Fusion für den Breitensport

Ein zweiter Großverein für Buxtehude

Vereins-Vorstände SG Buxtehude-Altkloster: Susanne von Arciszewski und Hans-Günter Hermann

Vereins-Vorstände SG Buxtehude-Altkloster: Susanne von Arciszewski und Hans-Günter Hermann

Foto: Rolf Zamponi

Ziel der SG Buxtehude-Altkloster: Mehr Einfluss auf Sportpolitik der Stadt, Ausbau für den Breitensport und bessere Nutzung von Hallenzeiten.

Buxtehude.  Der Turn- und Sportverein (TSV) Buxtehude-Altkloster stand in der Stadt an der Este schon immer an zweiter Stelle unter den Sportvereinen. Jetzt rückt der Verein durch die Fusion mit dem PSV Buxtehude, der aus der „Schießsportgruppe Post Buxtehude“ hervorging, als Sportgemeinschaft (SG) Buxtehude Altkloster näher an den Buxtehuder Sportverein (BSV) heran.

Mit rund 4300 Mitgliedern ist der BSV zwar weiter mit Abstand der größte Club der Stadt und bundesweit vor allem für seinen Frauen-Handball in der Bundesliga bekannt. Doch seit Beginn des Monats steht dem BSV in der 40.000-Einwohner-Stadt mit dem Zusammenschluss nun ein Verein mit 2600 Mitgliedern gegenüber. Die Fusion hatten die Mitglieder mit großen Mehrheiten besiegelt. „Wir setzen auf mehr Einfluss auf die Sportpolitik der Stadt und den Ausbau für den Breitensport, der bei uns im Mittelpunkt steht“, sagte Susanne von Arciszewski, die Präsidentin der Sportgemeinschaft dem Abendblatt.

Es war ein langer Weg über Jahre hinweg bis zur Vereinigung. Kurz vor Weihnachten 2016 hatten die Initiatoren um von Arciszewski und den PSV-Vorsitzenden Jörg Grote erstmals Karten an die Mitglieder des TSV und des PSV verschickt. Die Botschaft unter dem Titel „Ein Verein in Altkloster“: Man wolle über eine Fusion nachdenken. „Die Reaktion hat uns damals überrascht“, sagt Hans-Günter Hermann, der ebenfalls vom TSV kommt und jetzt als Finanzchef zum geschäftsführenden Vorstand der SG gehört. „Alle waren dafür.“ So konnten die Sondierungsgespräche beginnen.

Zusammenschlüsse als probate Antwort

Die Strategie geht dabei auf den Sportentwicklungsplan der Stadt zurück, an dem von Arciszewski unter der Regie von Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt mitgearbeitet hatte. Die Bürgermeisterin hatte dabei Fusionen empfohlen, um die ohnehin knappen Hallenkapazitäten mit größeren Gruppen effektiver nutzen zu können. „Zudem wird es auch immer schwieriger, Übungsleiter und ehrenamtlich tätige Menschen zu finden, die für die Führung eines Vereins notwendig sind“, so von Arciszewski.

Zusammenschlüsse scheinen da als eine probate Antwort, um auf den Mangel zu reagieren. Die Corona-Krise hat das Angebot von Übungszeiten nun erneut verringert, obwohl dies bei den Überlegungen natürlich gar nicht absehbar war. Doch die Schulen brauchen aufgrund der Beschränkungen mehr Hallenzeiten, um den Sportunterricht aufrecht erhalten zu können.

Immerhin: Die Pandemie hat nicht dazu geführt, dass beim TSV und PSV viele Mitglieder abgesprungen sind. Sie zahlten trotz der knapp viermonatigen Unterbrechung ihre Beiträge weiter. „Die Finanzlage ist zufriedenstellend“, fasst Hermann zusammen, ohne Zahlen zu nennen.

Schlagkräftige Stadtteilarbeit

Ohne Einkünfte blieben jedoch die Trainer, die besondere Kurse wie Yoga oder Schwimmen anboten. Aufgrund der geringen Zahl der möglichen Teilnehmer im Lehrschwimmbecken in Neukloster sind die Schwimmkurse bis zum Jahresende ausgesetzt.

Formal wurde die neue Sportgemeinschaft im Oktober 2019 gegründet. In zwei außerordentlichen Mitgliederversammlungen Anfang diesen Monats stimmten beim PSV alle 63 Anwesenden für die Fusion. Beim TSV gab es eine Gegenstimme bei 47 Teilnehmern. Zum Vorstand zählen derzeit neben von Arciszewski und Hermann noch Michaela Gronau als Protokoll-Referentin und Grote vom PSV. Im ersten Quartal 2021 soll der Vorstand auf neun Mitglieder erweitert werden. Das Thema „Berufung eines hauptamtlichen Geschäftsführers“ wurde jedoch vorerst zurückgestellt.

Für die Zukunft geht es der neuen Präsidentin, dem Finanzvorstand sowie Grote vor allem darum, eine schlagkräftige Stadtteilarbeit und gut organisierte Freizeitangebote vorhalten zu können. Dazu soll die Zusammenarbeit mit dem Bürger- und dem Schützenverein in Altkloster ausgeweitet werden. „Wir wollen“, sagt von Arciszewski, „als gut aufgestellter Sportverein ein Konkurrenzangebot zu den Fitnesscentern machen und so den Verein für die nächsten Generationen absichern.“

Fusion mit dem noch größeren BSV ist noch kein Thema

Kommt dann auch eine weitere Vereinsfusion mit dem noch größeren BSV in Buxtehude in Frage? Da ist die Präsidentin eher skeptisch: „Wir arbeiten gut mit dem BSV zusammen, es gibt Kooperationen, die Stimmung ist gut. Aber eine Fusion ist derzeit kein Thema.“ Für die Bürger bietet die ausgebaute Sportgemeinschaft nun eine Alternative. „Wir hören immer wieder, dass das den Menschen wichtig ist.“