Feldhockey

TG Heimfeld verpasst das Saisonziel

Lea Dietrichs (vorn) schirmt den Ball gegen die Raffelberger Abwehr ab. Ein Treffer gelingt ihr an diesem Tag nicht.

Lea Dietrichs (vorn) schirmt den Ball gegen die Raffelberger Abwehr ab. Ein Treffer gelingt ihr an diesem Tag nicht.

Foto: Günther Bröde

Der fünfte Tabellenplatz in der 2. Bundesliga ist nach zwei Heimniederlagen nur noch theoretisch erreichbar.

Heimfeld.  An einem Wochenende alles verspielt haben die Hockeyfrauen der TG Heimfeld in der 2. Bundesliga. Hatten sie es vor dem Doppelspielwochenende in der 2. Liga Nord auf ihrer idyllischen Anlage Am Waldschlößchen noch selbst in der Hand, ihr erklärtes Saisonziel aus eigener Kraft zu erreichen, ist der mit Tabellenplatz fünf verbundene Einzug in die Aufstiegsrunde zur 1. Bundesliga jetzt nur noch eine theoretische Option. Und aus einem „Wir stehen unter Zugzwang“ ihres Trainers Dennis Sievert nach der ersten Niederlage mit 1:3 gegen den Nordgruppen-Spitzenreiter Club Raffelberg ist nur einen Tag später nach einem 0:1 gegen den Crefelder HTC ein „Jetzt wäre es schon vermessen, noch an die Aufstiegsrunde zu denken“ geworden.

Sonnabend Niederlage gegen Tabellenführer

Nach der Niederlage am Sonnabend gegen den Nordstaffel-Überflieger Club Raffelberg mit 1:3 (1:1) waren die Heimfelder Hockeydamen in der Tabelle auf Rang sieben zurückgefallen. Damit war ihr Saisonziel Tabellenplatz fünf ein großes Stück weit in die Ferne gerückt. Und nur einen Tag später sah die Welt am Waldschlößchen noch trister aus. Unter dem Druck, jetzt wenigstens das zweite Spiel gewinnen zu müssen, ging auch dieses gegen Krefeld mit 0:1 verloren und Tabellenplatz fünf ist vor dem letzten Saisonspiel praktisch nicht mehr zu erreichen.

„Als Aufsteiger gegen den Tabellenführer zu verlieren ist keine Schande“, hatte Dennis Sievert das 1:3 gegen Raffelberg noch als ein Stück Normalität eingeordnete. Schon im Hinspiel in Duisburg waren die Heimfelderinnen dem Erstligaanwärter mit 2:3 unterlegen gewesen und kamen damals erst zum Schluss zu ihren beiden Treffern, die das Ergebnis etwas erträglicher aussehen ließen. Damals, das war vor mehr als einem Jahr am 7. September 2019 der Saisonauftakt zur Feldserie in der 2. Bundesliga-Damen, die später wegen der Corona-Pandemie nicht zu Ende gespielt werden konnte. Mit einem 1:1 beim Mitaufsteiger ETuF Essen am 12. Oktober 2019 ging die Hinserie der Feldsaison zu Ende.

Den Start in die Rückrunde verhinderte dann die inzwischen ausgebrochene Corona-Pandemie. So dauerte es fast elf Monate, genau gesagt bis zum 5. September 2020, bis die Feldsaison 2019/20 mit der Rückrunde endlich fortgesetzt werden konnte. Anders als in anderen Sportarten wie etwa Fußball und Handball war die Hockeysaison nicht abgebrochen worden. Der Deutsche Hockey-Bund (DHB) hatte sich im Gegensatz zu vielen anderen Sportverbänden dazu durchgerungen, die Spielserie lediglich zu unterbrechen und bei nächster Gelegenheit fortzusetzen und regulär mit vollständiger Hin- und Rückrunde bis zur Winterpause 2020/21 zu Ende zu führen. Im Frühjahr 2021 soll die Saison dann mit einer Aufstiegsrunde mit den beiden jeweils der ersten fünf Mannschaften der Staffeln Nord und Süd und einer Abstiegsrunde mit den übrigen zehn Vereinen der beiden Staffeln gänzlich zu Ende gebracht werden.

„Das sind dann noch einmal acht Spiele für uns“, sagte Dennis Sievert und erklärt, warum ihm das Erreichen der Aufstiegsrunde so wichtig war. „Wir sind ja nicht so vermessen, dass wir von einem Aufstieg in die 1. Bundesliga geträumt haben, aber wir wollten natürlich auch nicht gegen den Abstieg kämpfen müssen.“ Das werden sie jetzt müssen, denn dass die Heimfelder Hockeydamen die Aufstiegsrunde doch noch erreichen, ist nach normalen Maßstäben unmöglich. Am letzten Spieltag der Hauptrunde können sie am kommenden Sonntag zwar immer noch drei Punkte beim Tabellenvierten Bonner THV holen und damit nach Punkten in der Tabelle mit dem Gegner gleichziehen. Doch um dessen um zwölf Zähler besseres Torverhältnis aufzuholen, muss es schon ein Sieg mit mindestens sieben Toren werden. Und dann dürfen gleichzeitig der Hamburger Polo Club nicht über ein Unentschieden beim Tabellenletzten ETuF Essen hinauskommen, Krefeld nicht punkten und Blau-Weiß Köln nicht beim Bremer HC gewinnen.

Gestern setzte es die zweite Niederlage

Ein bisschen viel „Wenn und Aber“ vor dem letzten Spieltag, meint auch Dennis Sievert. „Wir glauben nicht mehr daran. Das Spiel gegen Krefeld war noch einmal ein Spiegelbild der gesamten Saison. Wir nutzen einfach unsere Chancen nicht und der Gegner trifft bei fast jeder Möglichkeit.“ Den einzigen Treffer gegen Raffelberg hatte Pippa Bahr in der 14. Minute zur 1:0-Führung erzielt. Aber wie einen Tag später der Crefelder THC war auch der Tabellenführer am Waldschlößchen einfach die effektivere Mannschaft.

An den Niederlagen des Wochenendes will Dennis Sievert das wahrscheinliche Verpassen der Aufstiegsrunde aber nicht festmachen. „Entscheidend war, dass wir nur Unentschieden gegen Essen gespielt und zuletzt 0:2 in Köln verloren haben. Da haben wir uns jeweils selbst ein Bein gestellt.“ In Köln hatten die Heimfelderinnen nach Angaben ihres Trainer ihr bis dahin bestes Saisonspiel überhaupt gezeigt.„Wir haben viel gewollt und wenig erreicht“, so das etwas ernüchternde Fazit von Dennis Sievert.