Volleyball-Bundesliga

SVG Lüneburg unterliegt starken Bühler Bisons

Insbesondere der starke Bühler Block macht den Lüneburgern zu schaffen.

Insbesondere der starke Bühler Block macht den Lüneburgern zu schaffen.

Foto: nordphoto/ Witke via www.imago-images.de / imago images/Nordphoto

Erste Niederlage der neuen Bundesliga-Saison für die „Lünehünen“. Schon am Sonnabend steht das nächste Heimspiel an.

Lüneburg . Wie versteinert stand Tyler Koslowsky (27) nach der 1:3 (25:16, 20:25, 25:27, 27:29)-Heimniederlage gegen die Volleyball Bisons Bühl am Spielfeldrand der Gellersenhalle. Immer wieder hatte sich der Libero der SVG Lüneburg gegen die erste Niederlage der neuen Bundesliga-Saison gestemmt. Er klatschte unermüdlich in die Hände, ermutigte sich, das Team und die 190 zugelassenen Zuschauer. Sichtlich enttäuscht, die Hände in die Hüfte gestützt, blickte er am Ende mit leeren Augen in Richtung der feiernden Gäste.

Koslowsky hatte jeden Grund zur Enttäuschung, nachdem die SVG den ersten Satz dominiert hatte. Zu Beginn war es in erster Linie Mittelblocker Florian Krage (23), der die SVG zur 6:2 Führung schmetterte und die Gäste aus Baden-Württemberg in die erste Auszeit zwang. SVG-Trainer Stefan Hübner stand mit geballten Fäusten an der Seitenlinie, als Diagonalangreifer Jannik Pörner (27) den Block zum 25:16-Satzgewinn setzte. Ein „Sahnesatz“, wie Stefan Hübner nach der Partie befand.

Im Angriff verlor die SVG ihre Lockerheit

Dass sich die ambitionierten Gäste aus Baden-Württemberg in den folgenden Sätzen nicht geschlagen gaben, sei der Mannschaft aber klar gewesen. Insbesondere im Angriff verlor die SVG ihre Lockerheit, lag nach mehreren geblockten Schlägen zwischenzeitlich mit 7:11 zurück. „Bühl hat sehr gut aufgeschlagen, sodass wir minimal ängstlich wurden und im Angriff zu berechenbar waren“, analysierte Florian Krage. Der junge Außenangreifer Konrad Thole (21) leistete sich einige Annahmefehler, Diagonalangreifer Jannik Pörner fand keine Mittel gegen den starken Block.

Insgesamt konnte Bühl mit 20 Blockpunkten dem Spiel den Stempel aufdrücken, hinzu kamen starke Aufschläge, darunter neun Asse. Lüneburgs Angriffe verloren jetzt die Präzision. Und so war es symptomatisch, dass ein SVG-Angriff im Aus landete und die Bisons den 1:1-Satzausgleich bejubelten. „Wir haben uns heute im Angriffsspiel ein bisschen schwer getan. Da müssen wir uns den Aufbau und das Zuspiel noch mal genau anschauen“, sagte SVG-Trainer Hübner.

Anfangseuphorie in der Gellersenhalle verflog

Spätestens nachdem die SVG mit einem 0:3-Rückstand in den dritten Satz startete, war die Anfangseuphorie in der Gellersenhalle endgültig verflogen. „Mit deutlich weniger Fans ist es natürlich schwer. Normalerweise ist die Halle bis unters Dach gefüllt und jeder hat eine Klatschpappe. Das fehlt alles. Das ganze Spiel fühlt sich anders an, die Interaktion mit den Fans findet nicht wie gewohnt statt“, resümierte Stefan Hübner. Schließlich waren es erneut die Bisons, die Jannik Pörners Schlag blockten und den dritten Satz mit 25:27 für sich entschieden.

„Natürlich sollte man die Euphorie aus dem ersten Satz besser transportieren. Wir wussten aber, dass Bühl stark zurückkommt. Wir haben dann ein bisschen die Lockerheit verloren“, sagte Mittelblocker Krage. Im vierten Satz war Lüneburg lange Zeit auf Augenhöhe, Bühl in den entscheidenden Momenten aber cleverer. Als die SVG beim Stand von 25:24 und 26:25 zwei Mal die Chance zum Satzausgleich besaß, sorgten SVG-Aufschlagfehler dafür, dass die Bisons im Satz blieben. „In manchen Phasen merkt man einfach noch unsere Unerfahrenheit“, sagte Florian Krage. Am Ende war es Bühls Außenangreifer Tomás Lopez, der Jordan Ewert zum entscheidenden 27:29 abschoss und die erste SVG-Heimpleite der Saison besiegelte.

Am Sonnabend geht es gegen die Netzhoppers weiter

Sowohl Stefan Hübner, als auch Florian Krage befanden, dass die SVG „kein schlechtes Spiel“ gemacht habe. „Ich bin vom Niveau positiv überrascht, da waren viele gute Sachen dabei. Am Ende hat es Bühl hier und da schlauer gemacht. Das ist dann der Unterschied in der Crunchtime. Die Liga ist grundsätzlich sehr ausgeglichen“, sagt Hübner. Die SVG Lüneburg befindet sich nach einer holprigen Vorbereitung und einem überraschen 1:3-Auftaktsieg bei den United Volleys Frankfurt weiter in der Entwicklung.

Zuspieler Leon Dervisaj (24) verpasste weite Teile der Vorbereitung verletzungsbedingt, Ersatzmann Hannes Gerken (22) wurde erst im Sommer aus dem Drittligateam hochgezogen. Viel Zeit bleibt jedoch nicht. Am Sonnabend (19 Uhr) wollen die Lüneburger gegen die Netzhoppers Königs Wusterhausen den ersten Heimsieg einfahren.