Schulsport

Tag des Basketballs mit Marvin Willoughby

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Günther Bröde
60 Jugendliche zogen sich die T-Shirts der Towers über und posierten mit Schulleiter Armin May, Marvin Willoughby und den Coaches des Hamburger Bundesligisten.

60 Jugendliche zogen sich die T-Shirts der Towers über und posierten mit Schulleiter Armin May, Marvin Willoughby und den Coaches des Hamburger Bundesligisten.

Foto: Günther Bröde

Der Sportliche Leiter der Hamburg Towers brachte seinen Sport den Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums am Kattenberge nahe.

Buchholz.  Heute würden die in der Sporthalle des Gymnasiums am Kattenberge versammelten Schülerinnen und Schüler auf jeden Fall etwas lernen. Ob das jeden Tag so sei in seiner Schule, da wäre er sich nicht so sicher, sagte Schulleiter Armin May in seiner launigen Ansprache mit Blick auf den mehr als zwei Meter großen, schlaksigen Mann, der mit ihm zusammen 60 zukünftige Abiturientinnen und Abiturienten begrüßte. Zu Gast im Buchholzer Gymnasium war kein Geringerer als Marvin Willoughby, Gründer, Geschäftsführer und Sportlicher Leiter der Hamburg Towers. Der Basketball-Bundesligist war mit einigen jungen Trainern des Vereins gekommen, um den Schülerinnen und Schülern in Buchholz den Basketball näher zu bringen.

Organisiert hatte den „Tag des Basketballs“ ein Team um den Sportlehrer und Schul-Referenten für Öffentlichkeitsarbeit, Christoph Reise. Die Idee, die Towers nach Buchholz einzuladen, war bei Armin May während eines Referats von Jan Fischer, dem zweiten Geschäftsführer der Towers neben Willoughby, gereift, das Fischer zum Thema Sozialarbeit vor dem Lion’s Club gehalten hatte. „Dass sich das dann so schnell umsetzen ließ, hat mich selbst überrascht“, sagte May.

„Jugend trainiert für Olympia“ ist ein Steckenpferd der Schule

Vielleicht lag das auch daran, dass das Gymnasium am Kattenberge (kurz GAK) als sportfreundliche Schule über die Grenzen der Nordheide hinaus bekannt ist. Christoph Reise verwies in diesem Zusammenhang auf die vielen Erfolge der Schule im Wettbewerb „Jugend trainiert für Olympia“, die sich seit 2006 in diversen Sportarten 46 Mal für ein Landes- und zehn Mal für das Bundesfinale in Berlin qualifizieren konnte, dabei 15 Landestitel in Niedersachsen holte. Sportlicher Höhepunkt war im vergangenen Jahr der zweite Platz beim Bundesfinale für die Basketball-Mädchen gewesen. „Das ist der größte sportlicher Erfolg in der Geschichte unserer Schule“, sagte Reise.

In Person von Lotta Stach hatte daran eine Schülerin großen Anteil, die es in ihrer jungen sportlichen Karriere bereits zur Jugend-Nationalspielerin gebracht hat und die bei den BG ‘89 Hurricanes Scheeßel in der 2. Frauen-Bundesliga spielt. Sie gehörte wie das gesamte so erfolgreiche Mädchenteam des Gymnasiums zu den 60 ausgewählten Jugendlichen der Jahrgangsstufen 10 bis 12, die am „Tag des Basketballs“ teilnehmen durften. „Wir haben bei unserer Auswahl besonders gute sportliche Leistungen und anderes herausragendes Engagement der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt“, sagte Christoph Reise über die Auswahlkriterien.

Lotta Stach spielt in Scheeßel in der 2. Frauen-Bundesliga

„Normalerweise gehen wir nur an Hamburger Schulen“, sagte Marvin Willoughby. Aber das große Engagement von Armin May habe ihn überzeugt, beim Gymnasium am Kattenberge eine Ausnahme zu machen. Und soweit sei Buchholz ja auch nicht von Hamburg entfernt. „Sportliche Karrieren beginnen oft an der Schule“, sagte Willoughby, der es wissen muss. Er selbst war einst vom damaligen Hamburger Verbandstrainer Peter Lazar im Rahmen des Schulsportwettbewerbs „Jugend trainiert für Olympia“ entdeckt worden.

Sein erster Sportverein war die Turnerschaft (TS) Harburg. Mit 15 Jahren wechselte er dann zum SC Rist Wedel, mit 16 unterschrieb er seinen ersten Profivertrag in Bayreuth. Als 20-Jähriger spielte er in Würzburg in einer Mannschaft mit Dirk Nowitzki. Gemeinsam stiegen Willoughby und Nowitzki seinerzeit in die 1. Basketball-Bundesliga auf. Willoughby war Junioren-Nationalspieler und brachte es auf 35 A-Länderspiele für Deutschland bei den Männern. Eine Verletzung am Knöchel führte letztlich dazu, dass er seine Profikarriere vorzeitig beenden musste und ihm eine Weltkarriere wie die Nowitzkis versagt blieb.

Demnächst zieht Willoughby mit Familie nach Buchholz

Beim Warm-up in der Sporthalle am Kattenberge ließ es sich Willoughby nicht nehmen, sich selbst unter die Schülerinnen und Schüler zu mischen. Danach ging es weiter mit mehr oder weniger anspruchsvollen Übungen und kleinen Spielen, um den Buchholzer Jugendlichen, die längst nicht alle Erfahrungen mit dem Basketball gesammelt hatten, die Grundtechniken dieser beleibten Ballsportart anschaulich zu vermitteln. Zu einer Autogrammstunde kam später noch Towers-Profi René Kindzeka in die Halle. Der heute 24-Jährige hatte in seiner frühen Jugend für die in Hittfeld ansässigen Sharks Hamburg gespielt.

„Die Hauptsache ist, dass wir den Kids Spaß am Basketball vermitteln können“, sagte Marvin Willoughby, der in Zukunft vielleicht noch öfter in der GAK-Sporthalle zu sehen sein wird. Marvin Willoughby zieht demnächst mit seiner Familie nach Buchholz.

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