die 2003-er, die diesen Ansatz mit einem Team in der Landesliga und einem weiteren in der Kreisliga seit Jahren perfekt umsetzen. Um die Zukunft der Nachwuchsfußballer in den Winsener Ortsteilen muss man sich keine Gedanken machen.