Harburg
Eishockey

Denny Böttger, eine Eishockey-Legende bei der WM

Der 43 Jahre alte Denny Böttger bei seinem Einsatz für die Oldtimers Germany in Minsk.

Der 43 Jahre alte Denny Böttger bei seinem Einsatz für die Oldtimers Germany in Minsk.

Foto: Privat

Der 43-Jährige aus Adendorf belegte mit den „Oldtimers Germany“ den achten Platz bei der inoffiziellen Senioren-WM in Weißrussland.

Harsefeld/Adendorf.  Fans bezeichnen ihn gern als lebende Eishockey-Legende Norddeutschlands. Der gebürtige Berliner ist weit über seine Wahlheimat Adendorf hinaus bekannt. Seit unglaublichen 21 Jahren steht Denny Böttger für die Heidschnucken auf dem Eis, spielte viele Jahre in der Oberliga Nord und zuletzt in der Regionalliga. Selbst die technischen Probleme am Walter-Maack-Eisstadion in Adendorf, die in diesem Winter kein Eishockey in der Gemeinde im Landkreis Lüneburg zulassen, haben den 43-Jährigen nicht dazu bewogen, seine Karriere zu beenden.

Seit 1998 flitzt Böttger für den Adendorfer EC übers Eis

Böttger wechselte zusammen mit fünf Vereinskameraden vom Adendorfer EC zum TuS Harsefeld und erreichte mit den Tigers die Meisterrunde der Regionalliga Nord. Der 1,87 Meter große und 86 Kilogramm schwere Flügelstürmer wurde am 5. Februar 1977 in Berlin geboren. Er begann seine Karriere 1994 im Nachwuchsteam der Eisbären Berlin, spielte für die U18-Nationalmannschaft und wurde in der Saison 1996/97 sogar im Erstligakader der Eisbären Berlin geführt. Nach einem einjährigen Engagement beim Deggendorfer EC zog es ihn 1998 nach Adendorf.

Mittlerweile ist Denny Böttger auch für die „Oldtimers Germany“ aktiv. Das ist eine Truppe mit ehemaligen National- und langjährigen Erstligaspielern, die durch die Lande tingelt und Freundschaftsspiele bestreitet. Seine Premiere im schwarz-rot-goldenen Trikot der „Oldtimers Germany“ gab Denny Böttger am 19. Oktober 2019 ausgerechnet gegen seinen aktuellen Verein Harsefeld. Sein zweiter Einsatz führte ihn und die Auswahlmannschaft im Januar nach Minsk, in die Hauptstadt Weißrusslands.

Viele Teilnehmer mit Erfahrung aus der NHL und KHL

Das Senioren-Eishockeyturnier wurde zum 16. Mal ausgetragen. Es wird inoffiziell als Senioren-Eishockey-Weltmeisterschaft angesehen. Fast alle teilnehmenden Spieler spielten entweder für Clubs in der nordamerikanischen NHL, in der russischen KHL oder in den höchsten Eishockeyligen anderer Länder. Neben den USA, Ukraine, Finnland, Schweiz, Russland, einer Auswahl baltischer Staaten, China, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Deutschland und Weißrussland nahm auch ein Team des Eishockey-Weltverbandes IIHF teil, das sich aus Akteuren Kanadas, der USA, der Schweiz, Österreichs, Belgiens, Italiens, Ungarns, Irlands, Israels, Mexikos, Polens, Slowakei, der Ukraine, Russlands und Kuwaits zusammen setzte.

Ein Highlight des Turniers war, dass der weißrussische Präsident Aljaksandr Lukaschenka höchstpersönlich mitspielte und die gesamte Organisation an eine wahrhaftige Weltmeisterschaft erinnerte. Hochmoderne Spielstätten in Minsk, Nationalhymnen, Pauseninterviews, Eröffnungs- und Schlusszeremonie, die Übertragung der Spiele im weißrussischen Fernsehen, Begleitung durch Dolmetscher und zahlreiche Zuschauer sorgten für ein besonderes Eishockey-Erlebnis.

Mit Polizeieskorte und grünen Ampeln zu den Spielen

„Mein persönliches Highlight war die gesamte Organisation. Die war wirklich weltmeisterreif. Wir wurden mit Polizeieskorte durch die Gegend gefahren, alle Ampeln wurden auf Grün geschaltet, damit wir ungehindert durchfahren konnten. Das zu erleben, war schon beeindruckend“, sagt Denny Böttger nach seiner Rückkehr.

Die Winter in Weißrussland sind sehr kalt und das Thermometer kann bis zu minus 20 Grad Celsius anzeigen. Der Schnee, zugefrorene Flüsse und Seen sorgten für eine besondere Atmosphäre, die man hierzulande kaum noch kennt. Auch nachts war die ganze Stadt hell erleuchtet. Minsk war geschmückt mit blinkenden, bunten und grellen Lichtern an Bäumen und Fassaden.

Weißrussland gewinnt Turnier im Finale gegen Russland

Am Eishockeyturnier nahmen zwölf Mannschaften teil, die in vier Vorrundengruppen eingeteilt waren. Die Oldtimers Germany waren in einer Gruppe mit der Auswahl des Baltikums und Russland. Gegen das baltische Team gelang den Deutschen ein 7:7-Unentschieden. In dieser Partie konnte Denny Böttger sein erstes Tor für die deutsche Seniorenauswahl markieren. Das folgende Gruppenspiel gegen Russland und das Platzierungsspiel gegen die Ukraine gingen jeweils verloren.

So landeten die Oldtimers Germany in der Gesamtwertung auf dem achten Platz. Das Finale bestritten Russland und Weißrussland. Den Pokal gewannen schließlich die Gastgeber um den weißrussischen Präsidenten Aljaksandr Lukaschenka.