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Neues Trainertrio für Oberligisten TSV Buchholz 08

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Günther Bröde
Das Trainertrio des TSV Buchholz 08 für die neue Oberligasaison (von links): Jan Akira Voss (Co-Trainer), Baktas Popal (Torwarttrainer) und Nabil Toumi (Cheftrainer).

Das Trainertrio des TSV Buchholz 08 für die neue Oberligasaison (von links): Jan Akira Voss (Co-Trainer), Baktas Popal (Torwarttrainer) und Nabil Toumi (Cheftrainer).

Foto: Günther Bröde

Nach verkorkster Saison und knapp vermiedenem Abstieg soll es sportlich nun wieder aufwärts gehen.

Buchholz. Die Fußballer des TSV Buchholz 08 haben Hamburger Fußballgeschichte geschrieben, als sie 2006 als Meister der Landesliga Hammonia erstmals in die Oberliga Hamburg aufstiegen. Setzte sich das Team doch überwiegend aus jungen Spielern zusammen, die unter dem damaligen Trainer Thomas Titze von frühester Jugend an zusammen gespielt hatten und als junge Herrenmannschaft in die höchste Hamburger Spielklasse durchmarschierten.

Seit fast 15 Jahren hält sich der Verein nunmehr in der Oberliga. Zuletzt aber kriselte es sportlich heftig bei 08, den erneuten Klassenerhalt verdankt der Verein auch dem Umstand, dass es in diesem Jahr aufgrund des Abbruchs der Saison keine Absteiger gibt und stattdessen die Ligen aufgestockt werden. Die Hoffnungen in der Nordheide auf bessere Zeiten ruhen jetzt vor allem auf dem neuen Trainer Nabil Toumi.

Er übernimmt das Ruder beim TSV Buchholz 08 in einer Zeitenwende. Mit dem Rückzug des bisherigen Kapitäns und Urgesteins Lukas Kettner mit erst 32 Jahren in die Alte Herren ist eine Ära zu Ende gegangen. Kettner war der letzte Verbliebene der einst „jungen Wilden“, die 2006 den Aufstieg schafften. Er absolvierte fast 400 Oberligaspiele für die Nordheider, sein Name ist eng verbunden mit den großen Erfolgen. Unter Thomas Titze, der das Team mehr als 20 Jahre lang trainierte, wurden die Buchholzer zweimal Vizemeister in der Oberliga Hamburg.

Einige Leistungsträger haben die Mannschaft verlassen

Doch die glorreichen Zeiten gehören der Vergangenheit an. 2015/2016 qualifizierten sich die Buchholzer ein erstes und einziges Mal für das Halbfinale im Hamburger Fußball-Pokalwettbewerb. Legendär ist die Ausnahmestellung der Buchholzer Oberligafußballer in Sachen sportliches Auftreten, 18-mal gewannen sie den Sparda-Bank-Fairnesspreis des Hamburger Fußball-Verbandes.

Auch wenn der Kapitän und einige wenige andere Leistungsträger von Bord gegangen sind, hat der neue Trainer Nabil Toumi vor dem Start in die neue Fußballsaison mit 28 Fußballern mehr als genügend Namen auf dem Zettel. 16 Spieler halten dem Verein nach einer verkorksten Saison mit dem vorzeitig beendeten Engagement des früheren HSV-Profis Marinus Bester als Trainer die Treue. Nur sechs Abgängen stehen bis dato zwölf Neuzugänge gegenüber.

Der 38 Jahre alte Nabil Toumi, Inhaber der Trainer-A-Lizenz, tritt die Nachfolge von Rüdiger Meyer an, der die Mannschaft seit der Trennung von Bester trainiert hatte und jetzt die Aufgaben des bisherigen Ligamanagers Simon Beecken übernimmt, der sich auf Sponsoring und Marketing konzentrieren wird. Die Verpflichtung von Toumi war eine der letzten Amtshandlungen von Beecken in alter Funktion. Nicht nur innerhalb der Mannschaft und im Management halten sich bei Buchholz 08 Wechsel und Konstanz die Waage. Jan Akira Voss, der schon unter Thomas Titze, Thorsten Schneider, Marinus Bester und zuletzt Rüdiger Meyer als Co-Trainer wirkte, bleibt der Oberligamannschaft erhalten.

„Wir können nicht ohne ihn – und er nicht ohne uns“, kommentierte Rüdiger Meyer die Zusage von Voss, auch Nabil Toumi in Training und Wettkampf zu unterstützen. Auch Torwarttrainer Baktas Popal, seit 2016 dabei, bleibt dem Verein erhalten. Nabil Toumi, der seine Trainerlaufbahn beim Harburger TB auf der Jahnhöhe begann, wo er dem Verein zweimal zum Aufstieg in die Landesliga verhalf, bringt Erfahrungen aus der Jugendarbeit beim FC St. Pauli mit auf die Otto-Koch-Kampfbahn.

Der neue Trainer wurde per Videokonferenz vorgestellt

Zwei Jahre war er bei den U17- und U19-Junioren der Kiezkicker Assistent des neuen Zweitligatrainers Timo Schultz und wirkte auch als DFB-Stützpunkttrainer auf der Jahnhöhe. „Ich hatte eigentlich abgeschlossen mit dem Fußball“, erzählte Nabil Toumi. Doch dann habe ihn der Anruf von Simon Beecken erreicht. In der Folge habe man viele Gespräche geführt. „Als klar war, dass ein Großteil der Mannschaft bleiben wird, hat mir das die Entscheidung leicht gemacht“, sagte Toumi. „Damit war eine gute Basis für die weitere Kaderplanung geschaffen. Mit einer völlig neu zusammengestellten Mannschaft wäre es wohl sehr viel schwerer geworden, in der Oberliga zu bestehen.“

Den neuen Trainer haben Simon Beecken und Rüdiger Meyer der Mannschaft ganz zeitgemäß in einer Videokonferenz mit 30 Teilnehmern vorgestellt. Nach dieser ersten Ansprache führte der neue Trainer telefonisch oder ebenfalls per Videoschalte viele Einzelgespräche. Danach gab es auch drei „lockere Trainingseinheiten unter Beachtung der Abstandsregeln“, wie es Meyer formulierte. „Die galten aber hauptsächlich dem Kennenlernen. Unser erstes offizielles Vorbereitungstraining fand erst Mitte Juli statt.“

Die Kaderplanung, so Meyer, sei weitgehend abgeschlossen: „Wenn wir aber das Gefühl haben, dass da jemand charakterlich zu uns passt und uns helfen kann, bestehende Schwächen auf bestimmten Positionen abzudecken, schließe ich den einen oder anderen weiteren Neuzugang nicht aus.“ Toumi hat etliche Vorbereitungsspiele in Niedersachsen organisiert. „Unser Vorbereitungsprogramm steht. Ich werde so vielen Spielern wie möglich die Gelegenheit geben, sich in dieser Phase zu präsentieren“, so der Trainer.

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