Buchholz/Rosengarten

Auf diese Nachwuchs-Handballer wartet die Bundesliga

Niklas Kortstegge, Luca Credo und Tim Kleinknecht (v.l.) freuen sich auf die Duelle in der A-Jugend Bundesliga.

Niklas Kortstegge, Luca Credo und Tim Kleinknecht (v.l.) freuen sich auf die Duelle in der A-Jugend Bundesliga.

Foto: Günther Bröde (FMG) / Günther Bröde

Niklas Kortstegge, Luca Credo und Tim Kleinknecht spielen für den VfL Horneburg jetzt in der höchsten deutschen A-Jugend-Liga.

Buchholz.  50 Trainingseinheiten an 80 Tagen – für Niklas Kortstegge, Luca Credo und Tim Kleinknecht hat sich der fast schon professionelle Aufwand in den Sommerferien gelohnt. Die drei Handball-Jugendlichen, die einst beim HV Rosengarten und Buchholz 08 mit Handballspielen angefangen haben, sind mit ihrem jetzigen Verein VfL Horneburg aus dem Nachbarkreis Stade in die Handball-Bundesliga aufgestiegen. In zwei Qualifikationsspielen setzten sich die männlichen A-jugendlichen des VfL Horneburg, die zuletzt vor zwei Jahren ein Spiel verloren haben, gegen die HSG Delmenhorst durch und dürfen sich jetzt in der Bundesliga-Nordstaffel auf die Nachwuchsteams von so namhaften Handballvereinen wie THW Kiel, SG Flensburg-Handewitt, HSG Handball Lemgo, TUSEM Essen und dem HSV Hamburg freuen.

„So ein Aufstieg in die Bundesliga ist ein richtig gutes Gefühl“, beschreibt Niklas Kortstegge die eigenen Empfindungen anlässlich des Erreichten und des Kommenden. Zumal ihm und Luca Credo als bisher noch B-Jugendliche ein weiteres Highlight in ihrer noch jungen Sportlerkarriere in diesem Jahre wegen der Corona-Pandemie versagt blieb. „Wir hatten uns mit dem VfL Horneburg als Oberligameister für die Deutsche Meisterschaft der B-Jugend qualifiziert, die dann aber abgesagt wurde,“ erzählte Niklas.

Training begann erst in den Sommerferien

Statt dessen hieß es Frust schieben für die drei Jugendlichen aus dem Landkreis Harburg. Kein Handball während des Lockdowns; erst in den Sommerferien ging es auch beim VfL Horneburg weiter. Zuerst in kleinen Gruppen draußen auf dem Fußballfeld und dann auch bald wieder in den Sporthallen. „Auch wenn wir ständig ohne Körperkontakt trainieren mussten, sind wir heute trotzdem fit für die Bundesliga“, glaubt Luca Credo und ergänzt: „Fit und heiß“.

Wie Niklas Kortstegge hofft Luca Credo, das Abenteuer Bundesliga zwei Jahre lang genießen zu können. „Unser Ziel ist im ersten Jahr der Klassenerhalt, damit wir noch eine zweite Saison in der Bundesliga anhängen können,“ sagen beide übereinstimmend. In 2003 geboren gehören sie dem jüngeren Jahrgang an. Tim Kleinknecht, der auch Kapitän der Horneburger A-Jugend ist, ist ein Jahr älter und darf deshalb auch nur noch ein Jahr lang Bundesliga spielen. „Ich werde es deshalb umso intensiver genießen“, sagt der Schüler des Beruflichen Gymnasiums Buchholz, der wie Luca Credo in Buchholz wohnt.

Niklas Kortstegge, dessen Vater Detlef einer von zwei Vorständen der Handball-Luchse ist und dessen Mutter Bettina die Geschäftsstelle der Spielgemeinschaft des HV Rosengarten und Buchholz 08 leitet, lebt in Sprötze. Er und Luca Credo besuchen das Gymnasium Am Kattenberge. Alle drei Handballtalente streben das Abitur an.

Trennung in Meister- und Pokalrunde

Die A-Jugend-Bundesliga spielt zunächst eine einfache Punktspielrunde ohne Rückspiele und teilt sich danach in eine Meister- und eine Pokalrunde auf. In die Meisterrunde ziehen die ersten vier Vereine einer jeden Staffel ein, die übrigen Teams spielen eine Pokalrunde mit einem abschließenden Final-Four-Turnier um den DHB-Pokal der A-Junioren aus. Die Horneburger gehen davon aus, dass sie es wohl nicht in die Meisterrunde schaffen werden. In der Pokalrunde geht es neben dem Pokalsieg auch um die erneute Qualifikation für die höchste deutsche Spielklasse für die A-Jugendlichen.

Prominente Teams kommen nach Horneburg

In ihrer Mannschaft agieren die drei Handballtalente aus Buchholz und Sprötze auf unterschiedlichen Positionen; Niklas am Kreis, Luca auf Linksaußen und Tim im Rückraum. Gemeinsam fiebern sie dem Saisonbeginn an diesem Wochenende mit dem Auswärtsspiel am Sonnabend um 15 Uhr bei TUSEM Essen entgegen; am 3. Oktober um 19.30 Uhr ist die HSG Handball Lemgo zu Gast in Horneburg. Weitere namhafte Gegner in Horneburg sind die SG Flensburg-Handewitt und der HSV Hamburg. Dazu erwarten die A-Jugendlichen des VfL Horneburg und ihr Trainer Stefan Hagedorn in eigener Halle den TSV Altenhagen-Heppen und HC Bremen.

Mentaltrainerin der Luchse hilft

Niklas Kortstegge, Luca Credo und Tim Kleinknecht werden vor allem lernen müssen, wieder mit Niederlagen umzugehen. „Sie werden in der Bundesliga bestimmt einige deftige Klatschen einstecken müssen,“ ist sich Detlef Kortstegge sicher. Um sie mental auf diese neue Situation einzustimmen, hatte Stefan Hagedorn in dieser Woche mit Maike Koberg die Mentaltrainerin der Bundesligafrauen der Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten eingeladen, die Horneburger Jungs seelisch auf die zu erwartenden Enttäuschungen einzustimmen. „Vor allem ging es darum zu lernen, sich abzeichnende Niederlagen in Grenzen zu halten und sich immer wieder neu zu motivieren können,“ sagte Detlef Kortstegge. Wie es scheint, sind Niklas Kortstegge, Luca Credo und Tim Kleinknecht in jeder Hinsicht gut vorbereitet auf das Abenteuer Bundesliga.