Corona-Pause?

Unterbricht Harburg die Amateurfußball-Saison?

Das Oberliga-Südderby zwischen Buchholz und Rosengarten war kurz vor dem Beschluss der Saisonunterbrechung am Sonntag gespielt worden.

Das Oberliga-Südderby zwischen Buchholz und Rosengarten war kurz vor dem Beschluss der Saisonunterbrechung am Sonntag gespielt worden.

Foto: Günther Bröde

Hamburger Verband hat Pause beschlossen. Ähnlicher Schritt wird in Niedersachsen und im Landkreis vorbereitet

Harburg.  Viele hatten es bereits erwartet - und dennoch war es eine kleine Bombe, die am Sonntagabend platzte. Der Hamburger Fußball Verband (HFV) unterbricht die laufende Amateurfußball-Saison auf unbestimmte Zeit.

Neben den gestiegenen Infektionszahlen in Hamburg, sei unter anderem eine neue Verfügung aus dem Landkreis Pinneberg der Grund für die Unterbrechung gewesen. In Pinneberg dürfen seit dieser Woche nur noch 10 Personen miteinander Sport treiben – Fußballtraining und Spiele sind nicht mehr möglich. Da viele Pinneberger Vereine zum HFV zählen, konnte ein fairer Wettbewerb nicht mehr gewährleistet werden. Zuvor war die Marke von 50 Neuinfektionen in einer Woche pro 100.000 Einwohner in Pinneberg überschritten worden. Auch der Landkreis Harburg droht, diesen Wert in den kommenden Tagen zu knacken.

„Eigentlich habe ich immer ein gutes Gefühl. Wenn die Inzidenzzahl aber über 50 steigt, ist es kaum begründbar, weiter zu spielen“, sorgt sich Frank Dohnke, kommissarischer Vorsitzender des NFV-Kreisverbands Harburg. Am Montag lag der Inzidenzwert im Landkreis Harburg bereits bei 44,8. Eine Woche zuvor lag der Wert noch bei 23,6.

Land macht klare Vorgaben

„Derzeit hat der Landkreis Harburg den Inzidenzschwellenwert von 35 überschritten, entsprechend gelten die Vorgaben und Einschränkungen des Landes. Auch für den Fall, dass sich die Infektionszahlen weiter erhöhen und der Inzidenzschwellenwert von 50 ebenfalls überschritten wird, womit bei der jetzigen Situation in absehbarer Zeit zu rechnen ist, hat das Land klare Vorgaben.

Die Regelungen für den Sportbereich stehen derzeit nicht im Verhältnis zu sonstigen Veranstaltungen. Wir gehen davon aus, dass es dazu noch Änderungen in der Landesverordnung geben wird. Um die Öffentlichkeit nicht zu sehr mit unterschiedlichen Regelungen zu belasten, werden wir unsere Regelungen möglichst den Landesregelungen angleichen“, schreibt der Landkreis Harburg- und verweist damit auf das Land Niedersachsen.

Das Land Niedersachsen wiederum teilte auf Abendblatt-Nachfrage mit, dass es erst im Laufe der nächsten Tage zu möglicherweise neuen Regelungen kommen werde. „Bis Ende Oktober werden wir die Maßnahmen bewerten und gegebenenfalls nachjustieren. Der Sport hat natürlich auch eine Bedeutung im Infektionsgeschehen“, sagt ein Sprecher des Landes Niedersachsen.

Auch Zuschauerausschluss vorstellbar

Wie genau neue Maßnahmen für den Sportbereich aussehen könnten, teilte der Sprecher nicht mit. „Im Sport, beispielsweise bei Kontaktsportarten wie zum Beispiel Fußball und Handball, sind hohe Atemfrequenz und Aerosole festzustellen, auf die wir Infektionen im Landkreis Harburg zurückführen.

Hinzu kommen dann gerade im Anschluss an das eigentliche Sporttraining oder Spiel die Treffen, Feiern und Kontakte, bei denen die Abstände und sonstigen Regelungen nicht eingehalten werden. Insofern sind Sportaktivitäten ein möglicher von vielen Übertragungswegen“, schreibt der Landkreis Harburg. Ob die Infektionen beim Sport selbst oder erst im Anschluss daran geschehen, ließe sich dabei allerdings nur schwer sagen, so die schriftliche Antwort des Landkreises.

Frank Dohnke hält derweil auch einen Zuschauerausschluss für vorstellbar. „Ich habe aber das Gefühl, dass das gemeinsame Umziehen und Duschen das größte Problem ist. Und in der jetzigen Jahreszeit können wir auch nicht erwarten, dass die Spieler umgezogen zum Platz kommen“, sagt der kommissarische NFV-Kreisvorsitzende. Dies war zwischenzeitlich vom NFV empfohlen wurden, um das Gedränge in den Umkleiden zu vermeiden.

Die finale Entscheidung zur Zukunft des Amateurfußballs erwartet Dohnke in den nächsten Tagen. Dazu werde er sich mit Reiner Kaminski, Sozialdezernent im Landkreis Harburg, besprechen. „Ich halte es für denkbar, dass wir die Saison für eine oder zwei Wochen unterbrechen und die Lage dann weiter beobachten“, sagt Dohnke.